29.09.2016, 08:30 Uhr

Polentazeit ist beim "Nont" das ganze Jahr

Für die Gastronomin Linda Marko ist Polenta – hier als Quiche – aus der Wirtshausküche nicht mehr wegzudenken

Polenta steht im Wirtshaus Marko nicht nur beim Polentafest auf der Karte.
Von Iris Zirknitzer

NÖTSCH. Vor über zwei Jahrzehnten wurde in Nötsch im Gailtal das erste Polentafest aus der Taufe gehoben. Die Idee dazu geht auf die Initiative von Hermine Wiegele von der Mühle-Bäckerei Wiegele in Nötsch zurück. Mit der Einführung dieses kulinarischen Festes wurde auch die Werbetrommel für die Polenta gerührt – das gelbe Gold erlebte eine Renaissance. Vor allem aber hat es einen Imagewandel durchgemacht. Früher oft als „arme-Leute-Kost“ bezeichnet, hat es die Polenta heute in die Nouvelle Cuisine geschafft.


Polentakarte

Beim „Nont“, dem Restaurant-Café-Pizzeria Marko in Nötsch, dreht sich nicht nur beim diesjährigen 24. Nötscher Polentafest wieder alles rund um die Polenta. Der Maisgrieß hat hier das ganze Jahr über Saison. „Aufgrund der großen Nachfrage haben wir im Laufe der Jahre eine eigene Polentakarte entwickelt“, sagt die Wirtin und Obfrau der aktiven Wirtschaft Nötsch, Linda Marko.
Ob als Beilage zu gefüllten Calamari, zur Gailtaler Laxn oder als Sologericht: Polenta gibt es beim Nont in sämtlichen Variationen. Und sie kommt nicht von irgendwo her. Linda und ihr Mann Andreas beziehen den Maisgrieß von Hermine und Witgar Wiegele, von der benachbarten Mühle-Bäckerei Wiegele. „Wir legen in unserer Küche großen Wert auf hochwertige Produkte aus der Region, wo man auch weiß, wie sie produziert werden – das gilt auch für die Polenta“, betont Linda. Sie erkennt auf einem Blick den Unterschied zu industriell gefertigter Polenta und schätzt daher das Produkt der Wiegele-Mühle umso mehr. „Die Farbe hat ein natürlich schönes Maisgelb, und verarbeitet schmeckt sie fluffig-leicht“, so Linda.

Vielfältig

„Polenta ist ein nahrhaftes, ausgiebiges Produkt, das sich – vom Grundrezept aus – ob mit Wasser, Milch oder Käse – wunderbar auf vielerlei Arten zubereiten lässt. Die Herausforderung dabei liegt vor allem bei jenen Speisen, wo die Polenta eingearbeitet wird“, lässt die 34-jährige Gastronomin wissen. Für diese Kunst ist Küchenchef Alois Stuppnig verantwortlich. „Ich staune immer wieder, mit welchen neuen kreativen Ideen Alois unsere Polenta-Speisekarte stets bereichert“, sagt Linda. Alois ist sozusagen mit Polenta groß gezogen worden. In seiner Familie stand oft eine riesige Schüssel mit Polenta am Tisch. Der Bezug zu diesem Nahrungsmittel liegt für den Küchenmaestro somit auf der Hand.

Nicht ohne Polenta

Auch Linda bereitet für ihre Familie oft Maisgrieß zu. „Das erste ‚feste‘ Essen von meinem Kleinsten, Vincent, war Polenta“, so die dreifache Mutter. Auch die beiden anderen Kinder, Rosa und Jakob, lieben Gerichte vom gelben Gold – vor allem Polentaapfel- oder Topfenstrudel stehen bei den Jungs hoch im Kurs.
Für die Familie Marko und die Nötscher Polentawirte beginnt jetzt, wo das große Event vor der Türe steht, eine arbeitsintensive Zeit.
„Das Polentafest ist ursprünglich aus dem Gedanken des Erntedank entstanden. Es ist nicht selbstverständlich, dass uns die Natur jedes Jahr reich beschenkt – wir müssen sorgsam mit unserer Umwelt umgehen. Das Fest soll uns das in Erinnerung rufen“, will Linda aufmerksam machen.

Zur Sache

Am Samstag, dem 1. Oktober, findet in Nötsch im Gailtal das traditionelle Polentafest statt.
Die Nötscher Polentawirte servieren viele köstliche Polenta-Gerichte: Von Schwammerlgulasch, Frigga, Schweinsbraten, Calamari über Gyros und Chili con carne mit Polenta bis hin zu Polenta-Burger und süßen Polenta-Köstlichkeiten.

Programm:
Eröffnet wird das Fest um 10 Uhr mit einem Gottesdienst in der Wiegele Allee. Es gibt Unterhaltung durch die örtlichen Musikvereine, man kann bei Rundflügen das Polentafest „von oben“ betrachten, eine Kutschenfahrt mit Silvia machen oder das Museum des Nötscher Kreises sowie die historische Wiegele Mühle besuchen.
Für die Kleinen gibt’s ein eigenes Kinderprogramm und Ponyreiten.

Der Eintritt ist frei!


Rezept

Polentaquiche:
Zutaten Teig: 40 dag Polentamehl, 10 dag Maizena, 10 dag Mehl, 360 g Butter, 150 g Wasser, 6 g Salz, 3 Dotter, 1 Ei. Die Zutaten zu einem griffigen Teil kneten, eine halbe Stunde rasten lassen – ausrollen.
Fülle: 30 dag Speck, 30 dag Zwiebel fein schneiden. 30 dag Pilze. Alles anrösten und auf den Teig geben.
1/4 Liter Sahne, 4 Eier, 10 dag Sauerrahm, Salz, Pfeffer, Muskatnuss – alles verrühren und über die Fülle gießen.
Bei 160 Grad und 30 Minuten bei Umluft im Backrohr herausbacken.
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