Verein Gailtalbahn steht unter Zeitdruck

Der Obmann vom Verein Gailtalbahn, Andreas Mühlsteiger hofft auf Hilfe vom Land
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  • Foto: KK/Verein Gailtalbahn
  • hochgeladen von Iris Zirknitzer

KÖTSCHACH-MAUTEN (iz). 101 Jahre schlängelte sich die Gailtalbahn mehrmals täglich durch das Obere Gailtal. Am Abend des 10. Dezember 2016 hat sie ihre letzte Fahrt von Hermagor nach Kötschach-Mauthen angetreten.
Der Verein Gailtalbahn, gegründet von Andreas Mühlsteiger (Obmann) und David Kehrer, ist erst ein Jahr alt, engagiert sich aber mit allen Kräften um die Strecke wieder aufleben zu lassen. Etliches hat der Verein schon erreicht: man will die Gailtalbahn als Anschlussbahn (also als nicht öffentliche Eisenbahn) betreiben.

Große Hürde

Jetzt muss der Verein die nächste Hürde nehmen: Der Antrag für die Anschlussbahn muss bis spätestens 9. Dezember 2017 bei der Bezirkshauptmannschaft Hermagor eingereicht werden, damit die Behörde das Bewilligungsverfahren aufnehmen kann. Voraussetzung für den Betrieb einer Anschlussbahn ist die Gründung einer Betreibergesellschaft. Das Geld für diese, rund 35.000 Euro, "wurde vom Verein von Privatpersonen und Unternehmern zusammengetragen und man befindet sich gerade in der Gründung der Betreibergesellschaft“, sagt Obmann Mühlsteiger.
Für die Bewilligung müssen jedoch noch ein paar Instandsetzungsmaßnahmen gemacht werden, die im Zuge des Bewilligungsverfahrens nachgereicht werden können. Es handelt sich dabei um zwei desolate Stellen an den Gleisen, die saniert werden müssen. Die Kosten dafür muss der Verein tragen.
„Sobald der positive Bescheid für die Anschlussbahn erteilt wird, möchten wir je nach unseren finanziellen Mitteln mit dem Aufbau eines Fahrraddraisinenbetriebs und die Organisation von Sonderfahrten beginnen“, so Mühlsteiger.

Gespräche zuwarten

Noch hängt der Verein aber in der Luft. Denn damit es zu einer fristgerechten Antragsstellung kommt, muss vom Land auch das OK zur Garantie einer Nutzung der Strecke kommen. Aus dem Büro von Landesrat Rolf Holub lässt man ausrichten, dass diesbezüglich noch Gespräche stattfinden werden.
Laut Bezirkshauptmann Heinz Pansi wisse man um das Interesse einer Antragsstellung und man stehe bereit, wenn dieser eintreffen sollte.
Wir der Antrag nicht zeitgerecht eingereicht, muss neu verhandelt und die Strecke neu überprüft werden. Damit käme auf den Verein ein erheblicher finanzieller und bürokratischer Aufwand zu.

Draisinenverkehr möglich

Der Verein kann aber einen Draisinenverkehr betreiben, dieser ist auch ohne Genehmigung der Bezirkshauptmannschaft möglich.
Vor allem benötigt der Verein in erster Linie die finanzielle Unterstützung vom Land. Aber für eine geeignete Anschubfinanzierung von rund 300.000 Euro braucht es Mittel von mehreren Referaten des Landes. Alleine die jährlichen Instandhaltungskosten für die Strecke würden sich auf rund 225.000 Euro belaufen.

Kooperationen nötig

Mit dem Antrag und einem positiven Bewilligungsverfahren alleine ist es noch nicht getan. Damit die Strecke funktioniert und touristisch genützt werden kann, müssen das Land Kärnten, die Gemeinden, Tourismusverbände und Unternehmen mit dem Verein an einem Strang ziehen, damit Strategien zur Nachnutzung der Strecke umgesetzt werden können. Neben dem Land Kärnten und den Gemeinden hat der Verein auch schon mit der NLW Tourimus Marketing und einigen Unternehmen in der Region Gespräche geführt. Darüber hinaus braucht man auch Kooperationen mit den Tourismusverbänden und Unternehmen, um das touristische Angebot bekannt zu machen.
Insgesamt sind es also viele kleine Rädchen, die ineinandergreifen müssen, damit eine Nachnutzung der Strecke zum Laufen gebracht werden kann.

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