31.08.2016, 17:00 Uhr

Schnelles Netz für Feistritz

Noch wird gegraben. Bis zum Frühjahr 2017 sollen die Haushalte in Feistritz für die Technologie fit gemacht werden (Foto: Gemeinde Feistritz Gail)

Gemeinde Feistritz wird erste Kärntner Gemeinde mit eigenem Glasfaser-Netz.

FEISTRITZ/GAIL. Auf dem Land sind die Übertragungsgeschwindigkeiten nicht selten um ein Vielfaches niedriger als in der Stadt. Viele Haushalte im ländlichen Raum surfen oft mit weniger als fünf Mbit pro Sekunde im Internet. Das reicht zwar zum Checken von E-Mails und Facebook. Will man Filme übers Internet schauen oder möchte die ganze Familie im Haushalt zur gleichen Zeit surfen, wird das zum Geduldsspiel.

Internet-Offensive

Die Gemeinde Feistritz an der Gail startet mit einer Offensive für schnelleres Internet. Eine Kooperation zwischen dem Land Kärnten und der Gemeinde Feistritz an der Gail bringt per Glasfaserkabel jetzt einen schnelleren Internetzugang in die Haushalte und Unternehmen von Feistritz. In Eigeninitiative errichtet die Gemeinde ein eigenes Glasfasernetz. An dieses wird jeder Haushalt angeschlossen.
Es handelt sich bei dieser Technik um einen FTTB Anschluss (fibre to the building – oder Glasfaser bis in die Wohnung), bzw. ein FTTH Netz (fibre to the home – oder Glasfaser bis in die Wohnung). Die Internetdienste stellt ein Villacher Unternehmen, der Internet Provider NETcompany, zur Verfügung.

GNK betreibt Netz

Betreiben und warten wird das Feistritzer Netz die GNK GmbH, die Glasfaser Netz Kärnten. Sie bietet mittlerweile Anschlüsse dieser Art in verschiedenen Regionen an. Das Unternehmen wird auch nachträgliche Neuanschlüsse herstellen. Über das Zubringernetz der Kelag wird die Anbindung des Gemeindenetzes ermöglicht. „Im Zuge der Grabungsarbeiten für den Kanal werden derzeit parallel dazu die Rohre verlegt. Im Mai 2017 sollten dann alle Haushalte für die neue Technologie ausgestattet sein“, informiert Bürgermeister Dieter Mörtl. Das Glasfasernetz umfasst an Gesamtlänge rund 8.600 Meter.
Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 400.000 Euro. Diese teilen sich Bund und Land mit 75 Prozent. 25 Prozent schießt die Gemeinde zu. Feistritz muss jedoch vorfinanzieren.
„Wir investieren damit für unsere Bürger in eine technologische Zukunft“, so der Bürgermeister. Rund 250 Haushalte zählt die Gemeinde. Das Interesse sei da. "Rund die Hälfte der Haushalte will einsteigen", bestätigt Mörtl.
In Kärnten sollen bis zum Jahr 2020 übrigens mehr als 300 Millionen Euro in den Ausbau dieser Technologie investiert werden.

Zur Sache

Das Breitbandbüro Kärnten ist die fachliche Stelle für Breitbandbelange innerhalb der Kärntner Landesregierung.
Es bildet seit 2005 eine zentrale Anlaufstelle für sämtliche relevanten Informationen betreffend Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnologie.

Im Arbeitskreis „Breitband Kärnten 2020“ sind Wirtschaftskammer, Industriellenvereinigung, Gemeindebund, Städtebund und Land vertreten.
Gemeinsam wurde eine Breitbandstrategie für Kärnten erstellt. Sie wurde im Jänner 2015 von der Landesregierung einstimmig verabschiedet.

Zusätzlich zu den Bundesförderprogrammen wurde im Frühjahr in Kärnten ein „Breitband Unterstützungsprogramm für Kärntner Gemeinden“ auf Basis von Bedarfszuweisungen geschaffen.
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