22.10.2014, 14:32 Uhr

Sauberer Strom mit der Kraft des Wassers

Lesen die Werte und technischen Daten der Gesamtsteuerung ab: Manuel Kogler (re.) und Kollege Christian Kugi (Foto: Jost)

Strom made in Kärnten: Kirchbachs Kraftwerk versorgt 500 Haushalte.
Von Iris Zirknitzer

KIRCHBACH. 67 Wasserkraftwerke betreibt die Kelag. Eines davon ist das Kraftwerk Kirchbach am nördlichen Rand der Ortschaft Kirchbach im oberen Gailtal. Seit 1986 brummen dort die Turbinen. Das Laufkraftwerk dient zur Grundstromerzeugung im Bereich Hermagor. Mit einer Leistung von 1.410 kW erzeugte Strom versorgt die Wasserkraftanlage Kirchbach rund 500 Haushalte.

Das Innenleben
Das Kraftwerk besteht aus einem unterbunkerten Maschinenhausteil mit Oberlichten, in dem Turbine, Generator und Keilschieber sowie der Maschinenhauskran liegen, und einem Betriebsgebäude mit einer 20 kV Schaltanlage, Trafo, Batterie und Relaisraum.
Als Turbine wurde eine zweidüsige Freistrahlturbine auf horizontaler Generatorwelle mit angeflanschtem Synchrongenerator installiert.

Bachfassung
Das Wasser für die Stromerzeugung liefert der Kirchbach. „Dafür wird das Wasser mittels eines Tirolerwehrs mit zwei seitlichen Spülschützen und den in der Mitte liegenden Einlaufrechen gefasst und über einen 25 m langen Betonkanal in den automatischen Entsander weitergeleitet. Die Einlaufschwelle liegt auf Höhe 883,62 m ü. A.“, informiert Manuel Kogler von der Kelag Kärnten.
Der automatische Entsander mit Stauhöhe von 879,77 Meter ü. A. hat eine Länge von 21 Meter. „In ihm befindet sich ein Feinrechen mit Rechenputzmaschine. Vor und nach dem Beruhigungsbecken ist jeweils eine Kiesspülrinne angeordnet“, erklärt Kogler.
Vom Entsander gelangt das Treibwasser dann durch eine 2.458 Meter lange Druckrohrleitung zum Krafthaus.


Die Turbinen
Der Strom selbst wird mittels einer zweidüsigen Peltonturbine direkt in das 20 kV-Netz der Kärnten Netz GesmbH gespeist. Die Turbinensteuerung besteht im Wesentlichen aus einer Druckwasserversorgung, die das Druckwasser für die Steuerung liefert. Die Steuerung der zwei Düsen erfolgt durch elektrische Stellantriebe. Das Wasserangebot wird durch einen Wasserstandregler, welcher direkt auf die Düsen wirkt, optimal genutzt.
Das Unterwasser wird über einen Betonrohrkanal in das Bachbett des Kirchbaches zurückgegeben. „Bei Turbinenausfall bzw. Abstellung öffnet automatisch ein Nebenauslass, um ein 'Versiegen' des Unterwassers zu vermeiden“, hält Kogler fest.

Sicherheit geht vor
Die Sicherheit hat oberstes Gebot. Wöchentlich wird die Wartung des Kraftwerkes durchgeführt, dabei werden sämtliche Temperaturen, Ölstände des Generators kontrolliert, ebenso erfolgt die Sichtkontrolle auf Undichtheiten, und die Rechenreinigung bei der Wehranlage. "Bei Störungen der Anlage wird der zuständige Störungsdienst-Mitarbeiter von der Kelag Zentrale informiert“, so Kogler. Revidiert wird einmal jährlich, dabei werden diverse Maschinenkomponenten zerlegt, gereinigt und auf ihren Zustand überprüft.


ZUR SACHE
Technische Hauptdaten:

Einzugsgebiet: 14,0 km²
Wasserdargebot: 14,34 Mio. m³
Ausbauwassermenge: 0,75 m³/s
Bruttofallhöhe: 238 m
Ausbauleistung: 1.410 kW (Mit dieser Leistung können rund 500 Haushalte versorgt werden)

Turbinensteuerung:
Sie besteht im Wesentlichen aus einer Druckwasserversorgung, die das Druckwasser für die Steuerung liefert. Die Steuerung der zwei Düsen erfolgt durch elektrische Stellantriebe. Das Wasserdargebot wird durch einen Wasserstandregler, welcher direkt auf die Düsen wirkt, optimal genutzt.

Der Generator ist ein Drehstrom-Synchron-Generator mit einer Nenndrehzahl von 750 U/min. Der Keilschieber dient als Absperrorgan der Turbinenanlage.
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