06.10.2017, 13:12 Uhr

Verein Gailtalbahn mit Fahrrad-Draisinen und Kontakten nach Italien

Ein Probegalopp auf der Gailtalbahn

Der Termin des XXII. Käsefestivals in Kötschach-Mauthen

 ...war für den Verein Gailtalbahn von besonderer Bedeutung. Im Zuge der Vorführung von Fahrraddraisinen am Bahnhof Kötschach-Mauthen konnte eine Friauler Delegation von der Pedemontana-Bahn von Gemona del Friuli nach Sacile empfangen werden. Dabei wurde mit dem „Comitato Pendolari Alto Friuli“ im Sinne gegenseitiger Unterstützung eine Partnerschaft
eingegangen.


Studenten des Istituto Statale Istruzione Superiore Sacile Brugnera

 ...unter der Leitung von Prof. Roberto Zamparini stellten ihre selbst entwickelte und gebaute Fahrraddraisine zur Verfügung und hatten so auch die Gelegenheit, weitere Erfahrung mit dem Boliden zu sammeln.

Partnerschaftszeremoniell

Die Gailtaler Bürgermeister Walter Hartlieb und Hermann Jantschgi mit Begleitung, Nationalratsabgeordneter Erwin Angerer aus dem Mölltal sowie Touristiker Sepp Kolbitsch bildete die heimische Abordung im Rahmen des Partnerschaftszeremoniells. Ganz besondere Freude bereitete der Besuch der charmanten Käsekönigin Jaqueline,  im Bild auf der italienischen Draisine mit Bgm Hartlieb und Vereinsobmann Stellvertreter Lukas Possenig. Die Italienische Delegation wurde angeführt vom CPAF-Präsidenten Giorgio Picco mit Vertretern der Pedemontana-Gemeinden, mit Bgm Zanon aus Cavasso
Nuovo
, Vz Bgm.inn Mari Di Gianantonio aus Osoppo sowie Gemeinderat Palese aus Gemona. Helga Pöcheim vom Via Iulia Augusta Konzertsommer ermöglichte eine perfekte Kommunikation zwischen den Gesprächspartnern. Vereinsobmann Andreas Mühlsteiger glänzte durch Abwesenheit, schloss er doch ausgerechnet an diesem Wochenende sein FH-Studium für Bahntechnologie und Mobilität erfolgreich ab. Dazu herzliche Gratulation und weiterhin viel Erfolg!

Die Littorina-Bluesband

 ....um Mauro Giannelli aus Budoia gab der Veranstaltung den perfekten musikalischen Rahmen!

Die Geschichte der Bahnlinien

 ....ähnelt sich frappant, jeweils war der militärische Zweck ausschlaggebend für die Errichtung. Die Pedemontana wurde 2012 eingestellt, ebenso wie im Gailtal wegen angeblich nicht gegebener Rentabilität. Die Gailtalbahn zwischen Hermagor und Kötschach-Mauthen ereilte dieses Schicksal im Dezember 2016.
Genau das Jahr 2016 war für den Neustart der Pedemontana wiederum entscheidend: alle Bügermeister entlang der 75km langen Linie setzten sich entschieden für die Wiederaufnahme des Betriebes ein. Unabhängig davon schuf im Jahre 2016 das Parlament in Rom die Voraussetzungen für sogenannte „Tourismuszüge“, welche unter dem Titel „binari senza tempo“ von den Staatsbahnen FS von Sizilien bis ins Friaul umgesetzt werden. Ab Dezember 2017 wird somit die Pedemontana die 8. italienische Tourismusbahn sein, übrigens die einzige inklusive normalem Personenverkehr. An diesem großartigen Erfolg hat das "Comitato Pendolari Alto Friuli" wesentlichen Anteil.

