22.10.2014, 03:30 Uhr

Jubiläum für legale Schwarzfahrer

GAILTAL (nic). Vor 25 Jahren wurden sie abgelöst, die schwarzen Nummerntafeln. Doch es gibt sie noch, die ganz legalen 'Schwarzfahrer'. Im Bezirk Hermagor sind das vor allem eine Handvoll kleinerer Feuerwehren. Eine davon ist die FF Matschiedl in der Gemeinde St. Stefan/Gail.

Ablösung in Sicht
Das Kleinlöschfahrzeug der FF Matschiedl hat so eine schwarze Registrierung. Kommandant Balthasar Mitterer erinnert sich: "Wir bekamen den Wagen im Jahr 1989 zum hundertjährigen Bestehen." Heuer zum 125. Jubiläum ist das Löschfahrzeug noch immer der ganze Stolz der Truppe, auch wenn die Motorisierung inzwischen etwas schwach ist. "Bei Einsätzen auf der Windischen Höhe werden wir kurz vor dem Ziel schon mal von den neueren Fahrzeugen aus St. Stefan überholt", bedauert Mitterer. Ob die Zeit reif ist für ein neues KLF, bestimmt das Budget. Einen fixen Zeitpunkt gibt es nicht. Sicher ist, dass das historische schwarze Kennzeichen dann für alle Zeiten futsch ist.

Freiwillige Feuerwehren
Bei den Feuerwehren sorgt lediglich die Kontinuität (keine Ummeldungen) dafür, dass noch Schwarz gefahren wird. Die Fahrzeuge werden gehegt und gepflegt und die Laufleistung ist, wie in Matschiedl, wo der Tacho nur 15.000 Kilometer in 25 Jahren anzeigt, gering.
Im privaten Bereich gelten die alten Nummerntafeln vor allem bei Oldtimerfans als absoluter Glücksgriff. Gunnar Illing, Bleiberger Bürgermeister und Autofan, ist richtig sauer: "Mir hat jemand einen Wagen abgemeldet und jetzt ist das schwarze Kennzeichen weg."
Auch Hans Steinwender ist Oldtimer-Fan, aber ebenfalls kein 'Schwarzfahrer' mehr. Gleiches gilt für Hans Engl aus Kötschach Mauthen: "In meinem Bekanntenkreis gibt es zwar noch zwei Fahrzeuge, aber mehr fallen mir nicht ein. Eines davon fährt in Villach, das andere soll eine Vespa sein, die im Bezirk zugelassen ist."

Bunte Welt
Für Bezirkshauptmann Hans Pansi ist die Kennzeichenwelt bunt, obgleich es nach seiner Aussage keine Abfragemöglichkeit für schwarze Nummerntafeln im Bezirk gibt. Auf rund eine halbe Million zugelassener Kfz in Kärnten kommen 15.000 alte Kennzeichen. Österreichweit sind es drei Prozent.
Außerdem gibt es rote Tafeln für Klein-Motorräder, blaue Tafeln für Probefahrten und grüne Überführungskennzeichen.

Oldtimerfans
Auch Hans Engl (Bild), Gastwirt und Oldtimerfan aus Kötschach-Mauthen kennt das Problem mit den schwarzen Nummerntafeln. "Sobald es einen Besitzerwechsel oder eine Ummeldung gibt, muss das Kennzeichen aktualisiert werden und dann ist es ab sofort weiß," sagt er.
Selbst bei großen Treffen sieht man nur wenige Fahrzeuge mit schwarzer Registrierung. "Die Besitzer sind dann sehr stolz drauf, weil es so selten ist," erklärt Engl.
Im Bezirk Hermagor gibt es noch kleinere Feuerwehren, die Fahrzeuge haben, die älter als 25 Jahre sind und schwarze Kennzeichen fahren.

Urkunden aus Blech
• Nummerntafeln sind, gesetzlich gesehen, richtige Urkunden.
• Seit dem 1. Jänner 1990 sind sie in ganz Österreich nicht mehr schwarz, sondern weiß.
• Seit November 2002 gibt es nur noch die bekannten EU-Farzeuge.
• In Kärnten fahren laut einer Statistik vom Juni 2014 noch 14.976 Fahrzeuge mit schwarzer Nummerntafel.
• In ganz Österreich sind es 220.000. Das macht drei Prozent aller Kfz aus.
• Die Bezirkshauptmannschaft Hermagor konnte keine aktuellen Zahlen für den Bezirk nennen. Fazit: Schwarze Kennzeichen werden seltener.
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