03.11.2017, 14:52 Uhr

Patrizia Gasser: "Ich will mit meiner Musik die Menschen berühren!"

Die 18jährige Heramgorerin Patrizia Gasser bei ihrem großen Auftritt bei "The Voice of Germany" (Foto: SAT.1/ProSieben/Richard Hübner)

Die Hermagorerin Patrizia Gasser sang sich bei "The Voice of Germany" mit "Running with the wolves" in die Herzen der Jury.

HERMAGOR. In der ProSieben/Sat.1 Gesangs-Castingshow "The Voice of Germany" hat es die 18jährige Patrizia Gasser aus Hermagor mit dem Lied "Running with the wolves" in die nächste Runde geschafft. Zwei der Coaches, Yvonne Catterfeld und Samu Haber, Sänger der finnischen Rockband "Sunrise Avenue", drehten sich um und wollten Patrizia in ihrem Team haben. Die Gailtalerin im Interview über ihre Teilnahme bei der Show.

WOCHE: Patrizia, wie kam es zu der Teilnahme bei "The Voice of Germany"?
PATRIZIA GASSER: The Voice hat mich schon immer fasziniert. Die Show ist total cool. Ich bin immer begeistert vor dem Fernseher gesessen, wenn sie grad lief. Ich wollte letztes Jahr schon mitmachen. Dass es heuer geklappt hat, war eigentlich ein Zufall. Ich bin gerade mit meiner Schwester Viktoria beim Essen zusammen gesessen. Wir sprachen darüber, dass in zwei Tagen ein Casting in München ist. Ich sagte zu Viktoria: Fahren wir jetzt oder nicht? Ich dachte mir: Vorbereitet bin in zwar nicht aber man kann es ja mal probieren. Dann bin ich spontan mit meiner Schwester und ihrem Freund nach München gefahren.

Wie ging das Casting vor sich?
Beim Casting in München musste man drei Runden überstehen. Da wurden auch alle deine Auftritte auf Video aufgenommen. Wenn man nach der Videorunde weiterkommt, wird man zu einer finalen Auswahlrunde nach Berlin. Eingeladen. Wenn man da weiterkommt, darf man bei den Blind Auditions singen.

Wie  war der Moment, als du erfahren hast, dass du dabei bist?
Ich war gerade beim Essen mit meiner Schwester, als der Anruf aus Deutschland kam. Als man mir sagte, dass ich dabei bin, schlug mein Herz wie wild. Vor Freude bin ich mit Viktoria rumgehüpft und habe nur noch gejubelt. In dem Moment ist für mich ein kleiner Traum in Erfüllung gegangen.

Wie hast du dich für den Auftritt vorbereitet?
Man bekommt zwei Wochen vor den Blind Auditions eine Vorauswahl von Songs. Die Liedauswahl wird auf jeden Kandidaten individuell abgestimmt. Das geschieht in Zusammenarbeit mit einem der Vocal Coaches. Die kennen deine Stimme schon von den Castings unglaublich gut. Sie wissen genau, welcher Song zu deiner Stimme passt und welches Lied du auf der Bühne gut rüberbringen kannst. Zum Üben bekommst du ein Audio mit deinem Song, der gecuttet ist, denn der Auftritt auf der Bühne darf nur 90 Sekunden lang sein. Ich musste für die Blind Auditions ein paar mal nach Berlin fliegen - dort probt man mit der Band und einem persönlichen Vocal Coach.

Du hast den Song „Running with the wolves“ performt. Wie kam es zu dieser Song-Wahl?
Den Song hatte ich schon mal bei einem Casting gesungen. Anfangs war etwas unsicher ob die Wahl des Liedes gut ist. Als ich mich dann tiefer in den Song reinhörte und mich in das Lied einfühlte, dachte ich mir: der passt ja doch zu mir. Man weiß, den Song muss man zu 100 Prozent abliefern. Ich hatte ständig das Headset drauf - das Liec lief bei mir in Dauerschleife. Man findet immer Stellen, die man noch verbessern möchte und übt permanent und wird so mit dem Song eins.

