HLW Hermagor startet neues Bildungsangebot

Einzigartige Kooperation der HLW Hermagor mit dem Landesschulrat, der regionalen Wirtschaft und der Politik soll künftig dem Fachkräfte-Schwund Einhalt gebieten
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  • hochgeladen von Hans Jost

HERMAGOR (jost). Endlich gibt es im Gailtal eine überaus zufriedenstellende Antwort auf die besorgte Frage der Wirtschaft nach einer effizienten und praktikablen Lösung des immer stärker werdenden Fachkräftemangels in allen Handwerks- und Dienstleistungsberufen.

Kein Entscheidungsdruck

Bisher war es überwiegend üblich, dass junge Menschen nach der Pflichtschule ihre Berufs-Entscheidungen zu treffen hatten. Doch die Praxis hat in den letzten Jahren mehr und mehr gezeigt, dass Jugendliche im zarten Alter von etwa 14 Jahren mit einer so gravierenden Entscheidung überfordert sind. Vielfach wird auch heute noch die endgültige Entscheidung durch die Eltern stark beeinflusst.
Daher bietet seit fünf Jahren die Einjährige Fachschule an der HLW Hermagor in Zusammenarbeit mit den Betrieben in unserer Region optimale Voraussetzungen der besseren beruflichen Praxis-Orientierung und damit auch für mehr Zielsicherheit in der Berufswahl. HLW-Direktor Christian Warmuth: „Mit diesem Modell haben etwa 90 Prozent unserer Absolventen bereits einen unterschriebenen Arbeitsvertrag oder wechseln in die Dreijährige Fachschule.“

Neues Fachschul-Modell ab Herbst

Motiviert durch diese erfolgreichen Aktivitäten in der Einjährigen Fachschule ist es in Hermagor jetzt gelungen, in intensiver Zusammenarbeit mit Landesschulrat, Wirtschaft und Politik ein weiteres interessantes Bldungsangebot auch in der Dreijährigen Fachschule zu installieren. Ab dem kommenden Schuljahr, also ab September 2017, bietet die HLW Hermagor – einzigartig und einmalig in Österreich, zusätzlich zur schon bestehenden touristisch-gastronomischen Ausrichtung – eine neue, intensive Berufsorientierung und –ausbildung. An jeweils einem Halbtag pro Woche können sich Mädchen und Burschen entweder im technisch-handwerklichen oder im kreativ-sozialen Bereich praktisch erproben.

Duale Ausbildung

Dabei wird der technisch-handwerkliche Bereich in Kooperation mit der Berufsschule Villach und dem Verein ZHIG (Zukunft Handwerk & Industrie Gailtal) gestaltet. 12 Wochen Praxis-Erfahrung in den Betrieben und Unterrichtseinheiten in der Berufsschule Villach sollten eine Anrechnung auf die Lehrzeit ermöglichen.
Der kreativ-soziale Zweig wird die Schülerinnen und Schüler für viele dienstleistungs- und Gesundheitsberufe vorbilden. 12 Wochen Praxiserfahrungen sollen ihnen Einblicke in das gewünschte Arbeitsfeld geben und die Sicherheit bei der späteren Berufswahl erhöhen.
Franz Wiedenig, Obmann ZHIG: „Der zukünftige Mitarbeiter kennt die Anforderungen der Firma und der Betriebsinhaber kennt den zukünftigen Mitarbeiter und kann ihn/sie entsprechend einschätzen. Durch diese persönliche Beziehung ist ein klarer Vorteil für den Start ins Berufsleben gegeben.“
Christian Warmuth ergänzt: „Dadurch unterscheiden wir uns klar von anderen Fachschulen.“
Hannes Kandolf, Wirtschaftskammer-Obmann Hermagor: „Die Tatsache, dass die SchülerInnen nach Abschluss der 3-jährigen Fachschule eine entsprechende Reife erlangt haben, entspricht dem Wunsch der Betriebe und erhöht die Chance, mit dem passenden Arbeitsplatz eine optimale Karriere zu starten.“

Landesschulrat und Politik

Für Landesschulrats-Präsident Rudolf Altersberger birgt das neue Bildungsangebot ein großes Potenzial für die Zukunft, weil sich Partner finden, die in ihrem möglichen Handlungsrahmen dazu beitragen wollen, dass es der Region gut geht. „Die HLW Hermagor nutzt die Synergien mit der Berufsschule Villach über Distanzen hinweg. Somit sind beide strahlende Gewinner, vor allem aber die Region.“
Für Landesschulinspektor Herbert Torta ist es wichtig, die jungen Menschen rechtzeitig abzuholen und sie unter Berücksichtigung individueller Stärken, Talente und Interessen an die richtigen Ausbildungsplätze zu bringen und das soll mit diesem Pilotprojekt für Österreich unterstützt werden. „Wenn es uns mit diesem Modell gelingt, Schülerinnen und Schülern Perspektiven anzubieten, werden sie in der Region bleiben, zufrieden sein und positiv zur volkswirtschaftlichen Entwicklung beitragen“, so Torta.
Bürgermeister Siegfried Ronacher: „Ich freue mich über die optimale und einmalige Kooperation zwischen Schule, Wirtschaft und Politik. Heute ist ein historischer Tag und eine entscheidende Weichenstellung im Bildungsangebot unserer Region. Der Bedarf an Fachkräften in allen Berufen ist ganz klar gegeben, Tendenz steigend. Nur optimal ausgebildete Fachkräfte können auch in Zukunft alle berufichen Herausforderungen erfüllen und schlussendlich entscheidend dazu beitragen, Arbeitsplätze zu sichern.“
Für Josef Stocker, Direktor der Fachberufsschule Villach2, ist mit dieser Lösung eine Win-Win-Situation gelungen: „Die Wirtschaft signalisiert immer stärker den Fachkräftebedarf, wir bringen uns daher als Berufsschule hier sehr gerne und engagiert ein.“

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