Verein "Aktion Mutante" setzt auf Musiknetzwerk

Der Kopf vom Kunst- und Kulturverein Aktion Mutante: Christian Pöschl
  • Der Kopf vom Kunst- und Kulturverein Aktion Mutante: Christian Pöschl
  • hochgeladen von Iris Zirknitzer

ARNOLDSTEIN. Christian Pöschl, "Chef" des Kunst- und Kulturvereines "Aktion Mutante", im Interview.

WOCHE:

Seit wann ist euer Verein Aktion Mutante beim Netzwerk Free Music Impulse dabei?

CHRISTIAN PÖSCHL:

Seit ca. einem halben Jahr sind wir bei Free Music Impulse mit im Boot. Das Netzwerk selbst wurde erst kürzlich gegründet. Die Idee ist aber schon länger in den einzelnen Köpfen herum gegeistert.

Wie ist das Netzwerk aufgebaut? Wer organisiert und initiiert dieses?

Derzeit sind einige "italienischen" Vereine Hauptorganisatoren – das kann sich aber noch ändern. Es ist derzeit so, dass wir uns demnächst alle treffen wollen und mal schauen, was dabei rauskommen könnte.

Welche Überlegungen stehen für eure Kooperation im Vordergrund?
Der Grund ist einfach die Vernetzung. Als langjähriger Konzertveranstalter habe ich gemerkt, dass für Konzerte, die unser Verein veranstaltet, einfach zu wenig interessierte Personen vor Ort vorhanden sind. Das ist aus zwei Gründen schade: einerseits aus ökonomischen Gründen, da ja jeder Verein auch vom Eintrittsgeld lebt und wenn das nicht passt, dann gibt es eben weniger Veranstaltungen. Andererseits, weil sich die Bands, aber auch das Publikum verdient haben. Sozusagen als Hybrid zwischen Konzertveranstalter und -besucher, ist es mir aber bekannt, dass es im nahen Ausland eine Menge Menschen gibt, die sehr Musik-interessiert sind und auch sozusagen neuer Musik, Spartenmusik bzw. dem "Risiko" anderer Musik nicht abgeneigt.
Was liegt da näher, als sich gegenseitig musikalisch zu befruchten und zu unterstützen. Andererseits: wenn man Bands hat, die teurer sind, tut man sich leichter, wenn man diesen gleich mehrere Konzerte anbieten kann, weil man weiß, dass es im Ausland Menschen gibt, die musikalisch ähnlich ticken und ähnlich getaktet sind (und damit meine ich nicht 4/4-Takt). Natürlich steht auch ein anderer Punkt im Vordergrund: vielleicht ist es durch dieses Netzwerk auch möglich, Geld aus einem EU-Fördertopf zu lukrieren.

Was kann und soll darüber hinaus über das Netzwerk erreicht und ermöglicht werden? Welche Pläne und Ziele verfolgt ihr?
Diese Kooperation ist mir sehr wichtig, da unter Umständen eben Gebiete und Publikum aktiviert werden können, auf die wir keinen Zugriff hatten oder haben. Es wird eigenartigerweise immer schwieriger, Menschen dazu zu bewegen, sich auf das Risiko "andere Musik", "unbekannte Musik" einzulassen. Warum auch immer.
Erreicht werden sollte es eben, da man Ressourcen, die schon lange verbunden gehört hätten, zu verbinden versucht. Dass man so zu verbinden versucht, dass mit wenig Aufwand viel erreicht wird. Weiteren Ideen steht natürlich nichts im Wege – ein Netzwerkpartner betreibt eine Radiosendung im Bereich Friaul (so wie ich in Klagenfurt), da können auch noch tolle Sachen entstehen. Auch ein Austausch von Ideen, ein Vorschlagen von Künstlern, die vielleicht im lokalen Bereich Stars sind, aber über die Grenzen unbekannt.

Wo drückt für euch als Veranstalter der Schuh am meisten?
Leider habe ich nach über 20 Jahren Vereinstätigkeit noch immer nicht die Lösung dafür gefunden, wie man mehr Publikum erreicht, ohne den musikalisch definierten Weg zu verlassen. Wie man die Bevölkerung zu mehr Mut, mehr Offenheit, mehr Interesse an Musik bringen könnte. Jeder ist immer herzlichst eingeladen, die Veranstaltungen zu besuchen und seinen Horizont ein wenig erweitern zu lassen. Was mich auch immer noch erstaunt ist die Engstirnigkeit einiger Menschen, wenn es darum geht, auf einfach Art und Weise Kunst der etwas anderen Art in unseren Bereich zu bringen.
Da werden oft Argumente gesucht und leider auch gefunden, die so weit hergeholt sind, dass es schon wieder lächerlich wirkt. Ich möchte aber auch die Gelegenheit nutzen und mich bei allen Besuchern und vor allem bei den vielen helfenden Händen bedanken, ohne die eine solche Veranstaltung nie möglich wäre.

Das Interview führte Iris Zirknitzer

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen