09.09.2014, 10:23 Uhr

Luchs im Lesachtal vermisst

Der Luchs Alus bei seiner Auswilderung im italienischen Kanaltal (Tarvis) im April dieses Jahres. (Foto: KK/Progetto Lince Italia)

Kärntner Jägerschaft bittet um Hilfe zur Aufklärung des Falles.

LESACHTAL. Im März dieses Jahres wurden im Raum Tarvis im Kanaltal im Rahmen eines Naturschutz-Erhaltungsprojektes zwei Luchse ausgewildert. Grund der Auswilderung ist eine numerische wie genetische Unterstützung des lokalen Vorkommens, um einem erneuten Aussterben aus den Südost Alpen zuvorzukommen.

Zwei Hypothesen
Nun wurde das Senderhalsband des männlichen Luxes "Alus" im Lesachtal gefunden. Das Tier ist aus Überwachungs- sowie Forschungszwecken mit einem modernen gps-gsm/vhf Senderhalsband ausgestattet worden. Das Halsband war auf einem Baum-Ast in ca. 1,80 m Höhe aufgehängt. Es wurde offensichtlich durch äußere Einwirkung abgerissen. Von Expertenseite gibt es zwei Hypothesen: Der Luchs hat sich irgendwo verfangen und dann das Halsband selbst abgestreift – oder aber der Luchs wurde illegal getötet und das Halsband abgetrennt. Jeder Wanderer, Waldarbeiter, Pilzesammler oder Jäger, der in jener Periode etwas rund um den Luchs oder diesen Vorfall in jener Region bemerkt hat oder zu berichten hätte oder gar weiß, wer das Halsband gefunden und im Unwissen einfach auf den Baum gehängt hat, könnte bei den Untersuchungen sehr nützlich sein. Meldungen können bei der Kärntner Jägerschaft unter der Tel. 0664.8493687, per mail unter office@kaerntner-jaergerschaft.at oder bei Projektleiter +39.388.7462738 / p.molinari@wilcons.eu abgegeben werden.


Zur Sache

Am 7. August sendete das Halsband ein sogenanntes "mortality switch” – ein Signal, das den Stillstand des Halsbandes signalisiert. Der letzte Punkt, von welchem das Halsband die Position aussendete, kam aus dem oberen Lesachtal.

Weil es sich dabei um einen abgelegenen Graben mit schlechter Netzabdeckung handelte, und die Wetterlage schlecht war, insbesondere weil das Halsband verschoben wurde, erreichte das Signal die Forscher erst am 20. August.

Am Tag danach wurde in Zusammenarbeit mit der Kärntner Jägerschaft die Suche gestartet. Das Halsband wurde tatsächlich gefunden. Vom Luchs fehlt jede Spur. Die Möglichkeit, dass der Luchs noch irgendwo lebend auftaucht, besteht durchaus.

Die Forscher hoffen darauf. Seine Partnerin, die im Juni im Raum Pontebba zwei Junge zur Welt gebracht hat, würde sonst ohne Männchen bleiben. Das Erhaltungsprojekt würde einen herben Rückschlag erfahren.
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