05.04.2017, 07:54 Uhr

Trockenheit: Den Wäldern droht eine Borkenkäferplage

Ab anhaltenden 16,5° C beginnen die ersten Borkenkäfer mit dem Schwärmflug und besiedeln kranke, geschwächte Bäume (Foto: KK)

Die Trockenheit macht den Wäldern zu schaffen. Experten befürchten eine Borkenkäferplage.

GAILTAL (iz). In diesem Winter gab es sehr wenig Niederschlag. Auch jetzt, im Frühling, ist kaum Besserung in Aussicht. Viel Sonnenschein, sehr mildes Wetter, kaum Regen. Der Boden ist zunehmend ausgetrocknet. Auch die Waldbrandgefahr ist momentan sehr hoch.


Noch im "grünen Bereich"

Für die Landwirte ist die Situation derzeit noch im „grünen“ Bereich. Valentin Grader, Leiter der Landwirtschaftskammer Hermagor: „Die Böden sind heuer zu dieser Jahreszeit verhältnismäßig zu trocken. Ich sehe aber im Moment dadurch noch keine allzu gravierende Bedrohung für die Landwirtschaft." Grader: „Das Wachstum der Wiesen ist derzeit sehr verhalten. Es fehlt einfach der Niederschlag. Noch ist das aber kein Grund zur Sorge. Sollte sich die Situation aber in zwei bis drei Wochen nicht ändern, sieht es schon anders aus."
Durch die Wärme treiben auch die Obstbäume schon aus. Sollte jetzt Frost kommen, kann sich das negativ auswirken. "Wenn die Bäume zu früh blühen und der Frost erwischt sie gerade dann, fällt die Ernte vielfach aus“, sagt der Experte.

Wald ist gestresst

Gravierend drastischer ist es um den Wald bestellt. Das trockene Wetter der vergangenen Wochen macht den Bäumen schwer zu schaffen. „Trockenheit verursacht bei Bäumen Stress“, sagt Bezirksforstinspektor Wilfried Strasser. Wenn das Wasser auf ein Minimum reduziert ist, reagieren die Bäume laut Strasser mit einem verringerten Wachstum. Besonders empfindlich sind Forstkulturen mit Jungbäumen – Baumkeimlingen – oder jene, die frisch gesetzt sind. „Im schlimmsten Fall können bei zu großer Trockenheit die Bäume sogar absterben“, so der Forstexperte. Besonders die Wälder in den Südlagen und im Tal sind dabei gefährdet.


Pheromone locken Käfer an

Mit der Trockenheit hat der Borkenkäfer ein leichtes Spiel. Für ihn herrschen jetzt günstige Bedingungen. Sobald im Frühjahr die Temperaturen steigen, wird auch der Borkenkäfer wieder aktiv – befallen werden hauptsächlich Fichten. „Es könnte heuer mit der Borkenkäferplage kritisch werden“, sagt der Bezirksforstinspektor und erklärt: „Trockene Bäume produzieren zu wenig Harzfluss um sich gegen den Angriff der Käfer zur Wehr zu setzen. Sobald sich ein paar Käfer in einen Baum eingebohrt und diesen befallen haben, senden sie Lockstoffe (Pheromone) aus und locken damit weitere Käfer an. Es kommt zum massiven Befall des Stammes“, informiert Strasser. Die rotbraune Verfärbung der Baumkrone ist ein Anzeichen dafür. Diese ist aber erst Wochen nach dem Befall zu sehen. „Auf jeden Fall müssen wir die Lage jetzt besonders gut im Auge behalten“, so Strasser.
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