14.11.2017, 09:16 Uhr

UPDATE Schließung Modine: LR Darmann fordert Ersatzinvestor

Die Firma Modine produziert Wärmetauscher. Bereits Ende der Woche soll der Betrieb jetzt eingestellt werden (Foto: Zirknitzer)
UPDATE: FPÖ-Darmann fordert parteiübergreifende Anstrengungen, um den Betroffenen der Modine-Schließung zu helfen. Neben üblicher Prüfung und Einrichtung einer Arbeitsstiftung Suche nach Ersatzinvestor wichtigstes Ziel – FPÖ bemüht sich, bestehendes Wirtschaftsnetzwerk in Italien zu nützen

Ersatzinvestor gefordert

Nach dem bevorstehenden Aus für Modine in Kötschach-Mauthen und den dramatischen Folgen für die 146 betroffenen Arbeitskräfte und ihre Familien, fordert der Kärntner FPÖ-Obmann Landesrat Gernot Darmann heute parteiübergreifende Anstrengungen, um den Betroffenen zu helfen. „Nach der überfallsartigen Schließung des Wärmetauscher-Produzenten Modine in Kötschach-Mauthen und den dramatischen Folgen für die Betroffenen kann es nur ein Ziel geben: Es muss so rasch wie möglich ein Ersatzinvestor gefunden werden, der das Werk weiterbetreibt“, fordert Darmann intensive Anstrengungen für einen Neubeginn.

Neben der üblichen Prüfung und Einrichtung einer Arbeitsstiftung gelte es, parteiübergreifend die Fühler nach neuen Investoren auszustrecken. „Unabhängig von den Zuständigkeiten in der Kärntner Landesregierung, sollten auch alle Regierungsmitglieder aktiv werden. Seitens der FPÖ bemühen wir uns bereits, unser bestehendes Wirtschaftsnetzwerk in Italien zu nützen und dort den Modine-Standort im Gailtal ins Gespräch zu bringen“, teilt Darmann mit.

Darmann verweist in diesem Zusammenhang auch auf die kürzlich präsentierte FPÖ-Idee einer eigenen Projektentwicklungs-Gesellschaft für Kärnten. „Mit einer eigenen Projektentwicklungsgesellschaft des Landes könnten wir Projekte von A bis Z fertig planen und genehmigen und dann in einer Projektliste Unternehmern und Investoren national und international anbieten. Es geht dabei vor allem um die Schaffung wichtiger Arbeitsplätze für Kärnten, welche dringend benötigt werden. Das zeigt sich nun auch an der dramatischen Situation im Gailtal“, erklärt der FPÖ-Obmann.



UPDATE: Bezirkshauptmann Heinz Pansi nimmt ebenfalls Stellung zur Schließung des US-Konzerns Modine am Standort Kötschach.
Bezirkshauptmann Heinz Pansi zeigt sich bestürzt über den Vorfall. Der Ball läge primär beim Unternehmen hält er fest. "Es ist wichtig, dass jetzt in erster Instanz der Betriebsrat und die Firmenleitung Maßnahmen ergreifen um die Absicherung der Belegschaft sicherzustellen. Auch er erwartet sich vom Unternehmen, dass ein Sozialplan ausgearbeitet wird. Pansi fügt hinzu: "Ich habe dem Bürgermeister jegliche Unterstützung seitens der Behörde zugesagt. In Zukunft wird man sich vertiefend beraten müssen wie wir der Region helfen werden. Ziel muss es sein, der Region jetzt Hoffnung zu geben."


