17.11.2016, 08:55 Uhr

Der Gailtaler "Elvis" schreibt jetzt Buch mit Galgenhumor

Gibt jetzt sein Debüt als Autor: der Unterhaltungskünstler Michael "Buzgi" Buchacher aus St. Daniel (Foto: Privat/Buzgi)

Als Sänger kennt man "Buzgi" Michael Buchacher bereits. Nun ist er unter die Autoren gegangen.

ST. DANIEL. Der Elvis- und Kärntnerlied-Interpret Michael Buchacher, besser bekannt als "Buzgi", hat jetzt sein erstes Buch mit dem Titel "Club der Bartträger" veröffentlicht. Am Sonntag, dem 20. November, stellt er dieses im Gasthof Grünwald in St. Daniel vor. (Siehe Infobox "Zur Sache"). Die WOCHE spricht mit dem Gailtaler über sein Werk.
WOCHE: Was hat dich dazu bewogen, ein Buch zu schreiben?
MICHAEL BUCHACHER: Wenn man mit offenen Augen durch die Welt geht, begegnen einem an jeder Ecke Menschen mit ihren Geschichten und Schicksalen. Jeder hat sein Bündel im Leben zu tragen. Für den Bergbauern bedeutet es einen Weltuntergang, wenn ein Baum aus seinem Wald gestohlen wird. Davon weiß das Schwein, welches Zeit seines Lebens in einem dunklen Stall haust, nichts. Dann gibt es wiederum Menschen, die so in ihrer eigenen Welt gefangen sind, dass sie gar nicht merken, wie ihre Umgebung leidet. All diesen kleinen menschlichen Tragödien wohnt auch ein Funken Humor inne, den ich versucht habe sichtbar zu machen.
Wann hast du das Schreiben für dich entdeckt?
Ich habe schon in der Schule gerne Aufsätze geschrieben. Diese sind manchmal ein wenig außer Rand und Band geraten, wofür ich von meiner Lehrerin auch Tadel einstecken musste. In den vergangenen Jahren habe ich damit begonnen, Lieder zu schreiben, musste aber feststellen, dass sich nicht jede Geschichte zu einem medientauglichen Lied verarbeiten lässt. Daher hab ich begonnen Kurzgeschichten zu schreiben.
Der Kurzgeschichtenband trägt den Titel "Club der Bartträger". Wie bist du auf diesen gekommen und was willst du damit aussagen?
„Club der Bartträger“ ist auch der Name einer der 44 Geschichten. Weil der Titel so gut klingt, habe ich auch das Buch so benannt. Die Story handelt von der letzten Vollversammlung des Clubs der Bartträger, der sich zwangsläufig auflöst, da keines der Mitglieder mehr einen Bart trägt. So wie sich heutzutage auch manche Partei auflösen müsste, weil sie ihre Werte verrät.
Woher hast du die Ideen für deine Kurzgeschichten genommen?
Die Ideen kommen von selbst. Wenn mir etwas ein- bzw. auffällt, mache ich mir eine Notiz und schreibe dann, wenn ich Zeit habe, die Geschichte dazu. Reini Buchacher hat auch noch 32 sensationelle Karikaturen beigesteuert, die das Geschriebene noch bildlich unterstreichen.
In deinem Erstlingswerk dreht es sich vorwiegend um skurrile Geschichten mit einer ordentlichen Portion Humor. Was willst du den Lesern damit mitteilen?
Es sind meistens die Umstände, die uns zu dem machen, was wir sind. Die Skurrilität liegt oftmals im Detail, so wie der Humor in jeder auch noch so grausamen Situation zu finden ist, wenn man als Betrachter von außen darauf blickt.
Bist du jetzt auf den Geschmack des Schreibens gekommen und kann man in Zukunft mit einem weiteren Buch von dir rechnen?
Solange die Welt sich dreht, gibt es immer Dinge, über die man schreiben kann. Nur habe ich zurzeit nicht viel Zeit um mich der Literatur zu widmen, da ich gerade an einem neuen CD-Album arbeite und mein Terminkalender mit Auftritten sehr ausgefüllt ist. Wenn es den Leuten gefällt, wird es von mir wieder was zum Lesen geben, vielleicht in zwei Jahren.

Das Interview führte Iris Zirknitzer

Zur Sache
Club der Bartträger –
Das Buch:
Der Chef des Roten Kreuzes, der eine fragwürdige Speise für seine Geliebte zubereitet. Der Altbauer, der seinen Nachkommen keinen Leichenschmaus vergönnt. Gespräche zwischen Einhörnchen und Eichhörnchen. Der Pensionistenverein, der seinen Sommerausflug plant. Ein ehemaliger Häftling, der als Kartenabreißer arbeitet. Mitglieder des Kameradschaftsbundes, die sich weigern, rosarote Handschuhe zu tragen ... Sie alle und noch viele andere haben ihren Auftritt in diesem skurril-tragischen Kurzgeschichtenband, bei dem auch der Humor nicht zu kurz kommt. Die Karikaturen stammen von Reini Buchacher.
Buchpräsentation: Sonntag, 20. November 2016, um 17 Uhr im Gasthof Grünwald, St. Daniel. Musikalische Umrahmung: Tessa Hierzberger (Akkordeon).

Zur Person
Michael Buchacher unterhielt schon seine Mitschüler als Klassenclown. Mit 17 stand er das erste Mal mit einer Amateurtheatergruppe auf der Bühne. Mit 19 begann er in einem Männerchor zu singen, wo er auch heute noch Mitglied ist. Mit 23 begann er Elvis-Lieder auf der Bühne zu singen.

Im Jahr 2010 feierte er einen großen Erfolg mit der Aufführung der Kabarett-Tragödie: "Ich bin (doch nicht) Elvis".
2011 produzierte er bei Hannes Oberwalder (Tomton) sein erstes Album. Auf der CD befinden sich 16 Kärntner Volkslieder in modernem Stil. Titel: "Buzgi goes Carinthia“

2012 erschien das bei Hannes Oberwalder produzierte Album "Buzgi goes Bethlehem".
Im Juli 2015 erschien die Single "Eis". Am 20. September 2015 wurde das Albums "Buzgi 3" veröffentlicht.
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