02.11.2016, 07:37 Uhr

Dellach: Weg frei für Kanal und Breitband

Bürgermeister J. Lenzhofer 8ÖVP) ist froh, dass das Projekt Kanal nun über die vier Abwasservergenossenschaften realisiert wird

Gemeinde Dellach: Kanal wird 2017/2018 umgesetzt. Breitband-Initiative kommt.

DELLACH. Dellach im Oberen Gailtal zählt nach Feistritz an der Gail und dem Lesachtal zu jenen drei Gemeinden im Tal, bei denen das Projekt Kanal bislang noch ausständig war. In Feistritz/Gail sind die Kanalarbeiten gerade in Gange. Nun ist es auch in Dellach so weit. „2017/2018 beginnt die Umsetzungsphase“, informiert Bürgermeister Johannes Lenzhofer.

Kooperation

Das Projekt wird über die Gemeinde in Kooperation mit den vier örtlichen Abwassergenossenschaften Dellach, St. Daniel, Leifling und Nölbling realisiert – die eine Gemeinschaft der betroffenen Grundeigentümer sind. Die Dellacher Bevölkerung hat somit die Verantwortung in die eigene Hand genommen. „95 Prozent der Dellacher Einwohner sind auch Mitglieder dieser Genossenschaften, was das Zustandekommen und die Abwicklung des Projektes wesentlich erleichtert“, so Lenzhofer. Geplant und durchgeführt wird das Vorhaben mit der Firma Steinbacher & Steinbacher ZT GmbH. Die Entscheidungsfindung war sehr aufwändig, da entgegen dem Abwasserrahmenkonzept aus dem Jahr 1995 neuere Studien einen Anschluss an die Kläranlage des Karnischen Abwasserverbandes in Görtschach empfohlen haben. Zufrieden waren die Dellacher damit nicht. Ein gemeinsamer Weg der vier Abwassergenossenschaften mit der Gemeinde Dellach wurde gefunden. Diese AWGs haben sich 2013 aus der Bürgerinitiative Pro Dellach entwickelt. Nach diversen Varianten, die zur Diskussion standen, ist von Seiten der Bundesförderstelle in Wien jetzt grünes Licht für das Projekt gegeben. Dieses sieht „Einzelanlagen für alle Bereiche" vor. Das Ansuchen zur wasserrechtlichen Bewilligung ist bei der Bezirkshauptmannschaft Hermagor vom Planungsbüro Steinacher & Steinacher bereits eingereicht worden.

Kosten: Sechs Mio. Euro

Sechs Millionen Euro werden für das Gesamtprojekt der Abwasserentsorgung aufgewendet. Ein Drittel davon wird über die Anschlussgebühren der Gebäude aufgebracht. Den Rest finanzieren die Bürger über ihre Beiträge. Die rund 400 Haushalte der Gemeinde werden ab 2017/2018 an das Kanalnetz angeschlossen sein. Es sind insgesamt sechs Kläranlagen über 50 EW vorgesehen. Je zwei für die größeren Ortschaften Dellach und St. Daniel und je eine für Leifling und Nölbling, wobei der Bichl in Nölbling eine eigene Kleinanlage erhält. Das Kanalnetz umfasst eine Gesamtlänge von ca. 19 Kilometer. Dadurch konnte gegenüber den Vorstudien eine Einsparung von mehr als zwei Kilometer Leitungslänge erreicht werden. Bestbieter für die Errichtung der Kläranlagen ist die Firma Seiwald Bau GmbH aus Kötschach. Begonnen werden soll mit dem Bau des Kanalnetzes in Dellach-Ost.

Flächendeckendes Breitband
Wie in der Gemeinde Feistritz, so will man auch in Dellach zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Im Zuge des Kanalbaus wird die Gemeinde Dellach den Bürgern eine (fast) flächendeckende Breitbandversorgung (FTTH – Fiber to the home) anbieten können. Diese Infrastrukturmaßnahme ist gerade im ländlichen Raum nicht selbstverständlich, jedoch zukunftsweisend und wird ca. 600.000 Euro zusätzliche Kosten verursachen. Das Projekt ist bei der Förderstelle des Bundes (Breitbandmilliarde) zur Förderung eingereicht. Ende November wird die Förderzusage erfolgen. Zusätzlich werden Mittel aus der Kommunalen Bauoffensive beim Land Kärnten beantragt. Es sollten laut Gemeinde keine Hindernisse für die Genehmigungen mehr vorliegen.
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