28.06.2017, 08:06 Uhr

Bürger schlagen wegen ausgetrocknetem Korpitschbach Alarm

Kein Wasser im "Feistritzbach": Jetzt wird geprüft

Der Fürnitzer Feistritzbach führt seit geraumer Zeit kein Wasser. Anrainer befürchten "Umweltskandal".

ARNOLDSTEIN, FINKENSTEIN. Immer wieder zur Gänze ausgetrocknet präsentiert sich schon seit Längerem der Fürnitzer Feistritzbach (Korpitschbach), der die beiden Gemeinden Arnoldstein und Finkenstein trennt. In letzter Zeit haben sich vermehrt besorgte Bürger an die Gemeinde Finkenstein gewendet. Auch in der Umweltabteilung vom Land Kärnten hat in dieser Sache oft das Telefon geklingelt. Vermutungen aus der Bevölkerung wurden laut, das Kraftwerk, das ehemals die EEH Holding Gesellschaft für Erneuerbare Energie errichtet hat, sei dafür verantwortlich, dass der Bach seit geraumer Zeit zu wenig Wasser führt. Damit sei die Gewässerökologie beeinträchtigt, lautet die Besorgnis.

Ergebnis kurz vor Abschluss

In der Sache ist ein laufendes Verfahren im Gange, das diese Bedenken der Bürger prüfen soll und der Ursache auf den Grund geht. Der Fall liegt bei der Bezirkshauptmannschaft Villach. Die dortige Wasserrechtsbehörde hat zudem festgestellt, dass es in der Vergangenheit immer wieder durch Anrainer zu unerlaubten Wasserentnahmen gekommen ist. Durch diese Wasserentnahmen ist auf die Höhe des Wasserstandes des Korpitschbaches Einfluss geübt worden.
Von der Abteilung 8 für Umwelt, Wasser und Naturschutz heißt es: „Wir sind knapp vor Fertigstellung unserer fachlichen gewässerökologischen Stellungnahme für die Wasserrechtsbehörde", so der Zuständige, Gerald Kerschbaumer. Eine Stellungnahme von Experten der Hydrologie sei noch ausständig. In ein bis zwei Wochen dürfte Klarheit in der Sache vorliegen.


Prüfung steht noch aus

"Im Rahmen eines Probebetriebes im vorigen Jahr wurde die ursprünglich vorgeschriebene Restwassermenge von 50 bis 70 l/s erhöht auf 60 bis 80 l/s (jeweils abhängig von der Jahreszeit). Damals hat die erhöhte Wassermenge ausgereicht, um die Restwasserstrecke durchgängig zu dotieren, sodass das Bachbett nirgends trocken war. Heuer sind die Wetterverhältnisse ganz anders und der Bach fällt bei gleicher Menge immer wieder trocken", so Kerschbaumer.
Jetzt ist die BH Villach (Wasserrechtsbehörde) am Zug, um zu prüfen, ob ein neuerliches Eingreifen auf das Kraftwerk nötig ist – sprich ob das Kraftwerk eine noch größere Menge an Restwasser abgeben muss.
Aufgrund der bisherigen Ergebnisse vonseiten ökologischer Untersuchungen und Monitoring kommt man aktuell zu dem Schluss, dass in erster Linie die Beschaffenheit des Bodens für ein Austrocknen des Baches die Ursache sei.

Bodenbeschaffenheit spielt mit

Barbara Pucker (Abt. 8): "Der Bach ist in der Vergangenheit immer wieder ausgetrocknet. Es handelt sich hier um ein Karstgebiet mit brüchigem, lockeren Gestein. Durch diese Bodenbeschaffenheit kann ein Gerinne an einer Stelle versickern, woanders wieder auftauchen. Wir haben es auch immer öfter mit sehr langen Trockenperioden zu tun. Regenfälle sind immer öfter nur von kurzer Dauer." Das alles hat laut Pucker einen Einfluss auf die Wassermenge im Bachbett. Die Beobachtungen aus der Bevölkerung seien zudem wenig aussagekräftig. Pucker: „Es gibt innerhalb der Bevölkerung widersprüchliche Aussagen über die Wassermenge, die der Bach führt. Auch fehlen dokumentarische Aufzeichnungen aus der Vergangenheit."
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