UPDATE: Kötschachs Bürgermeister Walter Hartlieb äußert sich zur überraschenden Schließung von Modine: "Seit Beginn der Wirtschaftskrise hat der Standort Kötschach-Mauthen mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen. Seitens der Mitarbeiterinnen und Mitarber hat man alle Restrukturierungsmaßnahmen und den Personalabbau mitgetragen und war bemüht, die Situation zu meistern. Diese Restrukturierungsmaßnahmen wurden durch den Luvata-Konzern durchgeführt."
Hartlieb zeigte sich überrascht über das jähe Aus für "Modine":
Seit 2013 ist im Personalstand Kontinuität gegeben und man war eigentlich positiv gestimmt, als der Modine-Konzern im Juni des letzten Jahres die Wärmeaustauscher-Division der Luvata und somit auch den Standort Kötschach-Mauthen erworben hat. Seitens der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter war eine positive Stimmung gegeben, die Auftragslage war gut, man musste Überstunden machen und es wurde auch einige Personalaufnahmen getätigt. Umso überraschender kam nun für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wie auch für die Gemeinde diese Nachricht, dass das Werk Kötschach-Mauthen geschlossen wird.


Alle an einem Strang ziehen

"Es ist für uns als Gemeinde natürlich eine schwierige Situation. Aber es wird nur gehen, wenn alle an einem Strang ziehen, die Politik, die Wirtschaft, die Sozialpartner, alle sonstigen Institutionen, wie auch der Modine-Konzern", sagt Hartlieb und betont: "Das Wichtigste ist vorerst, einen entsprechenden Sozialplan auszuverhandeln, damit die soziale Absicherung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den nächsten Monaten gewährleistet ist. Dies ist im Laufen."  Sodann ist es laut Hartlieb "auch wichtig zu erfahren, was mit der Betriebsstätte als solche passier bzw. der Modinekonzern vor hat und das wichtigste an allem, dass wir versuchen alternative Arbeitsmöglichkeiten - soweit als möglich auch in der Gemeinde und im Tal - für die Betroffenen zu finden. Es gibt diverse Anfragen für Arbeitnehmerinnen und -nehmer, sowie auch Interesse an der Betriebsstätte, die man aber noch evaluieren muss.

Gespräche laufen

"Es wird heute ein Gespräch mit den Vertretern des Konzerns geben", informiert der Bürgermeister und betont: "Die Erwartungen sind ganz klar, dass der Modine-Konzern sich entsprechend im Sozialplan einbringt und auch seine soziale Verantwortung für das Personal wahrnimmt. Desweiteren das für eine Weiternutzung der Betriebsstätte durch andere, ein Entgegenkommen zum Ausdruck gebracht wird."


UPDATE: Auch der Kärntner FPÖ-Obmann Landesrat Gernot Darmann forderte heute parteiübergreifende Anstrengungen, um den Betroffenen zu helfen. Gernot Darmann sagt: „Nach der überfallsartigen Schließung des Wärmetauscher-Produzenten Modine in Kötschach-Mauthen und den dramatischen Folgen für die Betroffenen kann es nur ein Ziel geben: Es muss so rasch wie möglich ein Ersatzinvestor gefunden werden, der das Werk weiterbetreibt“, fordert Darmann intensive Anstrengungen für einen Neubeginn.

Neben der üblichen Prüfung und Einrichtung einer Arbeitsstiftung gelte es, parteiübergreifend die Fühler nach neuen Investoren auszustrecken. „Unabhängig von den Zuständigkeiten in der Kärntner Landesregierung, sollten auch alle Regierungsmitglieder aktiv werden. Seitens der FPÖ bemühen wir uns bereits, unser bestehendes Wirtschaftsnetzwerk in Italien zu nützen und dort den Modine-Standort im Gailtal ins Gespräch zu bringen“, teilt Darmann mit.

Darmann verweist in diesem Zusammenhang auch auf die kürzlich präsentierte FPÖ-Idee einer eigenen Projektentwicklungs-Gesellschaft für Kärnten. „Mit einer eigenen Projektentwicklungsgesellschaft des Landes könnten wir Projekte von A bis Z fertig planen und genehmigen und dann in einer Projektliste Unternehmern und Investoren national und international anbieten. Es geht dabei vor allem um die Schaffung wichtiger Arbeitsplätze für Kärnten, welche dringend benötigt werden. Das zeigt sich nun auch an der dramatischen Situation im Gailtal“, erklärt der FPÖ-Obmann.

