06.02.2018, 14:00 Uhr

Gailtalerin setzt sich für Kenias Kinder ein

Iris Stephans Herz schlägt für Kenia (Foto: KK/Privat)

Iris Stephan hat einen Verein gegründet um Kindern in Kenia eine Schulausbildung zu ermöglichen.

HERMAGOR (aju). Iris Stephan ist ursprünglich aus Deutschland und hat schon vor einigen Jahren ihre neue Heimat in Hermagor gefunden. Dort betreibt sie die Pension Marienhof. Ihre Passion ist allerdings die Unterstützung der Menschen in Kenia.

Neue Schule

"Ich bin seit 21 Jahren in regelmäßigen Abständen in Kenia. Von Anfang an hat mich die lebensfrohe Art fasziniert, die Fröhlichkeit und Gastfreundschaft trotz ihrer Armut", sagt Stephan. Vor 17 Jahren hat sie deshalb schon ein Schulprojekt erfolgreich umgesetzt. Im November 2017 war sie wieder in Kenia und traf dort die Leiterin einer mittellosen Dorfschule.

Kein Vergleich

Außer einem maroden Gebäude, 45 Kindern im Alter zwischen drei und acht Jahren und drei motivierten Lehrerinnen gibt es nicht viel. "Es drohte die baldige Schließung, wenn nicht Hilfe von außen kommt", erklärt Stephan.

Vereinsgründung

Sie versprach ihnen deshalb bei ihrer Rückkehr nach Kenia Hilfe zu leisten. So gründete sie gemeinsam mit ihrem Mann und einem guten Freund den Verein "Hawaa junior school - Kenia". "Bis zu dem heutigen Tag konnten wir unglaubliche 7.000 Euro sammeln. Nicht zuletzt, weil wir uns zu hundert Prozent dafür verbürgen können, dass wirklich jeder Cent bei den Kindern ankommt", erklärt Stephan.

Hilfe zur Selbsthilfe

Bereits vor Weihnachten konnten sie die ersten 2.000 Euro nach Kenia schicken. Mit diesem Geld geschahen in der Schule massive Veränderungen. So wird nun das Schulessen zum ersten Mal von einer dafür eingestellten Köchin zubereitet, für alle Kinder wurden von heimischen Tischlern Schulbänke gebaut und zum ersten Mal haben alle Kinder Schulbücher. "Aber unsere Arbeit ist noch lange nicht beendet. Unser großes Ziel ist es, die Schule in die Eigenständigkeit zu bringen, also Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten", sagt Stephan.

Weiter wachsen

Durch die ständige Qualitätssteigerung sollen mehr und mehr Schüler die Schule besuchen, das heißt, dass sich die Einnahmen der Schule erhöhen würden. "Bei unserem nächsten Besuch in Kenia im April wollen wir Toiletten bauen lassen und einen Spielplatz", erklärt Stephan. Über Facebook und die eigene Webseite, die bald fertig gestellt wird, informiert der Verein dann laufend über den Fortschritt. "Damit alles transparent ist und die Leute sehen, dass das Geld auch wirklich ankommt", so Stephan. 

Zur Person

Iris Stephan ist 49 Jahre alt und hat eine 26-jährige, beeinträchtigte Tochter. Nach dem Abitur studierte sie klassischen Gesang und war 15 Jahre als Opernsängerin am Volkstheater in Rostock (Norddeutschland) tätig. Danach suchte sie eine neue berufliche Herausforderung und eröffnete 2004 das erste Hostel in Mecklenburg/Vorpommern. "Es war eine sehr abwechslungsreiche Arbeit. Wir hatten 90 Betten und beherbergten Gäste aus 95 Nationen", sagt Stephan. Ruhe und Entspannung fand sie währenddessen regelmäßig in Kärnten. "Uns gefiel das Land und die Leute und so beschlossen wir, Deutschland zu verlassen", erklärt Stephan. Daraufhin suchten sie eine gute Tagesförderstätte für ihre Tochter und kamen so nach Hermagor. Hier eröffneten sie 2013 in Untervellach die Pension Marienhof.
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