05.04.2017, 12:57 Uhr

Verein Gailtalbahn: Die Hoffnung ruht jetzt auf der Politik

Ist positiv gestimmt, dass sich in der Causa Gailtalbahn etwas bewegen wird: Vereinsobmann Andreas Mühlsteiger (Foto: KK/Verein Gailtalbahn)

Der Verein Gailtalbahn fordert eine "Anschlussbahn". Jetzt soll auch die Landes-Politik reagieren.

KÖTSCHACH-MAUTHEN. Der Verein Gailtalbahn präsentierte unter Obmann Andreas Mühlsteiger bei der zweiten Vollversammlung Ideen, wie man die stillgelegten Gleise wieder beleben kann. Die Bürgermeister des Gailtals sowie des Gitsch- und Lesachtals haben ihre Unterstüzung zugesagt. Neben einer intensiven Bürgerbeteiligung hofft der Verein nun, dass auch die Landespolitik das Vorhaben unterstützen wird.
Mühlsteiger meint damit die Forderung an das Land für den Erhalt des Bahnkörpers zwischen Hermagor und Kötschach-Mauthen und die fristgerechte Umwidmung durch Landesrat Rolf Holub in eine sogenannte Anschlussbahn. Der Obmann dazu im Interview.
WOCHE: Herr Mühlsteiger, Sie pflegen mit dem Verein enge Kontakte zu anderen Bahnvereinen, die sich u.a. bereit erklät haben, mit ihren Garnituren auf dieser Strecke zu fahren. Welche Möglichkeiten der Finanzierung sehen Sie, um die Bahnstrecke wieder aufleben zu lassen?
ANDREAS MÜHLSTEIGER: Man muss hier zwei Dinge klar auseinanderhalten. Zuallererst geht es jetzt um die Umwidmung der Strecke in eine Anschlussbahn. Verantwortlich dafür ist Landesrat Holub. Anschließend gilt es eine Betreibergesellschaft zu gründen, die einen wirtschaftlich gesunden Betrieb sicherstellt. Die zuletzt von uns durchgeführte Begutachtung der Strecke hat ergeben, dass sich diese – entgegen bisheriger Aussagen – in einem sehr guten Zustand befindet. Den laufenden Betrieb von Themenfahrten können wir mit einer guten Auslastung abdecken.
Was aber, wenn sich das Land querstellt und diesbezüglich kein Geld fließen sollte?
Sollte das Land auch finanziell, bzw. wie in anderen Bundesländern üblich, als Betreiber einsteigen, können wir sowohl gewerblich als auch touristisch sicherlich noch einiges mehr auf die Schiene bringen. Auch hier geht es in erster Linie nicht nur um Geld, sondern um Planungs- und Rechtssicherheit.
Sie sprechen von touristischen Nutzungskonzepten, die ausgearbeitet werden sollen. Welche wären das?
Sobald wir die Umwidmung als Anschlussbahn von LR Holub bestätigt bekommen, sind alle Arten von Festivalfahrten und andere touristische Nutzungen denkbar. Gemeinsam mit den Tourismusverantwortlichen und Gewerbebetrieben in der Region wollen wir kleine und nachvollziehbare Schritte gehen. Draisinenfahrten und Ähnliches haben sich z.B. in Deutschland als durchaus planbare Erlebnisse gut bewährt.
Im Verein ist die Rede von einer Machbarkeitsstudie, die durchgeführt werden soll. In welcher Form können Gemeinden, Tourismus und Wirtschaft da behilflich sein?
Die Machbarkeitsstudie ist eine der Säulen, auf denen wir langfristig aufbauen. Sie soll uns als roter Faden für alle Projekte dienen. Losgelöst davon könnten wir allerdings schon davor mit Hilfe von befreundeten Eisenbahnvereinen Themenzüge ins obere Gailtal bringen. Wenn es wirklich schnell und ernst gemeint ist, könnten wir schon am kommenden Muttertag eine Dampflok als Ausflugsattraktion ins Gailtal bringen.
Wann kann frühestmöglich mit einer Machbarkeitsstudie gerechnet werden?
Mühlsteiger dazu: "Wir möchten in all unseren Planungen am Boden der Realität bleiben. Kein Betrieb und keine Gemeinde im Tal hat finanziell große Spielräume. Wenn wir aber alle zusammenhelfen, den Bahnkörper mithilfe des Landes erhalten und gemeinsam sinnvolle Nutzungskonzepte erarbeiten, wird uns wahrscheinlich mehr gelingen, als wir alle derzeit vermuten."

Das Interview führte Iris Zirknitzer
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