Im Gailtal steigt die Nachfrage nach Waffen

Die Bezirkshauptmannschaft Hermagor verzeichnet im Jahr 2015 bisher um 20 Prozent mehr Nachfragen nach Waffenbesitzkarten
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GAILTAL. In etlichen Medien war kürzlich zu lesen: In Österreich ist eine erhöhte Nachfrage nach Waffen zu verzeichnen. Wie ist es damit im Bezirk Hermagor bestellt? Wir sind der Sache nachgegangen.

20 Prozent mehr Anträge

Vorab: Für den Vollzug des Waffengesetzes ist generell die Bezirksverwaltungsbehörde zuständig, wobei der Hauptwohnsitz des Antragstellers entscheidend ist. "Die Entscheidung über die Ausstellung erfolgt in einem Verwaltungsverfahren", informiert Bezirkshauptmann Heinz Pansi.
Er bestätigt den Trend: "Die Anträge auf eine Waffenbesitzkarte sind 2015 im Vergleichszeitraum zu 2014 um ca. 20 Prozent angestiegen". In absoluten Zahlen bedeutet das 22 Anträge auf Waffenbesitzkarten im Jahr 2014, und 31 bis dato im heurigen Jahr. "Weitere sind zu erwarten", weiß der Chef der Bezirksbehörde.
Dennoch: Das Gailtal liegt im Vergleich mit anderen Bezirken damit im Mittelfeld, wenn nicht sogar im unteren Segment.

Faustfeuerwaffen gefragt

Nachgefragt werden in erster Linie Waffen der Kategorie B (Faustfeuerwaffen), welche dann auch – nach Erfüllung der Voraussetzungen – zur Nutzung am Schießstand sowie zur Heimverteidigung besessen werden dürfen, gibt man von Seiten der Behörde Auskunft.
Wer sich den Aufwand mit einer Waffenbesitzkarte ersparen will, greift zu Kategorie-C- und D-Waffen – also Büchsen und Flinten.

Psychologisches Gutachten

Im Verfahren für die Ausstellung einer Waffenbesitzkarte muss ein psychologisches Gutachten – sofern man z.B. nicht Inhaber einer Jagdkarte bzw. Dienstwaffenträger ist – darüber beigebracht werden, dass man nicht dazu neigt, insbesondere unter psychischer Belastung mit Waffen unvorsichtig umzugehen oder diese leichtfertig zu verwenden. Ebenso muss eine Schulung für den sachgemäßen Umgang mit Schusswaffen abgelegt werden.

Sichere Verwahrung

Auch die Verwahrung der Waffen ist gesetzlich geregelt. Bezirkshäuptling Heinz Pansi: "Waffen dürfen nicht leichtfertig oder gar missbräuchlich verwendet werden. Sie müssen so verwahrt werden, dass ein Zugriff von unberechtigten Personen nicht möglich ist."
Waffen und Munition müssen grundsätzlich in einem einbruchshemmenden Behältnis – z.B. in einem Safe oder in einem Waffenschrank – verwahrt werden.

Weltgeschehen spielt mit

In einigen Tageszeitungen wurde vor kurzem ein Zusammenhang der Tendenz zur Bewaffnung und der allgegenwärtigen Flüchtlingsproblematik hergestellt. Pansi dazu: "Den Schluss, warum unter Umständen das individuelle Sicherheitsgefühl offenbar beeinträchtigt ist, muss wohl jeder für sich ziehen. Es ist wohl offenkundig, dass die Weltgeschichte auch auf unseren Bezirk Einfluss hat."


Waffen: Nachfrage ist auch im Handel spürbar

Werner Bartolot ist Büchsenmacher. In seiner Manufaktur in Hermagor fertigt er Waffen (der Schwerpunkt liegt auf jenen für den Jagdbedarf) und bietet Produkte aus diversen Kategorien zum Verkauf an. Bartolot ortet eine "leicht" erhöhte Nachfrage nach Waffen im Vergleich zum Vorjahr. "Die Nachfrage ist bei uns nicht so steigend wie in anderen Gegenden Österreichs. Im Gailtal hinken wir diesem 'Trend' hinterher."
Zu den konkreten Zahlen hielt sich Bartolot eher bedeckt. Gefragt sind laut dem Büchsenmacher vorwiegend Schusswaffen, die preislich günstig sind. Pfeffersprays gehen am häufigsten über den Ladentisch. Gekauft werden gerne Waffen, die ohne Waffenbesitzkarte geführt werden dürfen – also jene der Kategorie-C- und D-Waffen. Bartolot bestätigt, dass Kunden Waffen mehr und mehr für die Verteidigung der eigenen Person ins Auge fassen. "Gut möglich, dass die allgemeine politische Situation einen Einfluss auf das Kaufverhalten der Menschen hat", sagt er. Schrotflinten sind übrigens laut Bartolot in ganz Europa derzeit ausverkauft.

Zur Sache

Die vier Kategorien von Waffen: A: Verbotene Waffen und Kriegsmaterial (vollautomatische Waffen, Pumpguns, Schalldämpfer, Schlagringe) B: Genehmigungspflichtige Schusswaffen (Faustfeuerwaffen, Pistolen, halbautomatische Schusswaffen, Repetierflinten) C: Meldepflichtige Schusswaffen (Repetierbüchsen, Bockbüchsflinten, Drillinge) D: Sonstige Schusswaffen (Einlaufflinten, Doppelflinten, Bockdoppelflinten). Kategorie-A-Waffen darf man nur mit Sondergenehmigung führen, für Kategorie-B-Waffen braucht man eine Waffenbesitzkarte und einen Waffenpass. Der Erwerb von Kategorie-C- und D-Waffen ist ab 18 Jahren frei, Waffenpass/Jagdkarte sind dazu nötig.

Autor:

Iris Zirknitzer aus Hermagor

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