12.10.2017, 08:00 Uhr

Ein "Kuhles" Eis vom Bauernhof

"Lissis Kuhles Bauerneis" ist ein natürliches Produkt, ohne chemische Zusätze, darauf legt Elisabeth Neuwirh Wert

Die Familie Neuwirth stellt Bauerneis aus handwerklicher Produktion her.
Von Iris Zirknitzer

GODERSCHACH. Seit 400 Jahren steht auf der Gailtaler Schattseitn in Goderschach, das Haus Maar. Genauso lange wird hier seit vielen Generationen Haus und Hof als landwirtschaftlicher Betrieb geführt. Elisabeth Neuwirth und ihr Mann Günther haben sich vor gut einem Jahr ein zweites Standbein geschaffen. Sie stellen handwerklich hergestelltes Bauerneis her. „Wir haben uns schon länger überlegt, welcher Zusatzverdienst zur traditionellen Landwirtschaft für uns attraktiv wäre. Mit der Idee Eis herzustellen, trugen sich die beiden schon länger.

Zwei Jahre Vorbereitung

Elisabeth und Günther durchforschten das Internet nach brauchbaren Tipps, holten sich bei diversen Anlaufstellen die entsprechenden Informationen über die Gesetzeslage zur Firmengründung, über die bürokratischen Auflagen und den Masterplan zur Umsetzung und Durchführung ihres Vorhabens. Sie redeten mit erfahrenen Kennern auf dem Gebiet der Eisherstellung, und besuchten Workshops bei heimischen Bauerneis Produzenten. Zwei Jahre Vorbereitungszeit war nötig, bis die Idee zur Umsetzung gelangte. Am 25. Mai 2016 war es soweit. Die Eismaschine lief an und die Neuwirths starteten offiziell mit ihrem Produkt „Lissis Kuhles Bauerneis“.
Die wertvollste Zutat für das Eis liefern die „Rohstoffproduzenten“, die Kühe mit ihrer Milch. Rund 50 bis 55 Stück (22 Milchkühe, der Rest sind Stiere und Jungvieh) besitzen Günther und Elisabeth. Für ihr Wohlergehen sorgen die beiden mit unermüdlichem Einsatz. „Dazu gehören auch Steicheleinheiten,“ betont Elisabeth. Gefüttert werden die Tiere mit Heu, Gras-, und Maissilage und Kraftfutter. Am Hof hilt man sich generationsübergreifend. Elisabeths Schwiegermutter Renate hilft bei der Hausarbeit, im Garten und bei den Kindernmit, Schwiegervater Hans ist im Stall und auf dem Feld anzutreffen.

Qualitätskontrolle

Die frische Milch unterliegt strengen Qualitätskontrollen. „Wir liefern auch an die ,Kärntner Milch', daher wird unsere Milch von dort aus automatisch permanent kontrolliert“, sagt Elisabeth.
Für eine Mischung Lissis-Eis mit einer Menge von sieben Liter werden vier bis viereinhalb Liter frische Milch (70 %) und etwas Schlag (20%) benötigt.
Die Hauptzutaten für Lissis Eis sind neben Frisch-Milch drei verschiedene Zuckerarten, Inulin, Johannisbrotkernmehl (bekannt als Affenbrotbaum-Frucht) und der eigentliche Geschmacksträger, diverse Früchte, Gemüse, Nüsse, Kakaopulver etc.


Keine Chemie

„Wir verwenden keinerlei chemische Zusatzstoffe„ betont Elisabeth. Sind alle flüssigen und trockenen Zutaten vermixt, kommen sie in den Pasteurisator – bei einer Temperatur von 86 bis 93 Grad Celsius. Dann geht es ab in die Eismaschine, den Freezer. Mittels Rührwerk wird Luft in die Masse eingeschlagen und diese gleichzeitig herunter gekühlt und abgefüllt. Das Eis friert nun noch eine Nacht durch, schon kann es genossen werden.
Rund 12 Eissorten hat die Chefin im Angebot – und dieses wächst. Denn die 41-jährige Mutter von drei Mädchen tüftelt immer wieder neue Rezepte aus und stößt dabei aufs Neue auf Zutaten, die miteinander harmonieren und eine ganz besondere, geschmackvolle Eissorte ergeben. Kürbis mit Apfel etwa ist ein brandneues Produkt aus Elisabeths Herbst-Eiskollektion. „Mir macht es Spaß, wenn ich Rezepte kreieren oder abwandeln kann“, sagt sie. Die Töchter Julia (13), Sonja (10) und Elisabeth (7)
Verkauft wird Lissis Kuhles Bauerneis als portionierte Kugeln oder in Literpackungen. Die Familie Neuwirth beliefert rund Gastronomiebetriebe in der Region. „Unser Eis kann auch ab-Hof Verkauf erworben werden“, sagt Elisabeth.
„Wenn wir die Leute untereinander reden hören: ,Hast du schon ein Lissi's' probiert, merken wir schon, dass wir mittlerweile so was wie eine Marke geworden sind“, freuen sich die Neuwirths.
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