Mit Weihrauch das Heim desinfizieren

Kräuterexpertin Simone Matouch weiß auch über die Herkunft und Verwendung von Weihrauch bestens Bescheid
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LESACHTAL (aju). "Vom geweihten Rauch" kommt die Bedeutung des heutigen Weihrauchs. Simone Matouch von der Kräutermanufaktur Naturschatz erzählt, woher dieser Brauch des Räucherns kommt.

Geweihter Rauch

"Gemeint war eigentlich der 'geweihte Rauch'. Heute verwendet man für Weihrauch in der Regel das Harz einer bestimmten Gattung von Bäumen", sagt Matouch. Das Harz nennt man Olibanum. Nur mit dieser Bezeichnung ist richtiges Weihrauchharz gemeint. "Eine gute Qualität hat Olibanum erst ab der zweiten oder dritten Ernte im Jahr, dadurch erklären sich oftmals die großen Preisunterschiede beim Weihrauch", sagt Matouch. Weihrauch ist eben nicht gleich Weihrauch. 

Preisanstieg

Auch die unterschiedlichen Standorte beeinflussen die Harzqualität. "Heuer erleben wir nicht zuletzt wegen der Kriegsgeschehnisse im Nahen Osten einen zum Teil massiven Anstieg der Weihrauchpreise", sagt Matouch. Er zählt unter anderem auch zu den ältesten Kulturgütern. "Zeugnisse über dessen Nutzung gehen bis 3.500 vor Christus zurück", erklärt Matouch.

Desinfizierende Wirkung

Weihrauch wird vor allem wegen seiner medizinischen und desinfizierenden Wirkung benutzt. "Der medizinische Einsatz erfährt gerade eine Art Renaissance. Was die Altvorderen schon wussten, scheint nun durch wissenschaftliche Erklärungsmodelle wieder salonfähig geworden zu sein", erklärt Matouch.
Weihrauch kann dabei vielfältige Wirkung haben. Von schmerzstillend über entzündungshemmend, bei Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises bis hin zum Schutz der Leber kann Weihrauch helfen.

Zuhause reinigen

Fürs Zuhause eignet sich der Weihrauch aber vor allem zur Reinigung der Räume. "Weihrauch nimmt nicht nur Küchengerüche, sondern reinigt auch energetisch", sagt Matouch. Aber auch hierbei soll vor allem auf die Qualität geachtet werden.

Tipps für das richtige Räuchern

Räuchergut eignet sich zum Verräuchern in der Räucherschale auf Räucherkohle. Um Räume auszuräuchern und zu reinigen geht man gegen den Uhrzeigersinn – also rechts herum – durch alle Zimmer. Dabei Türen und Fenster geöffnet halten, damit die "schlechten Energien" entweichen können. Um die Räume dann mit neuen, guten Energien aufzuladen geht man links herum, Fenster und Türen dann geschlossen halten. Nach reinigendem Räucherwerk wie Weihrauch verwendet man zum "Hineinräuchern" zum Beispiel: Räucherwerk, das für Neubeginn (z.B. Angelika), Glück (z.B. Basilikum) oder Gesundheit (z.B. Alant) steht. Das Räuchern in den Raunächten geht auf ein vorchristliches Ritual zurück. Die letzten sechs Tage des alten und die ersten sechs Tage des neuen Jahres galten als magische Zeit, in der man Altes loslässt und Neues begrüßt. "Traditionell wird zum Beispiel bei uns im Lesachtal am 24. und am 31. Dezember sowie am 6. Jänner Haus und Hof ausgeräuchert", sagt Matouch.

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