31.10.2017, 08:04 Uhr

Der Tod: ernst und heiter

Heutzutage wird der Tod aus unserer Gesellschaft gerne verdrängt. Auch darauf gehen die Vortragenden ein (Foto: pixabay)

Am 4. November findet der Bezirksabend vom Kärntner Bildungswerk statt. Titel: Der Tod.

ST. STEFAN/GAIL (iz). Die Bezirksabende des Kärntner Bildungswerks Bezirk Hermagor stehen immer unter einer bestimmten Devise.
„Dieses Jahr widmen wir uns einem Thema, das in unserer Zeit oft ausgeblendet oder verdrängt wird: der Tod. Er hat in Zeiten der Spaßgesellschaft und des Jugendwahns keinen Platz mehr“, sagt die Bezirksobfrau vom Kärntner Bildungswerk, Annelies Wernitznig,

Namhafte Referenten

Obwohl der Tod bei allen Lebenden ständig präsent ist, nehmen wir ihn zumeist erst wahr, wenn es uns selbst oder uns Nahestehende betrifft, und wir erkennen müssen, dass er für jedermann unabwendbar ist.
Für den Bezirksabend am 4. November unter dem Titel „Der Tod“ hat das Bildungswerk namhafte Referenten gewinnen können, die sich diesem interessanten und zugleich allgemeingültigen Thema, dem man auch eine heitere Seite abgewinnen kann, annehmen.
Mitwirkende sind neben den Vortragenden Dompfarrer Peter Allmaier, Superintendent Manfred Sauer, und Universitätsdozent Peter Wiesflecker, der Lesachtaler StreichXang unter der Leitung von Stefan Lexer und das Ensemble der Theatergruppe Reisach (Leitung Marika Langegger).

Historischer Blickwinkel

Der Gailtaler Historiker Peter Wiesflecker wird im Rahmen des Vortrages aus historischer und volkskundlicher Perspektive Sterben und Tod in unterschiedlichen Welten, dem Fürstenhof und dem Bauernhaus, betrachten. Wobei eine Reihe von Übereinstimmungen festgestellt werden kann. "Entscheidend für den Menschen der vormodernen Zeit war, unabhängig von seinem sozialen Stand, dass er auf den Tod vorbereitet sein sollte. Sterben wurde dadurch auch zu einem quasi öffentlichen Akt, der zudem – ebenso wie die Beisetzung und das Totengedenken – von zahlreichen Riten und Bräuchen begleitet war."
Sterben und Tod hat – zum Teil bis heute – laut Wiesflecker auch mit Repräsentation zu tun. Wie sich dies zu unterschiedlichen Zeiten und in unterschiedlichen Lebenswelten äußerte und warum etwa manche Fürsten an zwei oder drei Orten gleichzeitig beigesetzt wurden, wird ein weiteres Thema dieses kurzen kulturgeschichtlichen Streifzuges durch Geschichte, Volkskunde und Religionswissenschaften sein.
So wird im Vortrag auch so manches Ungewöhnliche zur Sprache kommen, etwa geteilte Beisetzungen (Körper und Herz) bei Herrschern.

Religiöser Blickwinkel

Laut Referent Superintendent Manfred Sauer werden Tod und Sterben in unserer auf Jugend getrimmten Gesellschaft tabuisiert und verdrängt. "Es ist eher die Ausnahme, dass Menschen im Kreis ihrer Familien und Angehörigen sterben und damit die Möglichkeit geben mit diesem so wesentlichen Bereich unseres Leben umgehen zu lernen", sagt Sauer und führt fort: "Doch der Tod bleibt nicht aus, auch wenn wir ihn lieber ausblenden. Wir werden damit konfrontiert. Manchmal schlägt er ein wie ein Blitz, besonders dann, wenn ein uns nahestehender oder vertrauter Menschen mitten aus dem Leben gerissen wird." Der 90. Psalm erinnert uns: Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden. Das Wissen um unsere Endlichkeit, die Konfrontation mit dem Tod möge eine Lebensschule sein, damit wir die Kostbarkeit unseres Lebens erkennen. Damit wir unser Leben nicht sinnlos vergeuden. Damit wir unterscheiden lernen, was wirklich wichtig bzw. unwichtig ist.
Auch Dompfarrer Peter Allmaier gibt einen religiösen Einblick in das Thema. Er sagt: "Der Tod ist auch nicht mehr das, was er einmal war. Er geht mit der Mode und sieht zu allen Zeiten anders aus. Anders der Mensch: Er steht dem Tod immer gleich gegenüber und fragt: Warum und wohin nimmst du mich?" Mensch und Tod sind laut Allmaier "ein ungleiches Paar, wie eine Zwangsehe. Dieses Paar kann wohl kaum eine gemeinsame Zukunft haben."

Zur Sache

Bezirksabend unter dem Motto Der Tod: Samstag, 4. November 2017, 19 Uhr, im Kulturzentrum St. Stefan an der Gail.
Karten sind im Gemeindezentrum St. Stefan/Gail oder bei Annelies Wernitznig unter der Nummer 069911793797 erhältlich.
Eintritt: 12 Euro, Freie Platzwahl
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