11.04.2017, 11:46 Uhr

"Verein Gailtalbahn": Land Kärnten sagt Unterstützung für Infrastrukturpläne zu

Die kommenden Gespräche mit den Entscheidungsträgern vom Land werden zeigen, ob das Vorhaben "Gailtalbahn" Zukunft hat (Foto: Verein Gailtalbahn)

Nach jüngsten Gesprächen mit dem Land Kärnten flackert für die Gailtalbahn ein Funke Hoffnung auf.

GAILTAL. Beim Thema Gailtalbahn kommt jetzt Bewegung in die Sache. Bei einem mehrstündigen Gespräch zwischen den Vertretern des Vereins Gailtalbahn unter Obmann Andreas Mühlsteiger und dem Land Kärnten unter Landesrat, Verkehrsreferent Rolf Holub wurde nun über die Zukunft der stillgelegten Bahnstrecke ins Obere Gailtal verhandelt.
"Das Land stellt den Bahnkörper auf die Dauer des Betriebs dem Verein entgeltlos zur Verfügung", sagt Holub zum Beitrag seitens des Landes. Der Wermutstropfen: Die Instandhaltung muss angesichts der finanziellen Situation des Landes der Bahnbetreiber tragen. Bevor Züge wieder auf der Strecke verkehren, braucht der Verein jedoch eine Anschubfinanzierung. Und das dürfte schwierig werden.


Übernahme Gleiskörper

"Das Land wird versuchen, den Vertrag mit der ÖBB zur Übernahme des Gleiskörpers bis zum Sommer abzuschließen und dabei die ÖBB ersuchen, dem Verein bei der Frage der Nutzung bzw. Überlassung von Gebäuden entgegenzukommen", sagt Holub. Parallel dazu wird der Verein Gailtalbahn hierfür die Gründung einer GmbH unter Beteiligung der Gemeinden in die Wege leiten, die erforderlichen gesetzlich vorgeschriebene Prüferfordernisse der Strecke abarbeiten und mit einem Businessplan über mehrere Jahre abklären, welche wirtschaftliche Tragfähigkeit ein Eisenbahnbetrieb im Rahmen einer Anschlussbahn mit beschränktem öffentlichem Personenverkehr gegeben ist.
Mühlsteiger bestätigt: "Das weitere Vorgehen unseres Vereins sieht vor, eine Betriebsgesellschaft mit Beteiligung der Gemeinden zu gründen, sowie die Erarbeitung aller rechtlichen und technischen Erfordernisse, um die Strecke als Anschlussbahn betreiben zu können."
Wichtig für die Vereinbarung war auch die fachliche Unterstützung und Erfahrung der Betreiber der Historama-Bahn, die sich auch weiterhin als Berater angeboten haben.

Gespräche folgen

Landesrat Rolf Holub wird nun auch die vorbereitenden Gespräche mit Landesrätin Gaby Schaunig und Landeshauptmann Peter Kaiser führen, um über alle Nutzungsmöglichkeiten des Bahnköpers, dessen Erhalt und somit ein zukunftstaugliches Wiederbeleben der Bahn im Sinn von Mehrfachverwendung der Anlage und deren Instandhaltung zu diskutieren. "Das Land kann zwar nicht als Betreiber einer Bahngesellschaft einspringen, allerdings über Infrastrukturförderungen zusätzliche und notwendige Schritte für das Gailtal beitragen", so Mühlsteiger und fährt fort: "Mit ein wenig Gestaltungswille aller Referate des Landes scheint eine Infrastrukturlösung für das Gailtal entlang der Gailtalbahn auf mehreren Ebenen sehr wohl in Reichweite."
Doch die Zeit drängt. Die Strecke muss rechtlich gesehen binnen der Jahresfrist wieder in Betrieb gehen, andernfalls läuft die Lizenz für den Schienenverkehr aus.
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Johann Weilharter aus Lungau | 14.04.2017 | 09:14   Melden
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Gila Unterberger aus Hermagor | 15.04.2017 | 09:26   Melden
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