Bezirkshauptmann Heinz Pansi: "Der Region müssen wir jetzt Hoffnung geben!"
Bezirkshauptmann Heinz Pansi zeigt sich bestürzt über den Vorfall. Der Ball läge primär beim Unternehmen hält er fest. "Es ist wichtig, dass jetzt in erster Instanz der Betriebsrat und die Firmenleitung Maßnahmen ergreifen um die Absicherung der Belegschaft sicherzustellen. Auch er erwartet sich vom Unternehmen, dass ein Sozialplan ausgearbeitet wird. Pansi fügt hinzu: "Ich habe dem Bürgermeister jegliche Unterstützung seitens der Behörde zugesagt. In Zukunft wird man sich vertiefend beraten müssen wie wir der Region helfen werden. Ziel muss es sein, der Region jetzt Hoffnung zu geben."

UPDATE: Jetzt meldet sich auch die Arbeiterkammer (AK) und der Östereichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) zu Wort:

Die Kärntner Arbeiterkammer und der ÖGB fordern vehement die Einrichtung einer Arbeitsstiftung für die rund 150 Mitarbeiter der Firma Modine in Kötschach-Mauthen. Das Unternehmen hat am Montag überraschend bekannt gegeben, mit Jahresende 2017 schließen zu wollen.

„Wir erwarten uns bei den anstehenden Verhandlungen zumindest guten Willen“, sagten AK-Präsident Günther Goach und ÖGB-Landesvorsitzender Hermann Lipitsch. Immerhin würden die rund 150 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer knapp vor Weihnachten „ohne Verhandlungsspielraum“ vor die Tür gesetzt. „Das ist in einer strukturschwachen Region wie dem Gailtal besonders bitter, wir erwarten uns eine soziale Abfederung“, so Goach und Lipitsch.

Der Arbeiterkammer-Präsident verwies zudem auf die zuletzt in Frage gestellte „Aktion 20.000“ des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Mit diesem Projekt soll älteren Langzeitarbeitslosen in der Modellregion Villach, Villach Land und Hermagor ein Comeback am Arbeitsmarkt ermöglicht werden. „Die aktuelle Situation ist ein tragischer Beweis dafür wie wichtig dieses Projekt ist“, erklärte Goach in Richtung der Kritiker. Mehr als die Hälfte der 150 betroffenen Dienstnehmer der Firma Modine sind älter als 50 Jahre.

ÖGB-Landesvorsitzender Hermann Lipitsch schlug im Rahmen der geforderten Arbeitsstiftung eine berufliche Umorientierung in Richtung Pflege vor: „In der Region herrscht ein großer Personalbedarf im Bereich der Pflegeassistenz. Viele Beschäftigte hätten so die Möglichkeit, im näheren Umfeld ihres Wohngebietes wieder einen Arbeitsplatz zu finden.“ Lipitsch unterstrich weiters die Bedeutung eines Betriebsrates: „Wo ein Betriebsrat vorhanden ist, besteht die Möglichkeit zur Verhandlung eines Sozialplans, dieser wird aktuell von Kollegen der zuständigen Fachgewerkschaft PRO-GE gemeinsam mit der AK ausverhandelt“.



KÖTSCHACH-MAUTHEN. Gestern abend kam das überraschende Aus für die Firma Modine in Kötschach Mauthen. Das Unternehmen produziert Wärmetauscher. Bei einer Betriebsversammlung am Montag gab die Konzernleitung die Schließung der Belegschaft bekannt.. Rund 150 Mitarbeiter verlieren mit Ende des Jahres ihre Arbeit.

Landeshauptmann Peter Kaiser und Arbeitsmarktreferentin LHStv.in Gaby Schaunig zeigten sich von der unangekündigten Schließung überrascht. Sie reagierten sofort und wollen den Betroffenen möglichst schnelle Hilfe zukommen lassen.

„Wir bemühen uns um rasche Einrichtung einer Arbeitsstiftung über die Kärntner Arbeiterkammer. Außerdem werden wir andere metallverarbeitende Betriebe kontaktieren sowie alternative Arbeitsplätze in der Region suchen, um möglichst viele Leute weiterzuvermitteln und wieder in Beschäftigung zu bringen“, teilten Kaiser und Schaunig mit.

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