Wilder Tropfen aus Hopfen: Waldbier Ernte im Gailtal

Braumeister Axel Kiesbye bei der Waldbier-Ernte
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  • Foto: ÖBf-Archiv/Wolfgang Simlinger
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GAILTAL. Blüten statt Bloche: Zu einem ungewöhnlichen Ernteeinsatz rückten dieser Tage die Österreichischen Bundesforste (ÖBf) gemeinsam mit Braumeister Axel Kiesbye aus. Förster, Forstarbeiter und Erntehelfer waren in das Bundesforste-Revier Hermagor am Fuße der Karnischen Alpen gekommen, um die Zutaten für das heurige Waldbier Jahrgang 2017 zu sammeln.

Wahl fiel auf Traubenkirsche

„Mit dem seit dem Internationalen Jahr des Waldes gebrauten Waldbier stellen wir jedes Jahr eine neue Wald-Zutat in den Mittelpunkt“, freut sich Bundesforste-Vorstand Rudolf Freidhager schon auf den neuen Jahrgang. „Für das Waldbier Jahrgang 2017 wurde die Traubenkirsche (Prunus padus), auch ‚wilde Kirsche‘ genannt, ausgewählt.
Im Gegensatz zu den kultivierten Arten handelt es sich dabei um eine wilde Form der Kirsche, die in unseren Wäldern natürlich vorkommt. Ihre 10 bis 15 Zentimeter langen, weißen Blüten zeichnen sich durch ein ganz besonderes Aroma aus. Im Bundesforste-Revier Hermagor im südlichen Kärnten wurden nun über hundert Liter honigsüß duftender Blütentrauben für das neue Waldbier geerntet. „Rund zwei bis drei Wochen früher als sonst sind die Traubenkirschen heuer in Blüte gestanden“, so Rudolf Freidhager.

Kurze Erntezeit

Nur wenige Wochen im Jahr, von April bis Mai, stehen die Traubenkirschen in voller Blüte. Die Blüten öffnen häufig gleichzeitig mit dem Laubaustrieb. Da gilt es, den richtigen Zeitpunkt für die Ernte zu bestimmen. „Rund zwei bis drei Wochen früher als sonst sind die Traubenkirschen heuer in Blüte gestanden“, weiß Rudolf Freidhager zu berichten. „Unsere Förster kennen die Reviere wie ihre Westentasche: Sie wissen genau, wann es soweit ist. Die Ernte folgt zu einem perfekten Zeitpunkt – nach mehreren aufeinanderfolgenden, warmen Tagen in schönster Vollblüte.“ Die Beerntung der Traubenkirschen, die Höhen von bis zu einem dutzend Meter erreichen könnten, gestaltete sich nicht immer einfach. „Die frei stehenden Traubenkirschen waren teils bis zu 15 Meter hoch, da musste schon mal eine Leiter zu Hilfe genommen werden“, erklärt Axel Kiesbye und ergänzt: „Zunächst erntet man die ganze Traube und trennt erst vor der Verarbeitung die einzelnen Blüten ab.“

Bier ab Herbst erhältlich

Die Ernte fand in den Waldsäumen und Auwäldern entlang der Gail statt, in denen sich die Traubenkirsche besonders wohl fühlt.“ Im Unterschied zu den bisherigen Waldzutaten – Zapfen, Nadeln, Rinde oder Harz – werden heuer erstmals Blüten für die Kreation des Waldbiers verwendet. Braumeister Axel Kiesbye sieht dem neuen Jahrgang mit großer Erwartung entgegen. „Der feine Blütenstaub der Traubenkirsche verfügt über ein einzigartiges marzipanartiges Aroma und feine Noten von Bittermandeln.“ Das Waldbier Jahrgang 2017 „Wilde Kirsche“ wird über den Sommer eingebraut und ab Herbst 2017 erhältlich sein. Mit dem neuen Jahrgang ‚Wilde Kirsche‘ bringen wir auch heuer wieder den Wald in kulinarischer Form auf den Speisen- und Wohnzimmertisch“, freut sich auch Rudolf Freidhager.

Zur Sache

Im Internationalen Jahr des Waldes 2011 nahm das Gemeinschaftsprojekt der Österreichischen Bundesforste mit Braumeister Axel Kiesbye seinen Anfang. Mit dem Waldbier will man einen innovativen Zugang zum Wald schaffen.

Das ursprünglich als einmalige Sonderedition gedachte Waldbier hat sich mittlerweile zu einem „Klassiker“ unter den Kreativbieren entwickelt und wurde seitdem jedes Jahr mit einer neuen Waldzutat gebraut. Während in den ersten fünf Jahren unterschiedliche Waldbäume im Fokus standen, liegt das Augenmerk nun auf Waldsträuchern wie im Vorjahr Wacholder und heuer die Traubenkirsche. Die Zutaten stammen jeweils aus Wäldern der Bundesforste, die Kreation von Axel Kiesbye wird in der Trumer Brauerei eingebraut.

Autor:

Iris Zirknitzer aus Hermagor

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