14.09.2016, 18:00 Uhr

Borkenkäfer: Weniger kranke Bäume im Gailtal

Borkenkäfer richten großen Schaden an. Nach dem "Rekordjahr" 2015 sind heuer im Gailtal weniger Bäume befallen (Foto: KK)

In den Gailtaler Wäldern gibt es heuer weniger Schäden durch Borkenkäfer.

GAILTAL. 2015 war ein denkbar schlechtes Jahr für die Forstwirte im Gailtal. Die Menge an Schadholz erreichte im Vorjahr den Höchstwert von 80.000 Festmeter. Die Aufzeichnungen reichen 20 Jahre zurück, aber der Wert von 80.000 Festmeter wurde laut Wilfried Strasser, Bezirksforstinspektor der Bezirkshauptmannschaft Hermagor, bisher noch nie erreicht.


2015: Zwei Mio. Euro Schaden

Im Bezirk Hermagor beträgt der durchschnittliche Jahreseinschlag ca. 200.000 Festmeter Holz. Im Vorjahr ist aufgrund der starken Schneefälle eine deutlich höhere Menge an Schneebruchschadholz angefallen – insgesamt mussten mehr als 270.000 Festmeter eingeschlagen werden. Mehr als 1,5 Millionen Euro Schaden ist dadurch entstanden.
Der schneereiche Winter 2014 und die Hitzeperioden im darauffolgenden Sommer haben die Bäume geschwächt und dadurch den Borkenkäferbefall begünstigt. „Vor allem das Schneebruchschadholz bot dem Käfer eine optimale Brutstätte. Ist die Baumrinde beschädigt, hat der Käfer leichtes Spiel“, so Strasser.


Rückgang

Dieses Jahr ist die Situation entspannter. „Im Vergleich zum Vorjahr haben wir bis jetzt 50 bis 60 Festmeter Schadholz. Das ist zwar immer noch ein relativ hoher Wert, aber deutlich besser als im Rekordjahr 2015, sagt der Forstexperte. Betroffen sind laut Strasser im gesamten Bezirk in erster Linie die südseitigen Tallagen.
Der Rückgang des Schadens ist hauptsächlich auf die Witterung zurückzuführen. „Wir hatten heuer für die Wälder eine gute Wasserversorgung. Dadurch dass es immer wieder geregnet hat, gab es keine längeren Trockenperioden. Tropentage begünstigen den Käferbefall."


Ausschlägern wichtig

Werden befallene Bäume nicht gefällt, überwintern die Käfer unter der Rinde und tauchen im Frühjahr wieder auf. Die Waldbesitzer sind permanent gefordert, befallene Bäume unverzüglich zu schlägern. „Das ist die beste Prävention, um ein weiteres Ausbreiten des Befalles zu verhindern“, betont der Forstinspektor. Borkenkäferbäume erkennt man daran, dass sie braun geworden sind. „Auch wenn Bäume äußerlich noch keine deutlichen Anzeichen dazu zeigen, sollte der Waldbestand einer genauen Prüfung unterzogen werden. Oft sind die Waldbesitzer beim Fällen zu zurückhaltend. "Man darf beim Ausschlägern ruhig großzügiger sein“, so Strasser. Werden befallene Bäume nicht gefällt, überwintern die Käfer unter der Rinde und tauchen im Frühjahr wieder auf.

Wertminderung

Borkenkäferholz ist zwar durchaus noch verwertbar, es erzielt am Markt aber weniger Ertrag.
Für die Sägewerke fällt solches in die Kategorie minderwertiges Sortiment.
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