05.10.2017, 08:32 Uhr

"Ich steh zu meiner Heimat"

Will weiterhin im Parlament mitreden: Gabriel Obernosterer (Foto: KK)

Nationalratswahl 2017: Gabriel Obernosterer ist im Wahlkreis West Spitzenkandidat der ÖVP.

LESACHTAL. Mit ÖVP-Kandidat Gabriel Obernosterer schließt unsere Interviewserie mit den Gailtaler Spitzenkandidaten aus dem Wahlkreis West. Der Lesachtaler Nationalratsabgeordnete ist auf der Landesliste auf Platz zwei und auf der Liste Wahlkreis West auf Platz eins gereiht.
WOCHE: Welche Chancen rechnen Sie sich aus, dass Sie wieder in den Nationalrat gewählt werden? Dazu bedarf es ja der Vorzugsstimme der Wähler.
GABRIEL OBERNOSTERER: Das ist diesmal entscheidend. Ja, ich will für meine Heimat wieder in den Nationalrat. Mit Sebastian Kurz haben wir aber ein Vorzugsstimmenmodell. Das heißt, nur wer in unserer Bewegung genug Vorzugsstimmen hat, kommt auch in den Nationalrat.

Was wollen Sie als Nationalrat auf Bundesebene verändern?
Es muss mehr Praxis und Hausverstand in die Gesetzgebung. Die Unternehmer ersticken im Auflagen-Dschungel, die Arbeitnehmer bekommen für ihre Leistung zu wenig Geld heraus, weil zu viel in Strukturen und Verwaltung versickert. Die vielen Mehrfachzuständigkeiten für ein und dasselbe gehören weg. Hier hat sich über die Jahrzehnte eine Gesetzesflut aufgebaut und wurde die Verwaltung aufgebläht, die uns mehr behindert als nützt!

Was sind Ihre Themen, die Sie als Nationalratsabgeordneter vertreten würden?
Runter mit den Steuern für Unternehmer. Sie schaffen die Arbeitsplätze, sonst niemand. Und weg mit den bevormundenden Auflagen und Gesetzen. Wenn ein Gesetz her muss, ja, dann muss ein altes zugleich weg. Das macht Sinn und nicht immer nur neue Regeln dazu.

Was möchten Sie als Nationalrat speziell für das Gailtal verändern?
Wenn wir die Steuern und die Auflagen für Unternehmer reduzieren, trifft das genau unsere kleinstrukturierten Familienbetriebe in den Tälern und Regionen. Denn die leiden am meisten unter den Steuern und Auflagen und kommen umgekehrt nicht zu den Förderungen.

Thema AHS-Unterstufe. Hier rudert man anscheinend noch immer im Kreis. Seit Jahren bemühen Sie sich durch Ihren verlängerten Arm ins Parlament, dass hier etwas passiert. Haben Sie überhaupt noch genug Atem, sich für diese Sache einzusetzen?
Ich werde niemals aufhören für die AHS-Unterstufe zu kämpfen. Je mehr Ausbildungsmöglichkeiten, desto besser für unsere Jungen. Wer dagegen ist, zeigt sein wahres Gesicht in der Bildungspolitik.

Was braucht es zur Entwicklung des ländlichen Raumes im Gailtal und welche Ansätze Ihrerseits (bzw. der ÖVP) gibt es dazu?
Der ländliche Raum besteht auf Grund von zwei Säulen: flächendeckende Landwirtschaft und Tourismus. Das sind die Haupteinnahmequellen, das sind auch die Investoren, deren Geld direkt in der Region zum Tragen kommt. Alles, was ich schon gesagt habe, stärkt den ländlichen Raum. Denn wenn die Arbeitsplätze draußen erhalten bleiben, bleibt der ländliche Raum auch Siedlungs- und Lebensraum. Dazu gehören aber auch eine entsprechende Kinderbetreuung, damit Beruf und Familien vereinbar sind, und die Ausbildung für unsere Kinder.

Warum ist es für die Region wichtig, dass Sie als Vertreter aus dem Gailtal im Nationalrat sitzen? Anders gefragt: Was würde durch Ihre Person in der Region weitergehen und was kann vorangetrieben werden?
Ich vergesse niemals meine Wurzeln. Wer mich kennt, weiß, dass ich zu meiner Heimat stehe. Es ist auch die Verbindung in die Landesregierung wichtig, weil vieles Hand in Hand geht. Die Rahmenbedingungen für die Unternehmer sind Bundesmaterie – da müssen Praktiker mitreden. Die Möglichkeiten, den ländlichen Raum zu stärken, wie das Wegenetz, können wir mit dem Bund und dem Land gemeinsam. Wichtig ist die Vernetzung. Oder das Best-Bieter-Prinzip. Auf Bundesebene haben wir gesetzlich verankert, dass öffentliche Einrichtungen heimische Lebensmittel kaufen können und nicht die billigsten Produkte nehmen müssen. Damit bleibt unser Geld im Land und kurbelt hier die Wirtschaft an.

Sie sagen, es gibt für Sie keine Wahl, bei der Sie nicht mit dem Bundesparteichef abgestimmt haben, ob er mit Ihnen arbeiten will oder nicht. Würde sich mit Sebastian Kurz an der Spitze der ÖVP im Land etwas ändern?
Er ist der Garant dafür, dass sich etwas ändert, wenn er am Wahlabend die entsprechende Stärke erhält. Er ist jung, aktiv, er hat die Kraft zu ändern und er hat den Blick aufs Wesentliche. Ich vertraue Sebastian Kurz.

Am 15. Oktober wird gewählt. Wer soll das Land in Zukunft regieren?

Diejenigen, die bereit sind, etwas zu ändern, damit unsere Kinder und Enkerl auch noch in einem Wohlstandsland leben können. Wer nicht bereit ist, zu reformieren, hat in der Regierung nichts verloren.

Das Interview führte Iris Zirknitzer

Zur Person
Gabriel Obernosterer, geboren am 13.05.1955. Wohnort: Lesachtal. Beruf: Hotelier. Familienstand: verheiratet
•Politik: Seit 30. Oktober 2006 ist Obernosterer Abgeordneter zum Nationalrat
•Politische Funktionen:
Mitglied des Gemeinderates der Gemeinde Lesachtal 1985–1997
Landesparteiobmann der ÖVP Kärnten 2012–2014


Zur Sache
Am 15. Oktober wählt Österreich ein neues Parlament.

Die jeweils ersten fünf Kandidaten im Wahlkreis West (Spittal/Hermagor/Feldkirchen) sind:

SPÖ: 1. Günther Novak, 2. Ulrike Nischelbitzer, 3. René Willegger, 4. Astrid Gucher, 5. Roland Mathiesl
ÖVP: 1. Gabriel Obernosterer, 2. Katja Morgenstern, 3. Martin Treffner, 4. Carmen Thaler, 5. Sigismund Moerisch

FPÖ: 1. Erwin Angerer, 2. Dietmar Rauter, 3. Christina Ball, 4. Josef Jury, 5. Kerstin Pirker-Fuchsbichler
Die Grünen: 1. Dorothea Gmeiner-Jahn, 2. Erich Köhler, 3. Nadja Seebacher, 4. Robert Hauser, 5. Marianne Gütler
Neos: 1. Hermann Bärntatz, 2. Markus Unterdorfer-Morgenstern, 3. Marcel Mild, 4. Hannes Bergner, 5. Markus Handlhofer-Danicek
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