Der Moment vor dem Auftritt und auf der Bühne: Wie war das für dich?
Ich bin vor einem Auftritt eigentlich nie aufgeregt. Bei "The Voice" war es anders. Es ist kein „normales“ Publikum, vor dem man steht. Man weiß, man ist im Fernsehen und zig-Tausende schauen zu. Dann geht man durch diese Tür zur Bühne, und ist nur noch bei sich und beim Song.
Ich habe beim Singen gerne Augenkontakt mit den Leuten. Bei The Voice drehen dir die Coaches ja den Rücken zu. Du weißt, du kannst nur mit deiner Stimme überzeugen. Die Anspannung in so einer Situation ist ganz anders. Als sich die beiden Coaches Yvonne Catterfeld und Samu Haber umgedreht haben - das war unbeschreiblich. Das kann man gar nicht in Worte fassen. Ich bin komplett ausgerastet und habe mich irrsinnig gefreut. Beim großen Auftritt in der Show saß meine Mama im Publikum, meine Schwester und ihr Freud, meine Freundin Laura und meine Cousine waren backstage dabei. Das war eine echte Stütze für mich.

Hattest du von den vier Coaches schon vorab einen Favoriten?
Ich habe mir vorher schon Gedanken gemacht, wer sich umdrehen könnte. Und ich habe mir im Geiste auch ein Ranking gemacht und überlegt: zu wem würde ich am ehesten gehen. Meine Favoriten waren von vornherein Samu und Yvonne. Als sich genau diese beiden umgedreht haben, dachte ich mir: ok, und was mach ich jetzt? Irgendwie hat es mich dann mehr zu Yvonne gezogen. Sie ist ein Traumcoaoch. Im Enddefekt habe ich meine Entscheidung von einer Frage abhängig gemacht: bei welchen Coach kann ich mehr lernen?. Von Samu wäre ich vielleicht zu viel abgelenkt worden (lacht). Bei den Coaches denkt man zuerst: oh mein Gott, das sind alles Berühmtheiten. Aber sie sind alle sehr sehr nett und haben überhaupt keine Berührungsängste. Smudo von den Fanta 4 kam gleich auf die Bühne und hat mich umarmt.

Jetzt stehen ja die Battles, die Gesangsduelle an.
Ja das ist eine Situation die man so noch gar nicht kennt, denn da singt man gegeneinander und muss sich gegen seinen Duellpartner behaupten. Aber ich freue mich voll auf die Arbeit mit den Coaches.

Wie haben deine Familie, deine Freunde reagiert, als du bei The Voice mitmachen wolltest?
Man muss vorher alles geheim halten. Die Castings haben ab März stattgefunden. Ab dem Moment, wo man dabei ist, weiß man, ok - man könnte ins TV kommen. Am Anfang wusste nur meine Familie und eine Freundin Bescheid. Als es dann öffentlich wurde und die Runde gemacht hat, habe ich unerwartet so viel positives Feedback bekommen. So viele Leute, mit denen ich in meinem Leben vorher noch nie geredet habe, haben mich angesprochen, und mir gratuliert.

Wie geht es jetzt für dich weiter, wenn es in die Battles geht?
Das Ganze ist sehr zeitintensiv. Man muss sich eine längere Auszeit nehmen. Nachdem ich meinen großen Traum vom Medizinstudium aufgegeben habe, ist the Voice mein kleiner Traum. Daher ist es für mich nicht schlimm, wenn Zeit draufgeht und mein Plan B, das Studium Bildungs- und Erziehungswissenschaften jetzt pausieren muss.

