St. Stefan/Gail: Bürgermeister Hans Ferlitsch tritt ab

Ferlitsch geht. Wer wird sein Nachfolger?
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UPDATE:

Mit seiner Amtszeit von 1973 bis 1985 als Vizebürgermeister sowie von 1985 bis 2017 als Bürgermeister von St. Stefan ist der 71-jährige Hans Ferlitsch der derzeit Dienstälteste Bürgermeister Kärntens. Nunmehr möchte der Bürgermeister seiner Familie die Zeit widmen, die während seiner Dienstzeit immer wieder auf Ihren Partner, Vater und Großvater verzichten musste.
In der Gemeinderatssitzung von gestern, 28. Juni, gab Bürgermeister Ferlitsch nunmehr den Rückzug aus seinen politischen Ämtern per 30. Juni 2017 bekannt. „Ich habe meinen Beitrag geleistet und immer 100 Prozent für die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger dieser wunderschönen Gemeinde gegeben!“ so Ferlitsch in seiner Ansprache in der er überblicksmäßig auf die unzähligen erreichten Ziele während seiner Amtszeit einging.

Die Gemeinderatssitzung bot auch die Gelegenheit, dass die jeweiligen Fraktionsführer der SPÖ, ÖVP sowie FPÖ dem Bürgermeister für seine Leistungen und den steten Willen über Parteigrenzen hinweg Lösungen zu erarbeiten, Ihren Dank und Ihre Anerkennung aussprachen.

Videogrußbotschaften

Eine besondere Überraschung stellten zwei Videogrußbotschaften von Landeshauptmann Peter Kaiser sowie Bundeskanzler Christian Kern dar, die dem Bürgermeister ebenfalls für seine unermüdlichen Bemühungen um die Menschen dankten und ihm für seinen Ruhesstand alles erdenklich Gute wünschten.
Wer in der Gemeinde St. Stefan in die großen Fußstapfen des Bürgermeisters treten wird, muss durch die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde in einer Bürgermeisterwahl im Herbst – der genaue Termin wird durch die Landesregierung ausgeschrieben – festgestellt werden.

Gallautz und Rupnig führen Amtsgeschäfte bis zur Wahl

Bis zur Wahl wird die Gemeinde durch Vizebürgermeisterin Margit Gallautz sowie Vizebürgermeister René Rupnig geführt.
Der Nachwahl des Bürgermeisters können sich alle aktiven Gemeinderatsmitglieder der Gemeinde St. Stefan stellen. In einer außerordentlichen Jahreshauptversammlung der Gemeindeorganisation der SPÖ wurde Vizebürgermeister René Rupnig einstimmig zum Spitzenkandidat der SPÖ-Fraktion gewählt.
Auch Landeshauptmann Peter Kaiser sprach sich für Rupnig aus, und sagte Ihm seine volle Unterstützung zu. Wer sich aus den anderen Fraktionen der Wahl stellen wird, steht zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht fest.

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ST. STEFAN AN DER GAIL. Heute Abend gibt Kärntens dienstältester Bürgermeister, Hans Ferlitsch (SPÖ) bei der Gemeinderatssitzung in St. Stefan/Gail seinen Rücktritt bekannt. Dies bestätigte Ferlitsch im Gespräch mit der WOCHE. Über die Gründe dafür hüllte sich der Langzeitbürgermeister im Telefonat mit der WOCHE jedoch in Schweigen. Dies wolle er erst heute abend öffentlich bekanntgeben, teilte er mit.

Neuwahlen im Herbst

Im Herbst sollen dann Neuwahlen über die Bühne gehen. Wer in Zukunft die Geschicke in der Gemeinde leiten wird, bleibt vorerst abzuwarten. Wer bis zur Neuwahl seine Amtsgeschäfte übernimmt, dazu wollte sich der scheidende Gemeindechef zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht äußern. Auch in punkto Nachfolge über mögliche Kandidaten aus der SPÖ-Riege hält sich Ferlitsch vor der Gemeinderatssitzung, die heute um 19 Uhr über die Bühne geht, noch bedeckt.

Werdegang

Ferlitsch, Jahrgang 1946, war von 1973 bis 1993 Obmann der SPÖ-Organisation von St. Stefan/Gail. Von 1993 bis 2007 übte er das Amt des Bezirksparteivorsitzenden der Hermagorer SPÖ aus. 1973 wurde er Vizebürgermeister der Gemeinde St. Stefan/Gail und sollte es für 12 Jahre bleiben.
1985 konnte Ferlitsch die Wahl für sich entscheiden und wurde Bürgermeister. Dieses Amt hatte er bis heute inne. Der Gailtaler aus Bach zählt mit 32 Jahren im Amt als Gemeindechef zur Riege der Langzeitbürgermeister. Nun will der 71-jährige seine Karriere als Bürgermeister vorzeitig beenden.

Von 1994 bis 2009 war Ferlitsch zudem Abgeordneter zum Kärntner Landtag. Zwischen 1993 und 1994 war er Mitglied des Bundesrates. Der Politiker, Ehemann und Vater von zwei Kindern wurde 1999 zum 2. Präsidenten des Landtags gewählt. 1996 ist Ferlitsch zum Präsidenten des Kärntner Gemeindebundes angelobt und im darauffolgenden Jahr zum Vizepräsidenten des Österreichischen Gemeindebundes.
Überdies war der Oberkärntner von 2005 bis 2008 Obmann des Roten Kreuzes im Bezirk Hermagor.

Leistungen

Zu den besonderswerten Leistungen von Ferlitsch gehören neben der Unterstützung des Gemeindebundes als überparteiliche Interessensvertretung auch zahlreiche Reformen, die insbesondere den ländlichen Raum Kärntens stärken sollten.

Ferlitsch erreichte außerdem für die Städte und Gemeinden eine Wahlreform, eine Besoldungs- und Pensionsreform, die Reduzierung der Kostenbeiträge der Gemeinden zur Sozialhilfe von 60 auf 50 Prozent sowie infrastrukturelle Umgestaltungen und Änderungen bei der Kinderbetreuung.
Als einer der letzten großen Meilensteine in seiner Ära kann Ferlitsch auf die Errichtung des Bildungszentrums zurückblicken. Am 25. Oktober 2013 wurde das Bildungszentrum der Gemeinde St. Stefan im Gailtal, das unter einem Dach die Volksschule, die Musikschule sowie den Kindergarten und die Nachmittagsbetreuung vereint, offiziell eröffnet.

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