Martin tanzt mit dem Adler

Frei wie ein Vogel. Martin: "Hier oben bist du ganz auf dich allein gestellt"
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  • Frei wie ein Vogel. Martin: "Hier oben bist du ganz auf dich allein gestellt"
  • Foto: Carinthian Paragliders
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BAD BLEIBERG. Die WOCHE startet mit der Serie "Manager und ihre Hobbys". Den Anfang macht der Junior-Boss vom GH Oberrauner in Bad Bleiberg.

Martin Oberrauner gleitet in 2500 Meter Höhe dahin. Seine Blicke wandern nach unten. 500 Meter unter seinen Beinen liegt ihm der Gipfel vom Spitzegel buchstäblich zu Füßen. Wanderer, die soeben dort oben angekommen sind, winken dem jungen Mann zu.

Club gegründet
2010 hat Martin Oberrauner das Flugfieber gepackt. Seitdem ist er der Leidenschaft Paragleiten verfallen. "Mich hat der Sport schon immer gereizt. Eines Tages im Frühsommer 2010 entschied ich mich, mit meinen Kumpels Alex und Robert einen Paragleiter-Schnupperkurs zu machen.“ Nach dem eintägigen Schnupperkurs in der Kärntner Flugschule in Annenheim am Kös-tenberg war für ihn klar: „Ich will mehr“. Nach dem anschließenden Grundlehrgang mit Theorie und Praxis – den fünf Höhenflügen - sowie den 40 Höhenflügen unter Kontrolle zweier Fluglehrer – ging es richtig los. Seine Passion wollte Martin fortan mit anderen teilen. Er gründete den Club „Carinthian Paragliders“.

Lebenswichtiger Check
Wann immer es die Wetterbedingungen und die Zeit zulassen, geht Oberrauner in die Luft. Mit 13 bis 15 Kilogramm Gewicht am Körper (so viel wiegt die gesamte Ausrüstung) startet er seine Routen. Niemals ohne die Sicherheitsüberprüfung – den Fünf-Punkte-Check – zu machen. Vor jedem Flug lege ich den Schirm auf, sortiere und überprüfe die Leinen.
Bei dieser Sportart ist Sicherheit das oberste Gebot, weiß Oberrauner: „Der Paragleiter-Schirm kriegt wie das Auto ein Pickerl. Alle zwei Jahre wird er in einer Fachwerkstatt überprüft.“ In eine wirklich brenzlige Situation ist der 30-jährige zum Glück noch nie geraten. "Harte Landungen habe ich aber schon ein paar hinter mir", grinst er spitzbübisch.

Gefahr fliegt stets mit
Vor Gefahren gefeit ist man nie. „Es kann passieren, dass der Schirm plötzlich etwas unruhig ist und in Turbulenzen gerät. In solchen Situationen muss ich kühlen Kopf bewahren und schnell richtig handeln. Doch im Grunde bist du oben auf dich alleine gestellt.“
Die Beobachtung des Wetters - besonders den Wind - zählt zu den Grundvorbereitungen, bevor Martin einen Flug ins Auge fasst. Bei Föhn, einem schnellen Höhenwind, gilt Flugverbot. "Gefährlich sind die Lee-Stellen hinter dem Berg, da kommt es zur Bildung von starken Abwinden. Aber Angst vorm Fliegen habe ich nie“, gesteht er. „Für diesen Sport soll man ständig im Training bleiben und auch des Öfteren bei extremeren Bedingungen – wie einer starken Thermik – fliegen gehen“, erklärt der sympathische Gastronom. 150 bis 200 Flüge macht er im Jahr. Oft sind es zwei an einem Tag. Zwei bis vier Stunden ist man beim Paragleiten im Schnitt durchaus in der Luft unterwegs. Besonders gerne zieht es den Bleiberger auch nach Südtirol, ins Gebiet der Lienzer oder Sextener Dolomiten oder ins Pustertal in Osttirol. „Die Kulisse hier ist einfach der Wahnsinn“, schwärmt er.

Mit Geier und Adler fliegen
Oberrauner: "Es ist unbeschreiblich, du bist dort oben, einsam, in aller Stille, nur du und das Gerät. Du hörst den Wind um deine Ohren sausen, vor dir und unter dir liegt ausgebreitet die Schönheit der Natur. Das ist einfach „genial“. Und was zählt zu den ganz großen Höhepunkten? "Wenn ich am Himmel dahinschwebe und plötzlich Geier, Bussarde oder andere große Vögel neben mir hersegeln, mich begleiten. Der Wahnsinn war, als ich am Dobratsch mit meinem Neffen Tandem-Paragleiten war. Plötzlich tauchte neben uns ein majestätischer Steinadler auf. Er segelte neben uns, umkreiste uns: ein Tanz von Tier und Mensch am Firmament. Nie werde ich das vergessen“, Martins Augen leuchten dabei.
Oft trudelt bei Martin schon um sieben Uhr morgens von einem Flugkollegen via SMS eine Botschaft ein. Sieben Buchstaben stehen am Display: „Fliegen?“ „Wenn ich das lese, muss ich gar nicht lange überlegen, schon hat´s mich gepackt und weg bin ich.“
Von Iris Langegger

ZUR PERSON:
Name: Martin Oberrauner

Geb.: 22. 10. 1982

Wohnort: Bad Bleiberg

Familienstand: ledig

Beruf: gelernter Feinmechaniker. Seit Mai 2011 ist er im elterlichen Betrieb beschäftigt und führt gemeinsam mit seinem Vater das Unternehmen.

Oberrauner
war mit federführend für die Gründung des Clubs "Carinthian Paragliders". Dem Club gehören derzeit 14 Mitglieder an.

Der Bad Bleiberger ist zudem 2013 Kärntner Einzelmeister und Mannschaftsmeister 2013 im Sportkegeln geworden.

Autor:

Iris Zirknitzer aus Hermagor

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