01.10.2017, 15:13 Uhr

Ronny Rull (ÖVP) ist neuer Bürgermeister in der SPÖ-Hochburg St. Stefan/Gail

Ronny Rull (ÖVP) ist zum Bürgermeister gewählt worden und wird nun die Geschicke in der Gemeinde leiten

UPDATE

ST. STEFAN/GAIL. Spannender hätte die Bürgermeister-Stichwahl in St. Stefan/Gail selbst die Grand Dame des Krimigenres Agatha Christie, nicht „inszenieren können“. Es war Nervenkitzel pur bis zur letzten Minute. Um ca. 14.45 öffneten sich im Kultur-und Gemeindezentrum St. Stefan die Türen von jenem Raum, in dem die Wahlkommission wenige Minuten zuvor noch die letzten Stimmen ausgezählt hat.
SPÖ-Bürgermeisterkandidat, Vizebürgermeister Rene' Rupnig trat heraus, den Zettel mit den Wahlergebnissen in der Hand, bereit, diese zu verkünden. Dann das Resultat: Mit 53,28 % und 617 Stimmen entscheidet Ronny Rull (ÖVP) die Stichwahl für sich. Gegenkandidat Renè Rupnig (SPÖ) kommt auf 46,72 % und 541 Stimmen. Für die SPÖ ein eher düsterer Tag. Ihre Erwartungen haben sich nicht erfüllt. Hans Ferlitsch (SPÖ) wurde 2015 noch mit 70 % zum Bürgermeister gewählt. Ein Ergebnis, von dem Rupnig weit entfernt ist.


Erwartungen nicht erfüllt

Erhofft hat man sich ohne Zweifel mehr. Beim ersten Wahldurchgang am 17. September lag Rupnig (491 Stimmen, 45,34 %) vorne, Rull Rull (455 Stimmen, 41,59 %) war ihm dicht auf den Fersen – mit 36 Stimmen Unterschied. Am Wahlsonntag, 1. Oktober konnte Rupnig seinen Vorsprung vom ersten Urnengang am 17. September nicht mehr halten und lag bei der Stichwahl 76 Stimmen (6,56 %) hinter Gegenkandidat Rull, der sich über das Ergebnis freut. "Ich habe gedacht, es wird ganz knapp. Dass es so ausgeht, war für mich absolut nicht abzusehen. Ich bin überglücklich, ich kann es nicht in Worte fassen.“
Erwartungsgemäß hat ÖVP-Kandidat Ronny Rull in seinem Heimatort Vorderberg punkten können (83,33%, 195 Stimmen), Rupnig in seiner Heimat Tratten (65,87 %, 110 Stimmen). Überraschend das Ergebnis im bislang eher rot dominierten Wahlsprengel St. Stefan. Hier holte Rull mehr Stimmen (200) als Rupnig (172). Bei der Briefwahl entfielen deutlich mehr Stimmen auf Rupnig (90) als auf Rull (42). Die Wahlbeteiligung am Sonntag war mit 1158 gültigen Stimmen höher (83,6 %) als jene im 1. Durchgang mit 1094 Stimmen.

Herausforderung

René Rupnig bleibt Vizebürgermeister. Margit Gallautz (SPÖ), die die Bürgermeister-Amtsgeschäfte nach dem Rücktritt von Ferlitsch geführt hat, ebenso. Ganz so einfach wird es für den schwarzen Bürgermeister Ronny Rull im Gemeinderat mit absolter SPÖ Merhheit (acht Mandate) wohl nicht werden.


Zusammenarbeit geht vor

Rull gibt sich positiv gestimmt: „Ich denke nicht, dass das nun schwierige Jahre sind. Es werden jetzt Jahre der Gemeinsamkeit sein. Ich habe immer gesagt, für mich steht im Vordergrund, dass man gemeinsam einen Plan entwickelt, der dann mittelfristig bis langfristg mit allen umgesetzt wird. Das ist mein Ziel und meine Vision für St. Stefan.“
Deutlich ist die Ansage von Vizebürgermeister Renè Rupnig: „Natürlich müssen wir in einer kleinen Gemeinde immer zusammenarbeiten. Ich habe viele Jahre mit Hans Ferlitsch zusammengearbeitet. Aus dieser Erfahrung weiß ich: einmal kommt man an seine menschlichen Grenzen und da braucht man ein starkes Team. Ronny Rull muss sich jetzt beweisen, jetzt ist drei Jahre Probezeit."

Insgesamt wurden 1158 Stimmen abgegeben, davon sind 23 ungültig.

