02.02.2018, 13:27 Uhr

Im WOCHE-Interview: Mit 37 Jahren Chef der "Mutter aller Thermen"

Mit 37 Jahren ist der weitgereiste Burgauer Philip Borckenstein-Quirini dort wo er schon immer hin wollte: an der Spitze der Therme Loipersdorf.

Philip Borckenstein-Quirini ist seit 1.1.2018 neuer Geschäftsführer der Therme Loipersdorf. Die WOCHE hat ihn zum Exklusiv-Interview gebeten.

WOCHE: Bevor Sie den Posten als neuer Chef der Therme Loipersdorf übernommen haben, waren Sie in der Schweiz, Großbritannien, dem Oman und zuletzt in Hamburg als General Manager tätig. Warum haben Sie sich entschieden, wieder zurück in die Heimat zu kommen?

Philip Borckenstein-Quirini: Es war eigentlich schon ein lang ersehnter Wunsch von mir, wieder zurück nach Österreich zu kommen. Aber wie das so ist, wurden die Kontakte im Ausland besser und so habe ich noch ein paar Stationen eingelegt. 

Sind Sie als Geschäftsführer der Therme Loipersdorf, in der Heimat jetzt angekommen, wo Sie immer schon hin wollten?
Ich fühle mich hier sehr angekommen. Es das war ein sehr wohl überlegter Schritt mit meiner Familie. Mein Plan und Wille ist, sich hier niederzulassen, um in meiner Heimat zu wirken. Es ist schön, wenn man seiner Heimat ein bisschen etwas zurückgeben kann. Und als Motor für die Region mit der Therme zu wirken, ist zwar eine Herausforderung, aber auch eine schöne Möglichkeit.

Wie ist das erste Monat als Chef der Therme Loipersdorf verlaufen?
Das erste Monat ist super gelaufen. Mitarbeiter und lokale Wirtschaftstreibende haben mich sehr gut aufgenommen. Wenn man in offene Arme läuft, macht es einem den Start doch sehr viel leichter. Der größte Unterschied in der Verantwortung, die Therme Loipersdorf und die dazugehörigen Betriebe zu führen, ist, dass man jetzt nicht mehr nur für sich, also den eigenen Betrieb verantwortlich ist, sondern auch für die Gastronomie- und Beherbergungsbetriebe in der Region. Diese große Verantwortung muss man ehrfürchtig wahrnehmen, aber auch das ist die große Herausforderung, die mich an dem Job reizt.

Welche Ziele haben Sie sich für die Therme in ihrem ersten Jahr als Geschäftsführer gesetzt?
Natürlich ist das Hauptziel noch mehr Gäste zu begeistern, um nach Loipersdorf zu kommen. Oberste Priorität in diesem Jahr ist für mich aber auch das Vertrauen der Mitarbeiter aufzubauen. Ich will nicht vorher Dinge verändern und dann um das Vertrauen der Mitarbeiter kämpfen. Ich bin jemand, der Strukturen gerne hinterfragt, und auch ändert, aber das kann nicht vom Schreibtisch aus passieren, sondern nur durch das Einbinden von Mitarbeitern und Gästen, denn diese sind die Quelle unseres Tun und Schaffens.

Was sind Herausforderungen für den heutigen Tourismus?

Wir müssen unsere Strukturen an die digitale Welt anzupassen lernen. Die Branche ist so schnelllebig. Und auch das Verhalten der Gäste ändert sich. Die Kunst in Zukunft wird sein: alle digitalen Mittel so zu beherrschen, um alle Gäste dort abzuholen, wo sie abgeholt werden wollen.

Derzeit wird, vor allem auch im Tourismus über Fachkräftemangel geklagt. Wie könnte man entgegenwirken?
Meiner Meinung nach gibt es nur ein Rezept: Wir müssen junge Leute für den Tourismus begeistern, für das was man selbst tut. Das muss man den jungen Leuten klar machen, und auch, dass man es zu etwas bringen kann, ohne akademischen Grad. Bei uns geht es wirklich um den Menschen, um die Begeisterung für die Arbeit und andere Menschen. Wenn man das hat, kann man auch als Quereinsteiger viel Spaß haben. 

Word Rap:


Da sehe ich mich in 30 Jahren: als gesunder, Pensionist mit meiner Familie im Garten beim Grillen.
Mit Loipersdorf verbindet mich: meine Kindheit
Mein Neujahrsvorsatz: Familie und Job gerecht werden
SMS oder WhatsApp? WhatsApp
Berg oder Meer? Sehr schwer – im Winter Berg, im Sommer hab ich nix gegen das Meer
Luxussuite oder Berghütte? früher hätte ich Luxussuite gesagt, heute sage ich Berghütte
Darauf bin ich am meisten stolz: auf meine Familie
Da stellt es mir die Haare auf: Wenn nicht alle am selben Strang ziehen
Mein Berufswunsch als Kind: Tischler
Der beste Ort einmal abzuschalten ist: beim Tennis spielen
Wenn ich ein Tier wäre, wäre ich: ein Hund bei der Familie Borckenstein

Zur Person:

  • Name: Philip Borckenstein-Quirini
  • Alter: 37 Jahre
  • aufgewachsen in Burgau, jetzt: wohnhaft in Fürstenfeld
  • Familie: verheiratet, zwei Buben: 4 Jahre und knapp 1 Jahre
  • Hobbies: Tennis, Golf, Kulinarik, Reisen
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