13.02.2018, 16:42 Uhr

Lebensmittel sind kostbar

Initiatoren: Elke Millonig, Wilma Szöke, Iris Glantschnig, Andrea Knura und Luca Burgstaller (Stadtgemeinde Hermagor)

Das Wegwerfen von Lebensmitteln stand im Mittelpunkt eines Aktionstages im Schulzentrum Hermagor.

HERMAGOR (jost). Am letzten Tag vor den Energieferien wurden alle HLW- und BORG-Schülerinnen und Schüler über den verschwenderischn Umgang mit Lebensmitteln informiert. Initiatoren waren die karnische Klima- und Energie-Modellregion (KEM) und der Abfallwirtschafts-Verband Westkärnten (Iris Glantschnig) in Kooperation mit beiden o.a. Schulen.
Dabei wurde der Schuljugend in Theorie und Praxis klargelegt, dass man keine übertriebene Angst vor dem auf Verpackungen aufgedruckten „Haltbarkeitsdatum“ haben soll. Das ist lediglich der Termin, bis zu dem der Hersteller für sein Produkt garantiert. So können beispielsweise Kekse, Backwaren oder Getränke bei entsprechender Lagerung auch später noch bedenkenlos konsumiert werden.
Anders verhält es sich beim Begriff „Verbrauchsdatum“: Fleisch- und Wurstwaren oder Fisch etc. sollten nach diesem Datum nicht mehr konsumiert werden.

Bedenkliche Mengen

In der gesamten EU werden jedes Jahr rund 90 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen, was in LKWs geladen etwa einer Kolonne einmal um den Äquator entsprechen würde. Davon sind etwa drei Millionen Tonnen Brot, womit man ganz Spanien ein Jahr lang ernähren könnte.
Das Wegwerfen von Lebensmitteln führt zudem zu einer Verknappung der Güter und Erhöhung der Preise und verstärkt somit indirekt auch den Hunger auf der Welt.
Allein mit den Lebensmitteln, die in Europa und Nordamerika weggeworfen werden, könnten alle Hungernden der Welt dreimal satt werden.
In Österreich zeigt die Statistik, dass insgesamt etwa 367.000 Tonnen Lebensmittel weggeworfen werden, das entsprich etwa einer Menge von 40 Kilogramm pro Erwachsenem, was wiederum einen Gegenwert von ca 400 Euro darstellt. Ganz oben auf der Entsorgungsliste stehen Backwaren, vor allem Brot, aber auch Milch, Fleisch, Fisch usw.

Ursachen und Lösungen

Wie schon oben erwähnt, ist das Haltbarkeitsdatum kein Grund, ein Produkt sofort zu entsorgen. Auch auf die Mengen sollte beim Einkauf mehr geachtet werden, damit die Gefahr einer Datums-Überschreitung minimiert werden kann. Sogar Platzmangel im Kühlschrank ist oft der Grund, ein Lebensmittel wegzuwerfen.

Daher empfehlen die Experten, beim Einkauf bewusst auf Ablaufdatum und Menge zu achten und nicht auf Angebote des Handels wie z.B. „Kauf drei, zahl zwei“ hereinzufallen.
Aber auch bewusst auf saisonale Produkte zu achten, verringert das Verschwendungs-Risiko. Es müssen nicht immer Produkte sein, die tausende von Kilometern an Transport hinter sich haben, bevor sie in den Regalen unseres Handels landen...

Film und Buch

Im Anschluss an die Informationen in den Klassen wurde den BORG- und HLW-Schülern im Stadtsaal Hermagor ein Dokumentarfilm unter dem Titel „Taste the Waste“ gezeigt.

Dieser Streifen machte beeindruckend und beängstigend klar, wohin es führt, wenn wir Konsumenten glauben, dass rund um die Welt jederzeit und überall alles verfügbar sein muss, ohne Rücksicht auf Energie, Klima, Kosten und Nachhaltigkeit. Innerhalb eines Jahres, also Anfang 2019, soll es zu diesem interessanten Thema auch ein Buch geben, an dessen Gestaltung die eingangs erwähnten Initiatoren mit der allseits bekannten Hermagorer Buch-Autorin und Kulinarik-Fotografin Andrea Knuar zusammenarbeiten.

Fotos: Hans Jost
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