Was die Jägerschaft derzeit beschäftigt

Schalldämpfer und Goldschakale: Bezirksjägermeister Bruno Maurer (li.) spricht darüber, am Bild mit Vinzenz Rauscher
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  • Foto: KK/Jost
  • hochgeladen von Julia Astner

BEZIRK. Vor kurzem fand der 69. Kärntner Landesjägertag statt. Besprochen wurde hier auch die zukünftige Jagdgesetznovelle. Sie soll auch die Erlaubnis zur Verwendung von Schalldämpfern beinhalten. Zudem wurde über den Goldschakal und seine mögliche Ausbreitung diskutiert. Die WOCHE hat nun den Gailtaler Bezirksjägermeister Bruno Maurer zu diesen Themen interviewt:

WOCHE: Ein Thema beim Landesjägertag war ja die Verwendung von Schalldämpfern. Ist das wirklich ein Schutz für Mensch, Wild und Jagdhunde?
BRUNO MAURER:
Ja, das haben Tests mit dem Schallmodulator eindeutig bewiesen. Auch gibt es schießtechnische und jagdliche Vorteile. Nachteile sind eine deutlich längere Waffe und die ausschließliche Verwendungsmöglichkeit für einläufige Gewehre.

Ist es realistisch, dass alle Jäger die Investition von circa 1.500 Euro für einen Schalldämpfer tätigen würden?
Sicher nicht. Meines Wissens liegen die Kosten aber deutlich unter dem genannten Betrag. Eine Verwendung soll, gebunden an die Freigabe durch den Gesetzgeber, für jeden Jagdausübungsberechtigten möglich sein.

Geht man auch im Gailtal davon aus, dass dadurch die Abschussquote erhöht wird?
Könnte durchaus sein, aber sicher nicht im erwarteten Ausmaß.
Ist der Schalldämpfer generell im Gailtal ein Thema?
Wir befassen uns immer mit Neuheiten, diskutieren diese und wiegen das Für und Wider ab. Den Schallmodulator haben wir innerhalb der Gailtaler Jäger sehr früh thematisiert und mit entsprechenden Informationen nach außen getragen.

Ein weiteres Thema beim Landesjägertag waren ja auch die Goldschakale. Es wird befürchtet, dass sich diese in der nächsten Zeit bis zum Pressegger See ausbreiten könnten. Was würde das für die Jagd im Gailtal bedeuten?
Inzwischen wissen wir, dass er den Presseggersee hinter sich gelassen hat und in Osttirol bestätigt wurde. Der Goldschakal wurde bei uns mehrmals gesichtet und gleichzeitig festgestellt, dass das Rehwild besonders empfindlich auf seine Anwesenheit reagiert.

Welche Auswirkung hätte das auf die Bevölkerung?
Grundsätzlich keine, er wird für den Menschen als ungefährlich eingestuft. In der Landwirtschaft ist es möglich, dass er sich da und dort an Kleintieren vergreift. Die Bevölkerung hat die Möglichkeit sich über diese Tierart zu informieren. Am 7. September findet nämlich im Schlossmuseum Möderndorf ein Vortrag unter dem Titel „Goldschakal und roter Fuchs“ statt, wozu wir herzlich einladen.

Herrscht hier Handlungsbedarf bzw. will man überhaupt Schakale in der Region haben?
In einer intakten Naturlandschaft muss man immer mit Neuankömmlingen und fußfolgenden Problemen rechnen. Wir haben seitens des Jagdbezirkes den Antrag gestellt, den Goldschakal als jagdbare Tierart in das Jagdgesetz aufzunehmen. Dies wird auch in einigen anderen Bundesländern so gehandhabt.

Gibt es sonst noch Themen, die derzeit unter den Fingern brennen?
Aber ja, die wird es immer geben.
Im Gailtal haben wir sie immer mit gesundem Augenmaß und in Abstimmung mit Behörde und Grundbesitzer gut gemeistert.
So soll es auch in Zukunft sein.

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