03.10.2017, 19:00 Uhr

Neuer Obmann leitet Geschicke bei ZHIG

Hannes Pichler ist selbst Unternehmer und weiß deshalb um die Probleme der Wirtschaft (Foto: KK)

Hannes Pichler ist neuer Obmann des Vereins ZHIG. Im Woche-Interview erzählt er über seine neue Aufgabe.

BEZIRK. Der Unternehmer Hannes Pichler folgt Franz Wiedenig als Obmann des Vereins ZHIG. Im WOCHE-Interview erzählt er über seine Pläne für den Verein und die Probleme der Region.

WOCHE: Wie ist es dazu gekommen, dass Sie Obmann wurden?
HANNES PICHLER: Unser langjähriger, sehr aktiver Obmann Franz Wiedenig hatte den Wunsch die Führung unseres Vereines in neue Hände zu legen. Für mich als Mitglied war es ein persönliches Anliegen unsere Botschaft für unsere heimische Wirtschaft und vor allem die Aktivitäten für unsere Jugend auch weiter zu tragen.
Mit dem entsprechenden Rückhalt aller Mitglieder ist es natürlich eine verantwortungsvolle und herausfordernde Aufgabe – die ich gerne angenommen habe.

In welche Fußstapfen treten Sie damit?
Ich möchte gar nicht in Fußstapfen treten – sondern eigene Fußabdrücke hinterlassen.
Wir haben mit unserem Verein Zukunft, Handwerk und Industrie Gailtal die Aufgabe gerade im heimischen Gebiet die Wirtschaft aktiv zu unterstützen und die laufenden Projekte zu sichern.

Was liegt Ihnen für den Verein besonders am Herzen?
Wir sind zukunftsorientiert und sehen im massiven Gegensteuern der Ausdünnung des ländlichen Raumes unsere große Aufgabe.

Wo sehen Sie besonderen Handlungsbedarf?
In erster Linie müssen wir alle an einem Strang ziehen – es ist wichtig, die Familien, alle Institutionen, die Verwaltung, alle Wirtschaftstreibenden, sämtliche Vereine, sowie alle politisch Verantwortlichen für unsere Aktivitäten zu gewinnen und einzubinden. Das wird die größte Herausforderung sein, denn nur so können wir der Abwanderung und Ausdünnung unserer Täler entgegenwirken. Den Breitbandausbau müssen wir mit allen Kräften vorantreiben, denn nur durch eine perfekte digitale Vernetzung haben wir die Chance eines Anschlusses an die Zentralräume.

Was wird Ihre erste Amtshandlung sein?
In unserem Verein die Gemeinsamkeiten noch weiter zusammenzuführen und alle Mitglieder für unsere Idee zu gewinnen. Wir brauchen einfach die aktive Unterstützung und auch das Übernehmen von Aufgaben innerhalb aller Mitglieder unseres Vereines. Nur mit großem Rückhalt können wir Wünsche nach Veränderungen einfordern und natürlich auch umsetzen.

Mit welchen Problemen kämpfen die Unternehmer am Land besonders?
Ich glaube momentan kämpfen wir eigentlich mit den Zukunftsperspektiven. Wir hatten früher wesentlich mehr Ressourcen aller Art im ländlichen Bereich. Heute entwickeln sich die Zentralräume wesentlich schneller und ziehen alles wie ein Magnet an. Der Hintergrund dafür ist, die Infrastruktur ist dort wesentlich leichter zu entwickeln. Auch Bildungseinrichtungen werden zentral zusammengefasst und optimiert. Shoppingcenter und Handelsketten siedeln sich in diesen Bereichen an.
Dadurch saugen diese Zentralräume die ländlichen Gebiete kontinuierlich aus und entziehen uns Zug um Zug unsere bestehende Infrastruktur.
Wir müssen einfach selbstbewusster werden und auch mit der Politik diese Fehlentwicklung stoppen.


Zur Person

Hannes Pichler ist Holzbaumeister und führt seine Firma Holzbau Pichler in vierter Generation. Nach der HTL-Matura hat er bei einem Architekten in einem großen Holzbaubetrieb gearbeitet und sich laufend weitergebildet. Mittlerweile ist er seit 28 Jahren im elterlichen Betrieb tätig und führt ihn schon seit 1989 mit großem Erfolg. Mittlerweile sind oft drei Generationen im Büro keine Seltenheit mehr. "Ich habe eine tolle Familie. Ich bin stolz auf meine Frau Gerda und meine drei schon erwachsenen Kinder", sagt Pichler. Auch sein Sohn Philip ist schon aktiv im Betrieb tätig.
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