So behält Gemüse den Geschmack

Stefan Bachmann ist Experte in Sachen Gemüse und gibt Tipps zur Ernte und Lagerung
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KREUTH (aju). Gemüse so weit das Auge reicht. Das feucht-nasse Wetter sorgt derzeit dafür, dass in den heimischen Gärten die Gemüsepflanzen fast durch die Decke schießen. Erntezeit ist im Moment gerade vor allem für Zucchini, Melanzani, Tomaten und Gurken. Wie diese Gemüsesorten zu lagern sind und was daraus so alles gemacht werden kann, das erklärt der Gailtaler Gemüsebauer Stefan Bachmann vom Hof Kunz in Kreuth.

Warm und dunkel lagern

Vor allem Zucchini und Melanzani gibt es derzeit in den Gärten in Hülle und Fülle. Beide sollte man nach der Ernte bei Zimmertemperatur und dunkel lagern. "Denn dann ist der Geschmack am vollsten. Außerdem, wenn eine Melanzani kalt gelagert wird, wird sie innen schwarz", sagt Bachmann. Haltbar sind diese zwei Gemüsesorten so circa eine Woche.

Tomaten und Gurken

Tomaten halten im Durchschnitt ebenso eine Woche, abhängig von der Sorte natürlich. "Auch Tomaten sollte man warm und dunkel lagern. So können sie noch ein wenig nachreifen und behalten ihren Geschmack", erklärt Bachmann. Gurken hingegen sollten kühl und unter hoher Luftfeuchtigkeit gelagert werden. Am Gemüsehof Kunz geschieht das in einem Kühlhaus, in dem die Gurkenkisten mit Folie zugedeckt werden. "Für den Hausgebrauch kann man die Gurken mit einem feuchten Tuch abdecken und in den Kühlschrank geben. So bleiben sie saftig."

Bitterer Beigeschmack

Schmecken Gurken und Zucchini allerdings bitter, so sollte man besser die Finger davon lassen, denn das kann in einer höheren Dosis sogar giftig sein. "Das kann zum Beispiel passieren, wenn man Pflanzen selbst zieht und der Nachbar nebenan Zierkürbisse anpflanzt. Dann kann es zur Kreuzung kommen und die Zucchini werden bitter", sagt Bachmann.

Tomatenpulver

Wenn das Gemüse einmal geerntet ist, stellt sich aber immer die Frage, was man nun daraus zubereitet. Für Tomaten empfiehlt Bachmann die Verarbeitung zu Letscho oder Tomatensoße. "Aber auch getrocknet und zu Pulver verarbeitet schmecken sie super. Wir geben das immer über Salate oder in Saucen und verwenden es generell gerne zum Würzen", sagt Bachmann. Wenn man verschiedene Sorten hat, so kann man sogar verschiedenfärbiges Pulver machen. "Wir haben viele Sorten Tomaten von Lila mit grünen Streifen über blaue, gelbe oder rote. Dementsprechend können auch die Farben des Tomatenpulvers sein."

"Wir haben viele Sorten Tomaten von lilanen mit grünen Streifen über blaue, gelbe oder rote. Dementsprechend können auch die Farben des Tomatenpulvers sein."

Männlich und weiblich

Wem das alles nicht schmeckt, der kann Zucchini, Melanzani und Gurken auch einlegen. "Prinzipiell kann man fast alles einlegen. Wenn man eine Ringeblumenblüte dazugibt sieht das auch noch netter aus." Wer aber mit so vielen Zucchinis nichts anzufangen weiß, der kann sie auch schon vorher verarbeiten. Zucchiniblüten, gefüllt mit Topfenaufstrich sind nämlich die perfekte Zierde für jede Jause. "Dabei sollte man aber darauf achten, dass man nicht alle männlichen Blüten entfernt sonst fehlt die Bestäubung für die weiblichen Blüten", sagt Bachmann. Männlich und weiblich unterscheidet man am besten durch den Stiel. Männliche Blüten haben nämlich eine Blüte und einen Stiel, die weiblichen hingegen setzen zuerst die Frucht an und dann kommt erst die Blüte.

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Rezept für Tomaten-Chutney

Zutaten: Zwei Chilischoten, eine Knoblauchzehe, einen Schuss Öl, Prise Paprikapulver, Salz und Pfeffer, ein Esslöffel Senfkörner, 1,5 Kilogramm Tomaten, 200 Milliliter Weißweinessig, 220 Gramm Zucker, zwei Stück Zwiebel, ein Päckchen Einsiedehilfe

Zubereitung: Zwiebel und Chilis kleinschneiden, Tomaten grob schneiden und Knoblauch pressen. Senfkörner in Öl rösten, dann Zwiebel, Tomaten, Chilischoten, Knoblauch und Gewürze zugeben. Essig nach und nach, je nach gewünschter Konsistenz auch zugeben. Danach das Ganze aufkochen lassen und unter gelegentlichem Rühren zwei Stunden einkochen lassen. Wenn das Chutney eindickt, das Ganze in saubere Gläser füllen, gut verschließen und die Gläser auf den Kopf stellen.

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