Ergebnisse in den fünf Wahlsprengeln:

St. Stefan/Gail: Rene‘ Rupnig (SPÖ): 172 Stimmen, 46,24 Prozent
Ronny Rull (ÖVP): 200 Stimmen, 53,76 Prozent

Köstendorf: : Rene‘ Rupnig (SPÖ): 65 Stimmen, 54,17 Prozent
Ronny Rull (ÖVP): 55 Stimmen, 45,83 Prozent

St. Paul : Rene‘ Rupnig (SPÖ): 65 Stimmen, 48,87 Prozent
Ronny Rull (ÖVP): 68 Stimmen, 51,13 Prozent

Tratten: Rene‘ Rupnig (SPÖ): 110 Stimmen, 65,87 Prozent
Ronny Rull (ÖVP): 57 Stimmen, 34,13 Prozent

Vorderberg: Rene‘ Rupnig (SPÖ): 39 Stimmen, 16,67 Prozent
Ronny Rull (ÖVP): 195 Stimmen, 83,33 Prozent

Briefwahl: Rene‘ Rupnig (SPÖ): 90 Stimmen, 68,18 Prozent
Ronny Rull (ÖVP): 42 Stimmen, 31,82 Prozent


Die ÖVP stellt im Gailtal damit in den Gemeinden die Mehrheit an Bürgermeistern:
6 ÖVP, 3 SPÖ, 2 FPÖ, 1 ULB

Lesachtal: Johann Windbichler (ÖVP)
Dellach: Johannes Lenzhofer (ÖVP)
Nötsch: Alfred Altersberger (ÖVP)
Feistritz/Gail: Dieter Mörtl (ÖVP)
Hohenthurn: Florian Tschinderle (ÖVP)
St. Stefan Gail: Ronny Rull (ÖVP)

Kötschach-Mauthen: Walter Hartlieb (SPÖ)
Hermagor-Pressegger See: Siegfried Ronacher (SPÖ)
Arnoldstein: Erich Kessler (SPÖ)

Kirchbach: Hermann Jantschgi (FPÖ)
Gitschtal: Christian Müller (FPÖ)

Bad Bleiberg: Christian Hecher (ULB)
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Bericht Stichwahl 1. Oktober

ST. STEFAN AN DER GAIL. Der 1. Oktober 2017 dürfte für die Gemeinde St. Stefan aus politischer Betrachtung wohl in die Geschichte eingehen. Nach 32 Jahren SPÖ-Regentschaft unter Hans Ferlitsch, der am 1. Juli 2017 offiziell sein Amt zurückgelegt hat, übernimmt nun die ÖVP unter Ronny Rull den Bürgermeistersessel in der Gemeinde.

Die ÖVP geht aus der Bürgermeister-Stichwahl am heutigen Sonntag als Wahlsieger hervor. Ronny Rull holt sich mit 53,28 Prozent und 617 Stimmen die Mehrheit und ist damit neuer Bürgermeister der Gemeinde St. Stefan/Gail.
SPÖ-Bürgermeisterkandidat Rene' Rupnig kann 46,72 Prozent für sich verbuchen. Auf ihn entfallen 541 Stimmen.


Die ersten Statements der Kandidaten:

Ronny Rull (ÖVP): „Das Ergebnis ist überwältigend. Ich habe gedacht, es wird ganz knapp. Dass es so ausgeht, war für mich absolut nicht abzusehen. Ich bin überglücklich, ich kann es nicht in Worte fassen.“

Ronny Rull (ÖVP) über die Zusammenarbeit mit der parteistärksten Fraktion der Gemeinde, der SPÖ, und dem Gemeinderat: „Ich denke nicht, dass das schwierige Jahre sind. Es werden jetzt Jahre der Gemeinsamkeit sein. Ich habe immer gesagt für mich steht im Vordergrund dass man gemeinsam einen Plan entwickelt der dann mittelfristig bis langfristg mit allen umgesetzt wird. Das ist mein Ziel und meine Vision für St. Stefan.“



Rene‘ Rupnig (SPÖ): „Ich muss sagen ich bin zufrieden mit dem Wahlergebnis, da ich zum ersten Mal als Bürgermeisterkandidat angetreten bin. Wie wir bei der letzten Wahl vor der Stichwahl gemerkt haben: dass sich Ronny Rull und Beatrice Kuglitsch zusammentun. Wenn sich zwei Parteien in einer kleinen Gemeinde gegen einen zusammentun ist ein Wahlsieg erreichen schwer.“

Rene' Rupnig (SPÖ): „Verloren habe ich eigentlich wenig Stimmen, ich habe überall dazu geholt. Rull hat ein wenig mehr als ich dazu geholt, vor allem in Vorderberg.“
„Natürlich müssen wir in einer kleinen Gemeinde immer zusammenarbeiten. Ich habe viele Jahre mit Hans Ferlitsch zusammengearbeitet. Aus dieser Erfahrung weiß ich: einmal kommt man an seine menschlichen Grenzen und da braucht man ein starkes Team. Ronny Rull muss sich jetzt beweisen, jetzt ist drei Jahre Probezeit.“
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