Rauchen im Wald ist jetzt verboten!

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ARNOLDSTEIN/BEZIRK HERMAGOR (lexe). "Ich hatte ein ,super` Erlebnis, trotz hoher Waldbrandgefahr entdeckte ich, welch eine Überraschung, ein Feuer und frische Lagerfeuerstellen", meldet sich ein besorgter Anrainer bei der WOCHE GAILTAL. Der Schütter ist aber auch grantig: "Diese Risikobereitschaft können Sie jeden Tag an der Alten Gail erleben."

Bewusstsein schärfen

Er hat recht mit seinem Unmut und Unverständnis, denn die lange Trockenheit hat den Waldboden ausgetrocknet und jeder Funken kann zum Inferno werden.

"Das ist Knochenarbeit, der Boden glüht, da passiert es, dass Sohlen verbrennen." (AFK Michael Miggitsch)

Erst vor Kurzem gab die Bezirkshauptmannschaft (BH) Hermagor eine Verordnung über "Vorbeugungsmaßnahmen wegen besonderer Brandgefahr" heraus (siehe Infokasten rechts).  Wird jemand beim Freizzeitzündeln oder mit Zigarette erwischt, drohen Geldstrafen. BH Heinz Pansi: "Bewusste Verstöße dagegen halten sich in den letzten Jahren im Rahmen. Die Wirkung ist da!" Gestraft wird individuell und je nach Stärke des Vergehens. "Heute bekommt man anonym Fotos, auf denen alles sichtbar ist, damit hat man schon ein Beweismittel", beschreibt Bezirkshauptmann Pansi den sogenannten Kontrolleffekt durch die Öffentlichkeit. Kontrolliert wird auch von Förstern und Bergwacht.

Aus erster Hand

Einer, der die Gefahr kennt, ist der Abschnittsfeuerwehrkdt. Dreiländerecke mit 21 Wehren, Michael Miggitsch. Er hat mit seinen Kameraden schon so manchen Wald,-Böschungs- oder Schwellenbrand gelöscht. Ein großes Feuer im Gelände ist langwierig zu löschen, denn alle Glutnester müssen gefunden werden, es braucht mehrere Mannschaften und Unterstützung aus der Luft. Die Feuerwehrleute tragen Atemschutzmasken und oft Rückenspritzen, können nicht in voller Montur arbeiten. Miggitsch: "Das ist Knochenarbeit, der Boden glüht, da passiert es, dass Sohlen verbrennen. Das Feuer selbst kann ein paar 100 Grad haben".

Absolut verboten

Gerade in seiner Gemeinde treten häufig Brände im Bereich der Werda, Richtung Pöckau auf. Laufend müssen Wiesenbrände in der Nähe der Eisenbahnstrecke gelöscht werden. Wie schnell sich ein Feuer ausbreitet, hängt von der Windrichtung und der Windstärke ab, erklärt der Kommandant, der bei vielen Auslandseinsätzen geholfen hat und erinnert sich an einen Waldbrand, ausgelöst bei einem Picknick, in der Schütt 2017. Ob eine Verordnung wirklich hilft? "Die Vernünftigen halten sich daran und die, die nicht vernünftig sind, haben meistens Glück, dass nichts passiert", so der Arnoldsteiner Brandexperte, "an der Gail, in Waldesnähe ist das Feuermachen und Rauchen absolut verboten!" Ein Funken könnte verheerende Folgen haben, deshalb: "Es gibt kein Pardon!"    

Feuer verboten: hohe Brandgefahr!

Derzeit besteht für sämtliche Wälder im Bezirk Hermagor und Villach Land erhöhte Waldbrandgefahr. Die BH Hermagor hat nun auf dieses Gefahrenpotenzial reagiert: Ab sofort ist das Gebiet des politischen Bezirkes Hermagor als „waldbrandgefährdetes Gebiet“ festgelegt. In Wäldern oder in Waldnähe (im Gefährdungsbereich) ist die Verwendung von offenem Feuer, rauchender, glimmender oder pyrotechnischer Gegenstände sowie feuergefährlicher Gegenstände verboten. Bei Vergehen gegen die Verordnung drohen Geldstrafen bis zu 7.270 Euro.

Brand erkannt? Wer hilft wann?

Die WOCHE hat bei AFK Michael Miggitsch nachgefragt: "Sofort die 122 anrufen, auch wenn man nur Rauchentwicklung sieht! Oder wenn man Rauch/Feuer am Berg sieht." Sieht man jemand beim Feuermachen oder Rauchen im Wald, die 133 wählen.

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