Gastronomie sucht Lehrlinge

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GAILTAL (schön). Wer als Gast im Restaurant sein Essen genießt oder die vermeintlich schönste Zeit des Jahres im Hotel nächtigt, weiß nur wenig, wie es hinter den Kulissen aussieht. Nämlich, dass die Gastronomie unter Personalmangel leidet. Besonders beim Nachwuchs hapert's.

Schlechte Bezahlung

Doch worin liegen laut Gailtals Wirte die Probleme durch den Mangel an Gastronomielehrlingen bzw. an Personal in der Branche? "Angesichts der vielen freien Ausbildungsplätze wundert es nicht, dass sich viele Jugendliche auch mit weniger guten Zeugnissen in Berufsbereichen umsehen, die früher den guten Schülern vorbehalten waren", meint Michael Tarmann vom gleichnamigen Cafe Restaurant in Nötsch. "Kellner, Koch und Servicekräfte im Hotel verdienen schlecht und werden meist auch noch von übel gelaunten Ausbildern schlecht behandelt", so Tarmann weiter.

Arbeiten am Wochenende

Günter Rachoi vom Restaurant Catering Rachoi in Wertschach sieht die Ursache des Personalmangels wo anders: "Das Problem ist, dass die Jugendlichen nicht am Wochenende arbeiten wollen. Sie müssen sich auch einen neuen Freundeskreis suchen." Dem stimmt jedoch auch Tarmann zu. "In allen anderen Dienstleistungsberufen haben Jugendliche am Wochenende frei. Der Freundeskreis ändert sich sofort, wenn jemand am Abend und Wochenende meistens arbeiten muss."

Vorgefertigtes Bild

Rachoi kritisiert zudem das vorgefertigte Bild des Berufes. "Es ist zu wenig bekannt, wie schön und kreativ die Berufe in der Gastronomie sind. Wir haben es meistens mit gut gelaunten Gästen zu tun, die sich über ein gutes Essen und gutes Service freuen."

Dem Problem entgegenwirken

Um dem Personalmangel entgegenzuwirken, hat Michael Tarrmann folgende Idee. "Jugendliche müssten schon im Vorfeld mehr auf die Aktivität des schönen Berufes aufmerksam gemacht werden." Der Meinung ist auch Rachoi: "Es gehört in den Schulen mehr Werbung für unseren schönen kreativen Beruf gemacht und nicht immer nur gesagt, dass auch an Wochenenden und zu den Urlaubszeiten gearbeitet werden muss. Es gibt genügend Berufe, in denen auch Schichtarbeit geleistet und daher auch am Wochenende gearbeitet wird.

Zur Sache:

Aufgrund des Personalmangels in der Gastronomie, hat die Wirtschaftskammer (WK) gemeinsam mit dem WIFI und dem AMS heuer bereits zum vierten Mal das Projekt „Glücksstart“ initiiert.
„Jugendliche, aber auch Eltern haben ein falsches Bild von der Arbeit im Tourismus“, meint Helmut Hinterleitner, WK-Obmann der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft.

Die Initiative „Glücksstart“ räumt mit dem schwierigen Image auf und gibt gleichzeitig Jugendlichen eine Chance in der Tourismusbranche Fuß zu fassen
„Der Tourismus schafft rund 28.000 Beschäftigungsverhältnisse in Kärnten und ist eine Branche mit Zukunft." Wolfgang Dörfler, Geschäftsführer der WK-Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in Kärnten, berichtet, zurzeit bilden 269 Tourismusbetriebe in Kärnten 735 Lehrlinge aus.

Gemeinsam mit dem Arbeitsmarktservice Kärnten schaffen die Wirtschaftskammer und das Wifi eine Win-win-Situation für junge Menschen und Betriebe. Die Jugendlichen werden im WIFI optimal auf ihre anschließende Lehre im Tourismus vorbereitet und gleichzeitig werden die Betriebe bei der Suche nach Lehrlingen unterstützt. Die Teilnahme ist für die Auszubildenden und Unternehmen kostenlos, die Finanzierung übernimmt das AMS Kärnten.

Autor:

Natalie Schönegger aus Spittal

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