Wie bist du zum Singen gekommen?
Ich singe schon immer. Musik war in der Familie schon immer präsent. Bereits mit drei, vier Jahren hatte ich musikalische Früherziehung, lernte Blockfltöte, Querflöte und Klavier. Mit acht Jahren sang ich schon in einer Band der Musikschule. Später nahm ich dann bei Wettbewerben wie Kärnten rockt, Prima la musica teil und nahm Gesang- und Schauspielunterricht. Meine Eltern haben mich stets gefördert. Ohne sie wäre das alles nicht passiert.

Was bedeutet Musik für dich?
Ich will einen Song nicht bloß heruntersingen - für mich ist es wichtig, dass ich beim Singen Gefühle rüberbringe. Ich setze mich mit dem Lied auseinander, frage mich: was sagt es mir? Mit meiner Musik will ich die Menschen berühren, ich will dass sie mitfühlen. Das Schönste ist, wenn jemand zu mir sagt: Wenn ich dich singen höre, bekomme ich Gänsehaut.

Was ist, wenn du es bei "The Voice" nicht weiter schaffst?

Ich gehe locker in die Sache hinein. Für mich waren die Blind Auditions schon das Höchste der Gefühle. Allein dass sich von den Coaches wer umgedreht hat, ist Wahnsinn. Dass ich da hingekommen bin wo ich jetzt bin ist toll, weiter braucht es von mir aus gar nicht mehr gehen. Alles was jetzt noch dazukommt, die Erfahrungen, die ich sammle, sind ein Bonus.
Wenn ich nicht weiterkomme, ist es halt so. Viele Leute sind erst gar nicht dahin gekommen, wo ich jetzt bin. Wenn es nicht klappt mache ich trotzdem mit Musik weiter und werde das Studium angehen.

Wie lebt es sich in der The Voice-Familie?
Man klebt ja fast 24 Stunden aneinander. Aber ich habe noch nie so schnell gute Freunde gefunden wie durch diese Show. Und man hat eine unglaublich tolle Zeit.

Zur Person
•Patrizia Gasser, geboren am 23. November 1989, wohnt in Hermagor. Gasser hat eine ältere Schwester, Viktoria (22).
•Ausbildung: Sie ging am Borg Hermagor zur Schule und studiert derzeit an der Alpe Adria Universität in Klagenfurt Erziehungs- und Bildungswissenschaften.
•Hobbies: Musik, Sport
Patricia nahm in Kärnten schon an Gesangswettbewerben wie Kärnten rockt oder Prima La Musica teil. Bei "The Voice" trat sie mit dem Lied "Running with the wolves" von der norwegischen Sängerin Aurora an.

Zur Sache:

•"The Voice of Germany" englisch für "Die Stimme Deutschlands", ist eine deutsche Gesangs-Castingshow. Sie wird seit November 2011 von den Fernsehsendern ProSieben und Sat. ausgestrahlt.
•Seit dem 19. Oktober wird die siebte Staffel der Show ausgestrahlt. Es finden gerade die "Blind Auditions" statt, das bedeutet:
•Die vier Jurymitglieder können den Sänger zunächst nur hören, aber nicht sehen, weil sie in einem Drehstuhl mit dem Rücken zur Bühne sitzen. Sie können für einen Kandidaten stimmen, indem sie während seines Vortrags einen Knopf drücken, um ihren Stuhl zur Bühne zu drehen. Der Kandidat kommt eine Runde weiter, wenn er mindestens eine der vier Jurystimmen erhält. Unter denjenigen Jurymitgliedern, die sich für ihn umgedreht haben, wählt der Kandidat seinen Coach für die weiteren Runden.

•Die Jury 2017: das Jurorenduo Smudo und Michi Beck von der Hip-Hop-Band "Die Fantastischen Vier", die Sängerin und Schauspielerin Yvonne Catterfeld, der Songwriter, Gitarrist und Sänger Samu Haber von der finnischen Rockband "Sunrise Avenue" sowie erstmals der Sänger und Songwriter Mark Forster.

Die Show wird Donnerstags auf ProSieben und Sonntags auf Sat.1 ausgestrahlt.
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