Das Rauchverbot ist neu entflammt

Bald passé? Im Lokal einen "Tschick" rauchen. Landesregierung ist für generelles Rauchverbot in der Gastronomie
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  • hochgeladen von Iris Zirknitzer

GAILTAL. Noch dieses Jahr könnte das Rauchen in den Gastlokalen Geschichte sein.
Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) und LH-Stellvertreterin Beate Prettner (SPÖ) verabschiedeten vor wenigen Tagen eine Resolution. Diese sieht ein generelles Rauchverbot in sämtlichen Gaststäten vor (Siehe Infobox rechts).
Wir haben uns bei den Gailtaler Wirten umgehört, was sie zu dem geplanten Rauchverbot sagen.

Zeit ist reif
Diesen Plänen, die in erster Linie den Schutz der Gesundheit als Hintergrund haben, kann Franz Guggenberger vom Erlenhof in Mauthen nur Positives abgewinnen. „Ein absolutes Rauchverbot ist in Ordnung. Was in anderen Ländern schon längst gang und gäbe ist, wäre auch für Österreich an der Zeit.“ Damit geht auch Johannes Lenzhofer, vom Gasthof Lenzhofer – Gailtal Catering in Dellach im Gailtal konform. „Aus meiner Sicht stellt ein Rauchverbot kein Problem für mich als Gastronom dar. Wenn eine Lösung kommt, dann sollte diese allerdings einheitlich sein.“
Manfred Stefaner, Inhaber vom Café-Bar Manis in Kirchbach, sieht die Sache etwas differenzierter. Laut Stefaner wäre die Dringlichkeit eines Rauchverbots für Restaurants eher gegeben als für Bars oder Cafés: „Ein absolutes Rauchverbot ist sicher besser. Jedoch sehe ich dieses eher für ein Restaurant sinnvoll, wo gespeist wird, und nicht für eine Bar oder ein Café.“ Laura Rachoi, Wirtin vom Gasthaus Rachoi – Restaurant und Catering, vlg. Plamenig in Wertschach, kann sich für ein generelles Rauchverbot nicht begeistern: "Ich bin absolut dagegen. Man sollte die Raucher nicht diskriminieren. Für die Gastronomen befürchte ich, dass viele Gäste dadurch wegbleiben und wir Umsatzeinbußen haben."
Ähnlich sieht das auch Hertie Ebner, vom Pub/Café „Hut ab“ in Hermagor. Rund 80 Prozent seiner Stammkunden sind Raucher. "Ich sehe für die Wirte eher einen Nachteil. Wenn die Gäste nicht mehr im Lokal rauchen dürfen, wird das Ausgehen auch nicht mehr so genussvoll und sie bleiben weg. Außerdem: stehen Rauchergrüppchen vor der Tür, ist wiederum der Lärm für die Nachbarn ein größerer.“ Die Sorge, dass mit dem Rauchverbot ein Rückgang der Gäste einhergeht, kann der Erlenhof-Chef Guggenberger nicht teilen. „Ich denke, dass man durch ein Rauchverbot sogar neue Gäste gewinnen könnte, die verrauchte Lokale bisher gemieden haben, z.B. Familien mit Kindern.“

Investition umsonst

Durch ein generelles Nichtraucherverbot würden auch die Mitarbeiter in der Gastronomie profitieren. Guggenberger sowie Stefaner begrüßen den positiven Effekt, weil man dadurch auf die Gesundheit des Personals Rücksicht nimmt. Dieses wäre vorm Passivrauchen geschützt.“ Rachoi zu dem Thema: „Passivrauchen ist sehr unangenehm für die Mitarbeiter, aber das ist leider das Los und der Nachteil in dieser Branche."
Was allen Wirten sauer aufstößt: viele haben mit dem vor wenigen Jahren beschlossenen Tabakgesetz in teure räumliche Trennung für Raucher und Nichtraucher investiert. „Wäre das Nichtrauchergesetz schon damals gekommen, hätte man sich das alles ersparen können – so sind wir Wirte wieder mal ein Spielball der Politik“, meint etwa Stefaner.

ZUR SACHE
Die Kärntner Landesregierung will noch vor dem Sommer ein Gesetz zum absoluten Rauchverbot in Lokalen im Parlament beschließen lassen.

Derzeit ist es noch so, dass in Lokalen mit weniger als 50 Quadratmetern Fläche den Betreibern die freie Entscheidung überlassen wird, ob sie ein Raucher- oder ein Nichtraucherlokal führen wollen.

Doch das wird mit dem geplanten Beschluss der Vergangenheit angehören. Sollte das Gesetz beschlossen werden, müssen in Zukunft auch diese kleinen Lokale grundsätzlich rauchfrei werden.

Das gilt ebenso für Restaurants, die derzeit sowohl über eine Nichtraucherzone als auch eine Raucherzone verfügen.

Der geforderte Beschluss: Die Raucherzone wird mit Inkrafttreten des neuen Gesetzes nicht mehr erlaubt sein.

Auch das Rauchen in Autos, in denen Kinder mitfahren, soll verboten werden.

Jährlich sterben in Österreich bis zu 15.000 Menschen an den Folgen des Tabakkonsums. An den Folgen des Passivrauchens sterben täglich drei bis vier Österreicher.

90 Prozent aller Raucher beginnen vor dem 18. Lebensjahr mit dem Tabakkonsum. In Österreich rauchen bereits mehr als 30 Prozent aller Jugendlichen.

Mit dem generellen Rauchverbot
in Lokalen soll sich auch die Zahl der Raucher, insbesondere jene jugendlicher Raucher, stark vermindern.

Laut Landeshauptmann Peter Kaiser zeigen Beispiele aus anderen europäischen Staaten, dass durch das Rauchverbot in Lokalen die Anzahl der Raucher abnimmt.

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