Stich für Stich ein Kunstwerk

Käthe Bartolot mit einer ihrer Weihkorbdecken
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  • Käthe Bartolot mit einer ihrer Weihkorbdecken
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SUSSAWITSCH. Osterdekorationen sind ein fester Bestandteil im Brauchtum rund um das Osterfest. Die Damen der Handarbeitsrunde St. Stefan/Gail unter Käthe Bartolot fertigen nach alter Tradition aufwendig bestickte Ostereier und Weihkorbdecken für die Fleischweihe.

Die Gründung

Vor zehn Jahren entstand die Handarbeitsrunde. Bartolot: „Ich suchte für die Gründung dieser damals über einen Aufruf im Pfarrblatt interessierte Frauen aus der Umgebung, die gerne handarbeiten.“ Heute umfasst der Kernstock der Runde ca. zehn bis 15 Frauen im Alter von 50 plus. Jede bringt sich ihren Fähigkeiten und Fertigkeiten entsprechend ein. „Manche sind im Sticken versiert, manche im Stricken, andere wieder haben ein Händchen für Bastelarbeiten“, so etwa auch Annemarie Janschitz, Helene Aubermann, Maria Bartolot und ihre Schwester Antonia sowie Agnes Steffler", so Bartolot.

Bedarf war da

Mit dem Sticken von Weihkorbdecken hat Käthe über die Handarbeitsrunde vor rund sechs Jahren begonnen. „Ich habe gemerkt, dass es bei dieser Tradition ein Defizit gab. Die meisten Osterweihkörbe waren bloß mit einem Geschirrtuch ‚geschmückt‘“, sagt sie. Ehemals waren am Land handbestickte Weihkorbdecken noch gang und gäbe. Meist stellten diese die Frauen auf den bäuerlichen Höfen her. Mit dem Rückgang der Bauernhöfe ist auch die Tradition solche Decken zu sticken verschwunden. Die 82-Jährige hat zu diesem Handwerk, das auch in den Klöstern verbreitet war, schon seit Langem einen starken Bezug. „Als ich in Friesach in die Klosterschule der Dominikanerinnen ging, habe ich damals schon die Stickereien der Nonnen bewundert und sagte mir: eines Tages möchte ich auch so etwas fertigbringen“.
Viele Jahre später brachte Käthes Tochter, Diana Erat, die im Stift St. Georgen am Längsee die Schule besuchte, alte Stickmuster und Motive mit, die sie von den Nonnen im Kloster erhielt. Diese traditionellen Muster gewinnen wieder an Bedeutung. Und die Weihkorbdecken, die damit bestickt sind, erleben so eine Renaissance.

Symbolträchtig

In jedem Muster ist eine Symbolik verborgen. So steht Efeu für ewiges Leben, Ranken und Weinlaub symbolisieren das Blut Christi, das Monogramm IHS bedeutet Jesus, Erlöser der Menschen. Auch Nägel oder ein Herz (für Herz-Jesu) finden sich auf den Decken gerne wieder. Gestickt werden die Motive auf „zählbarem“ Handarbeitsleinen mit Garn in traditionellem Kärntner Rot, in einem gedämpften Rot oder der Fastenfarbe Lila. Die Arbeit ist zeitaufwendig und das Auszählen auf dem Leinen erfordert volle Konzentration. „Für mich ist das Hobby Erholung und Entspannung. Da kann ich völlig abschalten“, sagt Käthe.

Autor:

Iris Zirknitzer aus Hermagor

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