29.06.2017, 09:04 Uhr

Wasserrettung: Nach Neuausrichtung geht es jetzt bergauf

Peter Puntigam, Hannes Burstaller (Einsatzstellenleiter-Stellvertreter), Fabian, Ulrike Göttling (vl.)

60 Jahre Wasserrettung. Hermagor war in Kärnten die erste Einsatzstelle.
Von Iris Zirknitzer

HERMAGOR. Die Österreichische Wasserrettung Einsatzstelle I/1 Hermagor gilt in Kärnten als Pionier der ersten Stunde. Waren es doch die Gailtaler, die in unserem Bundesland als Erster seit der Gründung des ÖWR 1957 über eine Einsatzstelle verfügt haben. Heuer feiert diese freiwillige Organisation österreichweit ihr 60-jähriges Bestandsjubiläum.

Neustart

Seit Juni 2014 ist Andreas Göttling neuer Leiter der Einsatzstelle Hermagor. Mit dem Wechsel an der Führungsspitze gab es personelle und strukturelle Veränderungen und es kam damit zu einem Neustart des Stützpunktes Hermagor. Aktuell zählt das Hermagorer Team 58 Mitglieder, davon 37 Aktive, zwei Kinder. 19 Personen unterstützen die Organisation als finanzielle Förderer.
Als einen „Meilenstein“ bezeichnet Göttling die Anschaffung eines Fließwasserwagens, zwei Kajaks und vier neue Fließwasserwesten, welche 2014 durch den ÖWR-Landesleiter Heinz Kernjak in die Wege geleitet und ermöglicht wurden. „Unsere alten Gerätschaften haben nicht mehr dem neuen Stand der Technik entsprochen", so Göttling.
Mit den Jahren sind auch die Aufgaben der Wasserrettung erweitert worden. Landesweit sind die Auflagen in allen Rettungsstellen in den einzelnen Kärntner Bezirken entsprechend den Bedingungen, die die Organisation in der jeweiligen Region vorfindet, weitgehend gleich.


Großes Einzugsgebiet

Das Einzugsgebiet der Hermagorer Wasserrettung erstreckt sich vom Lesachtal, über das Gitschtal bis nach Nötsch. Neben der Überwachung des gesamten Pressegger Sees mit öffentlichen Standbädern und einigen Privatstränden ist das Team der Wasserrettung für sämtliche Fließgewässer und die neun Speicherteiche im Nassfeldgebiet zuständig – ganzjährig versteht sich. „Auch im Winter werden wir zu Einsätzen gerufen, so etwa letztes Jahr, als ein Mann beim Eislaufen am See eingebrochen ist.“ Erste Hilfe-Leistung steht an vorderster Stelle. Darüber hinaus sind die Frauen und Männer der Wasserrettung mit anderen Blaulichtorganisationen, wie Feuerwehr und Rettung in Kontakt. „Regelmäßig führen wir gemeinsame Übungen durch", sagt Hannes Burgstaller, der seit 2014 neuer Schulungs- und Übungsbeauftragter ist. Intern trifft sich die freiwilligen Helfer der Wasserrettung im Sommer alle 14 Tage zum Training für den Ernstfall.

Unterkunft wird gebraucht

Seit 60 Jahren sind die freiwilligen Helfer im Gailtal im Einsatz, um Leben zu retten. Stationiert ist das Team im Strandbad Hermagor. Dennoch haben sie bis heute keine „Unterkunft". In der Vergangenheit wurde es vom ehemaligen Rettungsteam verabsäumt, Druck zu machen, damit eine so wichtige Einrichtung für die freiwillige Organisation bereitgestellt werden kann.
Auch von Seiten der Gemeinde ist man diesbezüglich bis dato nicht aktiv an die Retter herangetreten. „Wir würden dringend Räumlichkeiten benötigen, wo wir Schulungen abhalten können, wo man die Leute erstversorgen kann, wo sich die Helfer auch einmal zurückziehen können, und vor allem, wo wir das Material für unsere Einsätze deponieren können. Uns würden Räumlichkeiten von etwa 50 m² schon reichen“, berichtet Göttling und sagt: "Wir sind diesbezüglich gerade in Verhandlung mit dem Bürgermeister und der zuständigen Referentin. Es wurde uns in Aussicht gestellt, dass wir ehestbald eine heimatliche Basisstation bekommen." Auch ein Hochwasserboot soll dem Team zukünftig bereitgestellt werden. „Für Herbst hat der Landesverband der Wasserrettung ein solches zugesagt", weiß Göttling.
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