03.09.2014, 06:00 Uhr

"Für Wohnraum gibt es Potenzial"

Stadträtin Christina Ball hat in ihrer bisherigen Legislaturperiode vieles erreicht – und sie hat weitere große Pläne
HERMAGOR. Stadträtin Christina Ball (FPÖ) geht bei der Gemeinderatswahl 2015 ins Rennen. Im Interview spricht sie über ihre Kernpunkte bei der Wahl und verrät welche ihre Pläne sie dabei in ihren Referaten verfolgt.

WOCHE: Frau Ball, was lief aus Ihrer Sicht in den letzten Jahren im Gemeinderat gut?
BALL: Ich schätze die gute Zusammenarbeit, aber auch die Umgangsformen, die wir miteinander pflegen. Schade finde ich allerdings, dass im Vorwahlkampf die einzelnen Fraktionsmitglieder sehr oft parteipolitisch agieren, und in dieser Zeit nicht so sehr das Gemeinsame im Vordergrund steht.
Was hätten Sie sich anders vorgestellt?
Anders vorgestellt habe ich mir – als Ausschuss-Obfrau für Schule und Bildung –, die Entscheidung bezüglich der drei Schulschließungen im Bezirk. Die Daten und Fakten sprachen ja für diese Lösung und es war eine weise Entscheidung. Dennoch hatte ich damals ein Bauchwehgefühl. Die Schließung hat mich emotional sehr getroffen und mir ihm Herzen weh getan.
Wofür wollen Sie sich in den nächsten Jahren für die Gemeinde einsetzen?
Beim Thema Wohnen z.B. Derzeit liegen rund 80 Anträge von Wohnungssuchenden in Hermagor auf meinem Schreibtisch. Der Druck ist enorm. Im Vordergrund steht für mich als Wohnbaureferentin vor allem leistbares Wohnen – das ist bei den Bürgern gefragt. Wohnbau ist ein sehr sensibles Thema, da muss man oft schnell handeln und den Wohnungssuchenden helfen.
Wie bzw. wo kann man Wohnräume schaffen bzw. Wohnungsangebote bereitstellen?
Zum Einen gibt es viele leer stehende alte Häuser in der Umgebung von Hermagor. Wenn man diese revitalisiert, eignen sie sich optimal für das Vermieten von Wohnungen. Es gibt hinsichtliche dessen etliche Förderungsmaßnahmen, die man ausschöpfen kann. Ich bin des Weiteren bereits in Verhandlung mit privaten Vermietern und Interessenten für ein Wohnprojekt. Und in der Stadt Hermagor selbst ist absolut Potenzial für Wohnungen da.
Welche zentralen Themen stehen noch auf Ihrer Liste?
Betriebsansiedelung, sanfte Mobilität und Energie sowie Bildung. Zu Punkt eins: Ich habe über das Wirtschaftsreferat bereits eine Potenzanalyse durchführen lassen. In dieser sind alle leer stehenden Geschäftsflächen in Hermagor aufgelistet. Zugleich haben wir einen Strategieplan dazu entwickelt, wie wir diese leeren Geschäfte beleben können. In Kooperation mit dem Land Kärnten kann es uns gelingen, Betriebe nach Hermagor zu bringen. Im Gewerbepark Kühwegboden haben wir eine Fläche von 4.000 m² zur Verfügung, diese bietet Platz für eine Erweiterung der bereits bestehenden Unternehmen oder für neue Firmen.
Welche Impulse sehen Sie bei der Mobilität?
Generell soll Mobilität als solche Zukunftsthema sein. Viele Gailtaler haben ihren Wohnsitz hier, pendeln aber täglich zur Arbeit. Eine große Chance sehe ich durch die Vernetzung – der Gründung von Mitfahrbörsen.
In Kooperation mit Autohäusern im Gailtal fördern wir auch jene, die sich ein Elektro-Auto anschaffen.
Kommen wir noch zur Energie. Wo besteht da Ihrer Meinung als Energiereferentin noch Handlungsbedarf?
Primäres Ziel ist, dass wir als Gemeinde bis 2020 energieautark werden. Wir fördern auch alle Bürger, die beim Heizen auf alternative Anschaffungen setzen.
Gibt es noch ein Thema, das Ihnen am Herzen liegt?
Als Bezirksfrauenreferentin gründete ich für die Gailtaler Frauen das überparteiliche Frauen Netzwerk SET. Bei diesem können sich die Frauen in Form gemeinsamer Treffen austauschen, sich gegenseitig helfen und unterstützen. Dort erhalten Sie auch professionellen Rat und Hilfe bei Themen, die speziell für Frauen wichtig sind. Dieses Netzwerk möchte ich noch weiter ausbauen.


ZUR PERSON

Name: Christina Ball
Geb: 11. Mai 1970
Wohnort: Hermagor
Familienstand: Ball ist verheiratet mit Georg Ball, zwei Kinder (18 und 16 Jahre)

Beruf: die diplomierte Pädagogin ist Lehrerin und seit 1992 im Schuldienst
Aktivitäten: Seit 2004 ist sie Vorstand des Bildungsvereins Kärnten,
und außerdem Mitglied bei den Hermagorer Bürgerfrauen.

Hobbies: Kochen, Reisen, Spaziergänge.

Politischer Werdegang:
2000: Mitglied freiheitlicher Lehrerverein
2004 Kandidatin zur NR-Wahl
2005 BZÖ-Gründungsmitglied
Seit 2009 ist Ball im Gemeinderat
2009 Ausschussobfrau für Schulen und Bildung
Seit 2012 ist sie Stadträtin.

Ihre Referate: Wirtschaftsförderung (Betriebsansiedlung, Gewerbepark), Wohungswesen, Energie (Nahwärme, Alternativenergie, Verkabelungen, Kraftwerke)

Die Stadträtin ist sehr naturverbunden und liebt Spaziergänge mit ihrem Hund "Iggi".
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