03.11.2017, 10:07 Uhr

Gailtaler Kliniken ausgezeichnet

Kinaesthetics-Trainer Albert Kristler, Pflegedirektor Markus Grollitsch (LKH Laas), Pflegedirektorin Doris Kazianka-Diensthuber (Gailtal-Klinik) sowie die beiden Kinaesthetics-Trainer Marion Wastian und Petra Salcher (v.l. (Foto: Kabeg)

Hohe Auszeichnung gab es jetzt für die Gailtal-Klinik und das LKH Laas.

HERMAGOR, LAAS. In der Gailtal-Klinik und im LKH Laas werden mit Hilfe der „Kinaesthetics“ Mitarbeiter, Patienten und Angehörige in ihrer Selbstbestimmung über ihre Gesundheit gestärkt. 2014 wurde den beiden Spitälern als erste Österreichs die Auszeichnung der European Kinaesthetics Association verliehen. Nun erfolgte die Rezertifizierung
Kinaesthetics ist eine Erfahrungswissenschaft, die sich mit der Stärkung der Bewegungskompetenz beschäftigt. Pflegemitarbeiter lernen ihre Bewegung in der Arbeit so einzusetzen, dass ihre Gesundheit nicht gefährdet wird. Den Patienten lernen sie, ihre eigenen Fähigkeiten zu entdecken und so ihre Selbstständigkeit weitgehend zu erhalten bzw. wieder zu erlangen. Ältere Menschen weisen oft eine Verarmung der Bewegungsmuster auf, die nicht altersbedingt, sondern auf (Ver-)Lernprozessen beruhen. Menschen schränken, z.B. im Alter ihre Tätigkeit ein, weil sie Angst davor haben zu stürzen. Durch den entspannten Umgang zwischen Pflegenden und Patienten verlieren sie diese Angst.

Kinaesthetics – was ist das?

Eine Pflegekraft „rollt“ ihre Patientin in eine neue Position. Mit wenigen Handgriffen gelingt es ihr, die Patientin im Bett nach oben zu positionieren. Fast wie durch Zauberhand. „Früher brauchte es dazu manchmal zwei Pflegekräfte und oft noch ein Hebetuch als Hilfsmittel. Das kostete Kraft, bescherte dem Pflegepersonal nicht selten Rückenbeschwerden und war auch für den Patienten wenig angenehm“, erklären die Pflegedirektoren der Gailtal-Klinik, Doris Kazianka-Diensthuber, und dem LKH Laas, Markus Grollitsch.

Jahrelange Praxis im Alltag

„Es hat viel mit Selbsterfahrung zu tun“, betont die Pflegekraft. Erst wenn man es an sich selbst spürt, wird man für die Bewegung sensibilisiert und achtet so auch beim Patienten darauf. Im LKH Laas und der Gailtal-Klinik wird seit 2006 nach dem Konzept der Kinaesthetics gearbeitet und die Basis des neuen Verständnisses geschaffen. 2014 wurde den beiden KABEG-Häusern eine Auszeichnung der European Kinaesthetics Association verliehen – als erste Spitäler in Österreich. Nun erfolgte die Rezertifizierung.

Angst bei Patienten individuell abbauen

Der Patient entscheidet, wo er Unterstützung benötigt und so wird diese immer auf die Situation angepasst und der Patient nicht überfordert. Pflegekräfte werden durch Kinaesthetics sensibler für diese Abläufe und lernen auch ihre eigenen Bewegungsmuster dabei zu beachten. So gelingt es, dass trotz Reduktion von Hilfsmitteln wie Hebelifter, weniger Rückenbeschwerden entstehen. Die Pflegekräfte arbeiten Großteils allein mit den Patienten, was eine tiefe Achtsamkeit ermöglicht und keine Ablenkungen beinhaltet.
Offizielle Überreichung am 27. Oktober 2017
Im Rahmen einer offiziellen Feier hat am 27.10.2017 das Direktorium der Gailtal-Klinik und dem LKH Laas die hohe Auszeichnung der European Kinaesthetics Association entgegen genommen.
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