Eine Krone zum Dank für Ernte

Erntedank - ein wertvolles Fest für alle Generationen
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WATSCHIG (jost) Das Mesnerhaus beim Toleranzbethaus in Watschig war Treffpunkt für drei handwerklich geschickte Frauen. Kuratorin Ilse Schaar zog die Fäden für die Zusammenkunft, zu der sich auch Ingrid Regittnig-Tillian und Mesnerin Tukae Sanatu Kamwendo geselllten. „Wir haben Freude an der Pflege und Erhaltung von Brauchtum, deshalb ist für uns das Herstellen der Erntekrone eine ehrwürdige Aufgabe“ erklärt die Vorsteherin der Pfarre.

Liebevolle Handarbeit

In diesem Jahr müssen die Frauen aber nur die bestehende Krone mit Schmuck ausbessern, denn die Qualität des Getreides ist noch in bester Ordnung. Die Ähren von Hafer, Weizen, Roggen und Gerste glänzen goldgelb auf der vierarmigen Krone, deren Streben Glaube, Hoffnung, Sorge und Dank symbolisieren. Das Kreuz wurde aus aus Lein hergestellt. Mit Begeisterung und geschickten Händen verzieren die Frauen das Kunstwerk. „Für den Aufputz verwenden wir Buchsbaum - ein Symbol für Lebenszyklus, Liebe und Fruchtbarkeit – sowie bunte Herbstblumen wie Astern und Edelweiss-Margariten“ verrät Ilse Schaar. Die Handgriffe sitzen auch bei Tukae. Die Mesnerin stammt aus Tansania, mit dem Brauchtum des Erntedankes wird sie erstmals konfrontiert und stellt fest: „Es macht mir Freude, den Frauen bei der Arbeit zu helfen“. Mit viel Liebe zum Detail drapiert Ingrid Regittnig-Tillian die Efeuranken und stellt eine Holzschale mit roten Äpfeln auf den Boden der Krone. Die fertiggestellte Pracht findet danach im Tolzeranzbethaus vor dem Altar ihren Platz und erntete beim Dankgottesdienst bewundernde Blicke der Gläubigen.

Dank an Gott für Gaben

Pfarrer Reinhard Ambrosch zelebrierte das Erntedankfest und erklärte in seiner Predigt den überlieferten Brauch: „Die Erntekrone soll den Dank für Gottes reiche Gaben zum Ausdruck bringen. Wir geben Gott etwas von seinen guten Gaben zurück und danken ihm dafür. Die Form der Krone bringt zum Ausdruck, dass das Korn und das daraus gebackene Brot das wichtigste Lebensmittel ist. Das Kreuz auf der Krone weist uns auf Jesus Christus und seinen Tod am Kreuz hin, also auf seine Gabe des Heils für uns Menschen. Jesus hat ja von sich selber gesagt: „Ich bin das Brot des Lebens, wer an mich glaubt, der wird nicht hungern und wer zu mir kommt, den wird nimmermehr dürsten“. Mitten um die Erntekrone bringen die Gemeindeglieder zu Erntedank einen Teil ihrer Ernte aus Garten, Feld und der täglichen Arbeit wie Brot, Gemüse, Früchte, Säfte, Marmeladen oder Getreide in die Kirche. Sie sagen damit Gott von Herzen „Danke“ für alle Gaben und eine gute Ernte. Es ist schon eine lange Tradition, dass die gebrachten Gaben an die Heime der Diakonie de la Tour in Treffen gespendet werden und so einem guten Zweck zugute kommen.

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