Mobbing - eh nur Spaß?

Am Mittwoch, dem 10. 11. referierten die existenzanalytischen Lebens- und Sozialberaterinnen Gabriele Moser und Mag. Doris Lasser im Rahmen der Vortragsreihe "Dialog macht stark" an der HLW Hermagor. Die zahlreich anwesenden Eltern und Lehrer erfuhren dabei viel Wissenswertes zum Thema Mobbing. Was ist Mobbing, wie entsteht es, Warnsignale für Elternhaus und Schule sowie wertvolle Tipps zur Hilfeleistung waren die Themen der Vortragenden. Doris Lasser untermalte den Vortrag mit spannenden Beispielen aus ihrer Praxis als Vertrauenslehrerin an der HLW.

Mag. Hannes Berger, Initiator der Vortragsreihe und ebenfalls Vertrauenslehrer an der HLW, begrüßte über 40 Interessierte und berichtete, dass man von Opfern und Tätern immer wieder den Satz höre: "Wor jo glei Spaß...." Bereits der Einstieg mit einem Lied über Mobbing ("I get bullied." "It happens here.") zeigte jedoch eindrucksvoll die Notwendigkeit auf, sich intensiv mit diesem Thema zu befassen. Wenn in unserer Zeit sogar ein Lied über Mobbing geschrieben wird, sollten wir erkennen, dass Gefahr im Verzug ist.

Ein Schüler wird gemobbt, wenn er wiederholt und über einen längeren Zeitraum den negativen Handlungen eines oder mehrerer anderer Schüler ausgesetzt ist. Dies reicht von Ausgrenzung und verletzenden Bemerkungen über Zerstörung und Diebstahl von Gegenständen des Opfers bis hin zu Erpressung und körperlicher Gewalt. Vor allem das Cyber-Mobbing bietet durch die Anonymität des Internets eine beliebte Möglichkeit, den Ruf des Opfers zu zerstören und dieses in der Öffentlichkeit - oft mit denunzierenden Videos oder Botschaften - zu verhöhnen.

Grundsätzlich entscheiden mehrere Faktoren, ob man zum Mobber oder Gemobbten wird oder ob man normal aufwachsen kann. Dazu zählen persönliche Eigenschaften wie Selbstkontrolle, Stimulationsbedarf oder Verantwortungsgefühl, der Freundeskreis, vor allem aber die Familie. Erfährt man zuhause zu wenig Liebe, Vertrauen und Anerkennung, leidet die Familie an Problemen wie Krankheiten oder Konflikten, fehlt die Weitergabe sozialer Regeln, glauben Kinder meist, dass Gewalt eine Lösung ist.

Den so genannten Haupttätern geht es um die Macht über das Opfer. Sie fühlen sich nicht schuldig und erhalten positive Gefühle durch die Anerkennung ihrer Mittäter, die ebenfalls auf der Siegerseite stehen möchten. Als Warnsignale in Schule und Arbeitsleben gelten das Herumkommandiert-Werden durch andere, man wird zum Außenseiter, zur Zielscheibe von Witzen, sucht häufig seine Sachen, wirkt unsicher und traurig, leidet an Übelkeit, besucht die Schule unregelmäßig oder geht ungern zur Arbeit.

Um Mobbing vorzubeugen, hilft nur die Kultur des Hinschauens. Jeder von uns muss Verantwortung übernehmen und schon bei Kleinigkeiten lernen, stopp zu sagen. Hilfreich ist es, sofort einzugreifen, das Opfer zum Sprechen zu ermutigen und dem Täter sein Fehlverhalten deutlich zu machen.

In diesem Sinne endete der Vortrag von Gabriele Moser und Doris Lasser mit dem zweiten Teil des Liedes über Mobbing und dessen Textzeilen "I will step up." "I will be a hero."

Haben wir die Zivilcourage, hinzuschauen und rechtzeitig einzugreifen! Geben wir Mobbing keine Chance!

Die gesamte PowerPointPräsentation zum Vortrag finden Sie auf der Homepage der HLW Hermagor www.hlw-he.at unter dem Link Projekte - Dialog macht stark.

(am Bild von links nach rechts: Dir. Rudi Lasser, Mag. Doris Lasser, Diethelm Wendling, Mag. Hannes Berger, Dir. Margit Wieser, Hans Grollitsch, Gabriele Moser, Heide Grollitsch)

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