08.11.2017, 12:30 Uhr

Guggenberg: Holzfracht wird zum Wettlauf mit der Zeit

Das aufgearbeitete Holz sollte möglichst schnell ins Tal (Foto: Jost)

Guggenberg: Zwei Forststraßen für Holztransport sind frei. L 29 wird nun saniert. Die Zeit drängt.

GUGGENBERG (iz). Geschätzte 80.000 Festmeter Schadholz hat ein Sturm am Guggenberg bei Hermagor im August verursacht. Die L 29, die Guggenberger Landesstraße, hat eine Gewichtsbeschränkung von streckenweise 12 bis 16 Tonnen und ist für LKW nicht befahrbar. Die großen Mengen an Schadholz auf diesem Transportweg konnten daher nicht abtransportiert werden.


Gipfel einberufen

Damit die Sperre aufgehoben werden kann, muss die L 29 instand gesetzt werden. Im September sind Landeshauptmann Peter Kaiser, LH-Stv.in Gaby Schaunig, Landesrat Gernot Darmann, Landesrat Christian Benger und Landesrat Gerhard Köfer bei einem Runden Tisch zusammengekommen um gemeinsam eine Lösung für die betroffenen Waldbesitzer zu erarbeiten.

Ersatzstraßen freigemacht

Die Aufräumarbeiten des Schadholzes sind bereits seit Wochen im Gange. Nun laufen auch der Abtransport und die notwendigen Sanierungen an den Forststraßen. Zwei Forststraßen sind jetzt für den Abtransport von den Arbeitern des Agrarbauhofes hergerichtet worden: der sogenannte Plattenweg, über den die LKW ins Schadholzgebiet kommen, und der Zuchenweg, über den die Abfuhr der beladenen 44-Tonner erfolgt. Dafür hat man das Einverständnis der Grundbesitzer eingeholt und per Vertrag schriftlich festgehalten. „Es ist auch in deren Interesse, das Schadholz so schnell wie möglich abzutransportieren, weil ein Käferbefall einen noch größeren Schaden für alle bedeutet“, weist Benger hin.

80.000 Festmeter "warten"

535 Fuhren sind bisher heruntergebracht worden. Vier Harvester und eine Seilbahn sind vor Ort. „Immerhin müssen bis zu 80.000 Festmeter Schadholz vom Berg und das möglichst rasch. Windwurfereignisse in der Vergangenheit zeigen, dass dann auch noch der Borkenkäfer kommt und sich die Schadholzmenge fast verdoppeln kann“, so Forstlandesrat Benger. Um so viel Schadholz wie möglich aufzuarbeiten, sind drei Schlägerungsunternehmen im Einsatz. Doch die vielen Fuhren erfordern, dass an den Forststraßen immer wieder Sanierungsarbeiten notwendig sind. Laut Benger rechnet man nach 10.000 abtransportierten Festmetern mit Ausbesserungsarbeiten. Bis die jetzigen Arbeiten erledigt sind, wird weitergearbeitet und das Holz für den Abtransport gelagert. In Summe werden die Aufräumarbeiten ein Jahr dauern.


L 29 wird nun saniert

Der Wermutstropfen: Die Landesstraße L 29 steht selbst für Leerfahrten der LKW nicht zur Verfügung und ist gespert. Den Waldbauern auf der Vorderseite des Guggenberges sind damit die Hände gebunden. Sie können ihr Holz nur über die L 29 herunterbringen. Jetzt sollen dort Sanierungsarbeiten beginnen. In einem Regierungsbeschluss hat sich die Landespolitik für eine Sanierung der Gefahrenstellen an der L 29 und eine Gesamtsanierung der Straße bis 2020 ausgesprochen. Landesrat, Straßenreferent Gerhard Köfer: „Derzeit befindet sich die Maßnahme „Hauser Mößlacher“ von Kilometer 2,1 bis 5,0 in Umsetzung. Zwei bestehende desolate Trockenmauern, die sich um Zuge der Unwetterereignisse noch mehr verschlechtert haben, werden gerade saniert und Felsabtragungsarbeiten durchgeführt. Zusätzlich wird in jenem Bereich,
in dem sich eine Rutschung ereignet hat, eine Steinschlichtung errichtet."

Laut Köfer sollen die Hauptarbeiten bis Mitte Dezember abgeschlossen sein. "Grundlage für die weiteren Arbeiten bildet ein Gutachten eines Zivilingenieurbüros. Wenn diverse Steinschlichtungs- und Spritzbetonsicherungsarbeiten fertiggestellt sind, kann die Tonnenbeschränkung der L 29 Guggenberger Straße auf der Hermagor Seite aufgehoben werden", informiert Köfer und ergänzt:
"Die Baumaßnahmen werden gerade ausgeschrieben und können winterbedingt jedoch erst im April/Mai 2018 fertiggestellt werden. Die Kosten für die derzeitige Sanierung betragen 185.000 Euro.“

Gleichzeitig beginnt der Wettlauf mit der Zeit. Bei einem Wintereinbruch wie es jetzt am Montag der Fall war, ist die Durchführung bzw. Fertigstellung der Sanierungarbeiten fraglich. Im schlimmsten Fall kann das Schadholz erst im Frühjahr ins Tal gebracht werden.
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