05.07.2017, 13:02 Uhr

,Musik mach ich für mich‘

Im Schützenpark in Hermagor traf die WOCHE eine fröhliche, energiegeladene Enjoya Flaschberger zum Gespräch

Wir starten unsere Serie "Das Gespräch im Park". Den Anfang macht Sängerin Enjoya Flaschberger.

HERMAGOR. Sängerin und Musikerin Enioya Flaschberger ist über die Grenzen Kärntens hinaus bekannt. Im Interview spricht sie über Musik und ihr Privatleben.

WOCHE: Aus Cornelia Flaschberger wurde Conny P., dann Enjoya. Diesen anfänglichen Künstlernamen hast du 2013 als deinen offiziellen Vornamen eintragen lassen. Was waren deine Beweggründe?
ENJOYA: 2012 habe ich das Album „Songs of Joy and Pure Love“ herausgebracht. Der Name Conny P. passte nicht mehr, da die Lieder und Texte des Albums mit Spiritualität zu tun hatten und in englischer Sprache sind. Beim Titelsong „Joy and Pure Love“ geht es um Freude und Begeisterung. Daraus ergab sich der Name „Enjoya“, aus Freude und Genuss hergeleitet. Hier sehe ich auch eine Verknüpfung meines Namens mit der Genussregion Gailtal. Ich selbst bin ein fröhlicher, positiver Mensch, der das Leben und die schönen Momente genießt. Mit meiner Musik will ich eben diese Lebensfreude, die ich in mir trage und lebe, an die Menschen weitergeben. Ich sehe auch eine Verknüpfung meines Namens mit unserer Genussregion Gailtal.

Hast du dich durch deine Musik und deine musikalische Laufbahn verändert?
Als ich jung war und am Beginn meiner Karriere stand, hatte der Erfolg für mich einen großen Stellenwert gehabt. Ich wollte bekannt werden, möglichst viele Engagements und Bühnenauftritte haben. Dann kam eine Durststrecke, in der ich frustriert war und mich eine Zeitlang aus dem Musikbusiness zurückzog. Ich machte eine Ausbildung zur diplomierten Kinesiologin. In dieser Zeit lernte ich mich besser kennen und lernte auch loszulassen.
Heute weiß ich: Ich habe musikalisch viel erreicht. Alles, was jetzt noch dazukommt, ist ein Geschenk. Erfolg ist für mich zweitrangig. Ich setze mich selber nicht mehr so unter Druck. Ich lebe die Musik jetzt intensiver. Ich schreibe die Lieder für mich – verarbeite darin meine Emotionen. Alle meine Songs und Texte entstehen aus den Gefühlen heraus, die ich gerade empfinde. Sie sind Ausdruck dessen, was in mir ist. Daher sind sie ehrlich und authentisch.

Viele sehen oder kennen dich nur als Schlagersängerin.
Das rührt wahrscheinlich noch aus meinen musikalischen Anfängen als Schlagersängerin her. Dabei bin ich musikalisch sehr vielseitig: Ich mache Swing-, Bar- und Loungemusik, singe rhythmische Messen, bin Mitglied in einem Vokalensemble, trete als Hochzeitssängerin oder eben als Solokünstlerin mit meinen eigenen Liedern auf. Ich liebe diese Vielfältigkeit und es macht mir viel Spaß, den unterschiedlichen musikalischen Anforderungen bei jedem Musikprojekt und bei den Auftritten gerecht zu werden. Früher sagte man mir: du musst dich auf eine Richtung spezialisieren. Warum? Ich fühle mich in jeder Art und Form von Musik, die ich mache, wohl.

2016 hast du den VÖV / AKM Kompositionswettbewerb in der Kategorie Schlager gewonnen. Fühlst dadurch nicht gezwungen, dies noch zu toppen?
Ich hätte nie im Leben damit gerechnet, dass ich gewinne. Dass ich mich jetzt jedes Mal in einem Wettbewerb beweisen muss, danach steht mir nicht.

Seit Ende Oktober letzten Jahres bist du wieder zurück in deiner Heimat. Wien hast du den Rücken gekehrt.
Ich war elf Jahre lang weg. Letztes Jahr im Sommer habe ich gespürt, es muss sich etwas verändern. Die Sehnsucht nach meiner Familie, nach meiner Heimat, dem Gailtal, nach der wunderschönen Landschaft in Kärnten, wurde immer größer.

Gibt es einen Lieblingsplatz im Gailtal, zu dem es dich oft hinführt?
Ja, ich spaziere gerne in Hermagor bei der Thurnfeld-Kirche vorbei bis zum Lerchenhof. Hier gehe ich oft mit Tintin, der Hündin meiner Tochter, spazieren. An diesem Ort ist 2006 auch das Lied „Dos Gailtal is mei Daham“ entstanden, das ich bei der erstmaligen öffentlichen Präsentation im Duett mit meiner Tochter Sarah gesungen habe. (Anmerkung der Redaktion: der Song ist das musikalische Leitmotiv für die Universum Dokumentation „Karnische Alpen – Ein Gebirge voller Kostbarkeiten“).

Was machst du privat gerne?

Ich bin ein Familienmensch, daher ist mir die Zeit mit meinen Lieben, meinem Lebenspartner Zauberer Martin Haderer und meiner Tochter Sarah sehr wichtig. Ich mag es Freunde zu treffen, zu lachen, gute, tiefgründige Gespräche zu führen und ich gehe gerne in die Konditorei. Körperlich halte ich mich mit Tennisspielen und Krafttraining fit. Und oft mache ich auch einfach gar nichts – ein wunderbares Gefühl (lacht).
Das Interview führte Iris Zirknitzer

Zur Sache:
Aktuelle Termine und Auftritte

•Enjoya & Lounge Around:
7. Juli und 1. September 2017, ab 20 Uhr, Lagana Restaurant Bar (Holiday Inn, Villach)

•Enjoya & Lounge Around:
21. Juli, ab 20.30 Uhr, Bar / Lounge Karawankenhof, Villach

•Enjoya Solo:
23. Juli 2017, 19 Uhr, Vorprogramm von Silvio Samoni, Camping Arneitz, Faakersee
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