03.11.2016, 07:59 Uhr

"Ich bin mit dem Jagen groß geworden"

"Das Erlegen eines Tieres ist wichtig, dadurch hält man die Population auch unter Kontrolle", sagt Jägerin Karin Wallner (Foto: Privat/Wallner)

Karin Wallner ist eine jener Frauen, deren Herz für die Jagd schlägt.
Von Iris Zirknitzer

ARNOLDSTEIN. Die Jagd ist längst keine reine Männerdomäne mehr. Immer mehr Frauen begeistern sich dafür. Eine davon ist Karin Wallner. „Ich bin sozusagen mit der Jagd groß geworden“, sagt die Chefin vom Hotel und Genusswirt Wallner in Arnoldstein.

Von Kind an auf Hochsitz

Von Kindesbeinen an hat Karins Onkel, der Förster und Jäger Leopold Müller, seine Nichte oft zum Jagen mitgenommen. Die gemeinsamen Wochenenden mit dem Onkel in Stockenboi waren jedes Mal ein großes Abenteuer für das junge Mädchen. 1999 hat Karin im Alter von 33 Jahren auf Schloss Mageregg dann die „Grüne Matura“, die Jagdprüfung abgelegt.

Pause eingelegt

Die Geburt der zwei Kinder, die Führung des elterlichen Betriebes und das Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Uni in Klagenfurt, das Karin so ganz nebenbei machte, verlangten alles ab. Es blieb kaum Zeit für die Jägerei. Als die Kinder dann aus dem Gröbsten heraus waren, konnte sich Karin wieder mehr der Jagd widmen. Mit Freund Stefan Ferlitsch teilt sie das Hobby und die Faszination Jagd. Ferlitsch ist selbst passionierter Jäger und Hegeringleiter in Vorderberg.

Familienhobby

Dass das Paar die beiden Töchter schon von klein auf bei den Pirschgängen und am Hochsitz dabeihatten, versteht sich von selbst. Die Leidenschaft der Eltern und der Zauber der Jagd ist auf die Mädels übergesprungen. Die älteste Tochter Katrin (29) bereitet sich gerade auf die Jagdprüfung vor. Auch Elena (20) hat Potenzial zu einer guten Jägerin.
Nicht selten geht die ganze Familie gemeinsam jagen. Karin selbst zieht es meist ins Jagdgebiet Vorderberg, auf die Dolinza Alm etwa. „Frauen bekommen beim Jagen nichts geschenkt. In einer Männerdomäne ist es für eine Frau nicht einfach, Anerkennung zu finden, obwohl die Jagdprüfung und die Voraussetzungen und Bedingungen beim Jagen ja für beide Geschlechter gleich sind“, sagt Karin. Einen Nachteil als „Amazone“ hat man lediglich in puncto körperliche Beschaffenheit: „Beim Bergen eines oft bis zu 140 Kilogramm schweren Tieres braucht eine Lady schon mal Hilfe“, sagt Karin.
„Die Jagd ist für mich ein großer Erholungswert zum Beruf“, betont die 50-Jährige und sagt: „Die Stille, die Ruhe in der Natur, das Beobachten der Tiere – das genieße ich und kann so richtig abschalten und herunterkommen.“ Hund Max, ein zehnjähriger Gebirgsschweißhund, ist dabei stets ihr treuer Begleiter. Jeder Pirschgang ist für die attraktive Gailtalerin ein besonderes Erlebnis.

Keine "Bambimörderin"

Karin sieht sich in ihrer Funktion als Jägerin in erster Linie als Hegerin und Pflegerin. Der Abschuss eines Tieres ist laut Wallner ein wichtiges Regulativ, um eine gesunde Population zu erhalten.
„Natürlich ist man auch stolz, wenn man einen schönen Jagderfolg hatte. Aber es geht nicht rein um das Sammeln von Trophäen. Als Jäger hat man eine große Verantwortung im Spannungsfeld Wald-Wild und im Schützen unserer Natur, betont sie.“

Zur Person

Name: Karin Wallner
Geburtsdatum: 13. Februar 1966
Wohnort: Arnoldstein
Familienstand: Partner Stefan Ferlitsch, zwei gemeinsame Kinder Katrin (29), Elena (20)

Ausbildung/Beruf:
Kärntner Tourismusschule in Villach
Studium der Betriebswirtschaft an der Alpe-Adria-Universität Klagenfurt

Karin Wallner ist seit 34 Jahren im Betrieb beim Wallnerwirt in Arnoldstein tätig. Mit 17 Jahren hat sie den Betrieb nach dem Tod der Eltern übernommen.
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