In Österreich

 ...gibt es zahlreiche private Intitiativen wie „Nostalgiebahnen in Kärnten“ oder den „Verein der Eisenbahnfreunde in Lienz“, welche sich zum Thema Tourismusbahnen in unbezahlter und unvergleichlicher Art und Weise einbringen und trotzdem ein Bettlerdasein führen.

Das scheinbar mittellose Italien andererseits

...stellt dieses Thema unter dem Titel „Binari senza tempo“ (zeitlose Schiene) auf eine korrekte und offizielle Basis und führt damit, wie das Beispiel Pedemontana es verdeutlicht, periphere Regionen, im wahrsten Sinne des Wortes, aus der Isolation und Sackgasse.  Das Kulturgut Eisenbahn hat eine neue Aufgabe, hat Existenzberechtigung. Der kulturellen Verwahrlosung von Randregionen wird entgegen getreten und der Schiene eine neue Zukunft gegeben.

Sanfter Tourismus - turismo dolce 

...Entschleunigung, Wanderurlaub, Wellness, Genußurlaub, Regionalität, Pilgerwege, Nachhaltigkeit, usw, usf… sind Begriffe, welche immer stärker in den Vordergrund treten und auch mit der Art der Fortbewegung in unmittelbarem Zusammenhang stehen. Reisen mit der Bahn gewinnt zunehmend an Bedeutung. Dieser Tatsache trägt Italien mit den Tourismuszügen Rechnung,  ein Land, welchem mit 40% des Unesco-Weltkulturerbes schon eine gewaltige Bürde auflastet, was aber auch dementsprechend touristisches Potenzial beheimatet.
Mit den Tourismuszügen werden weniger bekannte Gebiete aufgewertet, wie zB. die Regionen Abruzzen und Molise , deren weite Hochebenen von der sogenannten „Italienischen Transib“ durchquert wird.

Die Pedemontana Gemona-Sacile

 ...wie auch der nahe verlaufende Radweg führen durch die sanfte Landschaft des Alpenrandes, kontrastiert durch riesige Schotterflächen, über welche sich die dahinterliegenden Gebirge entleeren. Diese eindrucksvoll kargen Flächen bilden wiederum wertvolle Vogelschutzgebiete.
Das durch die Bahn erschlossenen Gebiet weist einige Slow Food Presidi (Förderkreise zumSchutz regionaler Spezialitäten) auf, wie zb die rote Zwiebel „Cipolla di Cavasso“oder die Wurstspezialiät „Pitina“ in Meduno und in Maniago. Die Erkundung regionaler Kulinarik per Fahrrad und Eisenbahn stellt ein besonderes Erlebnis dar. 
Diese Kombination ist auch für das Gailtal bestens denkbar.

Im Gailtal

Seit der Verein Gailtalbahn im Oktober 2016 gegründet wurde, tritt er, in Kenntnis der landschaflichen Schönheit und Einzigartigkeit des Gailtales, für die Aufnahme eines touristischen Bahnverkehrs ein. Damit würde die Vernetzung des touristischen Angebote in Oberen Gailtal auf adäquate Weise erfolgen und der Fortbestand einer wesentlichen Verkehrsinfrastrukur gesichert. Forschungsprojekte zum Thema Nachhaltigkeit am Schienenverkehrssektor sollen den Tätigkeitsbereich ergänzen.



Mit der Präsentation von Fahrraddraisinen im Rahmen des XXII Käsefestivals in Kötschach-Mauthen wiederum wird vorgeführt, was in Niederösterreich und im Burgenland bereits zum touristischer Erfolg geworden ist. Für Zeitspannen ohne Zugverkehr ist das touristischen Angebot der Fahrraddraisinen eine optimale Ergänzung.

Damit die Saat der  Initiativen auf fruchtbaren Boden fallen kann, muß von Seiten des Landes Kärnten und den ÖBB noch die Umwidmung des Bahnlinie in eine sogenannte Anschlußbahn mit beschränkt-öffentlichem Verkehr erfolgen  und auch im Umfeld die Voraussetzungen geschaffen werden. 
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