Franz Wastian weiß wie's früher war

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Gitschtal. (nic) Franz Wastian ist ein Tausendsassa: Gestern die spontane Gesangsstunde mit Karel Gott, heute ein kleines Jausenkonzert für Hotelgäste und morgen wieder einmal eine geschichtsträchtige Führung durch das Gitschtal für eine Touristengruppe. Der 86-Jährige ist ein Paradebeispiel für den "Unruhestand". Der Seniorchef des gleichnamigen Reiseunternehmens aus Weißbriach ist viel beschäftigt und engagiert sich sowohl in Sachen Musik, als auch in Sachen Geschichte.
Und die geht bis in die Zeit vor Christus zurück. Im Laufe seines Lebens haben der Umgang mit Menschen und das Erforschen geschichtlicher Fakten den Gitschtaler immer weiter fasziniert. "Das Wissen stammt aus Erzählungen, Erlebnissen, aber auch aus Büchern," erzählt Wastian bereitwillig.
Besonders am Herzen liegt ihm das Wissen rund um das "Kappele". Archeologische Forschungen der Uni Wien begleitete Franz Wastian hautnah. Der ORF drehte sogar einen Fernsehbeitrag mit ihm über das Gebiet, in dem auch die Römer während ihrer Besetzung des Norischen Reichs im Jahr 15 v. Chr. deutliche Spuren hinterließen. Ein wichtiger Handelsweg führte damals über die Karnischen Alpen, das Gitsch- und Gailtal, über dem Kreuzberg bis ins Drautal.
Verbindungen gab es zwischen einer Christensiedlung am Kappele und einer weiteren in der Nähe von Tröpolach. "Die haben sich wohl gegen Raubritter verbündet," weiß der Hobby-Historiker und fügt hinzu: "Es gibt Überreste einer Zisterne, mit der dank Wasserversorgung das Überleben bei Belagerungen gesichert war."
Die Arbeit im und mit dem Busreiseunternehmen machte Wastian zum begehrten Reiseführer mit viel Detailwissen über Geographisches, Botanisches und das Brauchtum. in Bad Bleiberg führte er die Gäste nicht nur auf die Spuren des Bergbaus, sondern rn konnte auch mit Kenntnissen über Jahrtausende alte Versteinerungen punkten.
Seine Erinnerungen sind auch amüsant: "Wir haben am Anfang kleine Gruppen mit einem 30 PS starken VW-Bus befördert. Damals war die Straße aufs Nassfeld eine Schotterpiste und am steilsten Stück mussten vier Leute aussteigen. Die holte ich bei der zweiten Fahrt, denn der Bus hätte das sonst nicht geschafft."
Die Musik gehört zu Franz Wastian ebenso wie seine Gitarre und die vier Hüte, die er abwechselnd zu seinen Liederabenden trägt. Auch Jodelseminare hat das Gitschtaler Original früher angeboten.
Immer noch begleitet er Reisegruppen zu Gourmet-Picknicks in die Nassefeld-Region, kooperiert mit Hotels und macht Musik. Bei einer dieser Gelegenheiten war auch Karel Gott dabei und ließ sich zu einem spontanen Konzert überreden.
Wastian hat weiterhin viele Pläne, auch wenn er bedauernd erleben muss, dass viele Zeitzeugen in seinem Alter nicht mehr so können oder einfach nicht mehr da sind. er macht weiter und oft wird er auch in Zukunft gefragt werden, wenn andere sich nicht (mehr) erinnern können.

Autor:

Nicole Schauerte aus Villach Land

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