15.10.2014, 00:00 Uhr

Spannungsfeld Mitarbeiter und Gebietskrankenkasse

Informationsabend für Unternehmer in der Wirtschaftskammer Hermagor

HERMAGOR (jost). Auf Einladung des Wirtschaftsbundes, in Zusammenarbeit mit der GKK und der CONFIDA sowie der WOCHE als Medienpartner, trafen sich kürzlich etwa 80 Unternehmer in der Wirtschaftskammer Hermagor. Das grosse Interesse war zufolge des heissen Themas der heurigen Infotour „Im Visier der GKK“ erwartet worden. Immer öfter kommt es nämlich bei Krankenkassen-Überprüfungen zu Beanstandungen oder sogar zu Nachzahlungen bzw. Strafen.

Mitarbeiter-Definition
Im Eröffnungs-Referat stellte Birgit Hanschitz von der GKK klar, dass die geltende Gesetzeslage keine Unterscheidung zwischen „fremden“ Mitarbeitern und Familienangehörigen kennt, sobald die Arbeitsleistung als bezahlte Leistung definiert werden kann. D.h. es besteht ganz klare und volle Anmelde-Pflicht vor Beginn der entgeltlichen Tätigkeit, auch wenn es sich um Familienmitglieder oder Verwandte handelt. Einzige Ausnahmen sind geringfügige, unentgeltlich Tätigkeiten wie beispielsweise das einstündige Einspringen des Sohnes oder der Tochter eines Gastwirtes, wenn überraschend eine Busreise-Gesellschaft im Betrieb eine Pause einlegt.

Dienstvertrag/Werkvertrag
Als Beitragsprüfer der GKK definierte Robert Babka anschliessend die Begriffe „Dienstvertrag“, „Werkvertrag“ und „Scheinselbständigkeit“. Im Zuge der üblichen GPLA-Prüfungen (gemeinsame Prüfung der Lohnabgaben) wird seitens der GKK ganz speziell auf die klaren Definitionen der Dienstverhältnisse geachtet. Babka: „Das sogenannte klassische Dienstverhältnis ist z.B. an geregelte Arbeitszeiten gebunden, ebenso sind die Mitarbeiter weisungsgebunden und haben keinerlei Verfügungsrecht über die Betriebsmittel usw.“.

Prüfungsvorbereitungen
Eva Maria Wernitznig von der CONFIDA gab in ihrem Vortrag den anwesenden Unternehmern praktische Tipps für die Vorbereitung auf eine GPLA-Prüfung, die von der GKK jeweils angemeldet wird – spätestens eine Woche vor Prüfungsbeginn.
„Es hat sich in der Praxis bewährt, Dienstverträge, Lohnkonten, Fahrtenbücher, Jahresabschlüsse, Anlagenverzeichnisse etc. vorzubereiten bzw. griffbereit zu halten“ so die Expertin.

Praxisfremd
Als weitgehend „praxisfremd und zeitraubend“ bezeichnet wurden von den Unternehmern die geltenden Gesetze in er anschliessenden Diskussion. So vertrat beispielsweise Herwig Ertl aus Kötschach-Mauthen die Meinung, „...dass es der erfolgrerichen kreativen Arbeit sicher auf Dauer schadet, wenn sich Unternehmer immer mehr und immer öfter übertrieben stark mit >Verwaltungskram< beschäftigen müssen. Hier ist ehestmöglich Vereinfachung gefordert!“

In die gleiche Kerbe schlug auch schon Wirtschaftkammer-Bezirksobmann Hannes Kandolf in seinen Begrüssungsworten.

Gewinnspiel
Das WOCHE-Gewinnspiel in Form einer halbseitigen Gratis-Werbeeinschaltung gewann in Hermagor Hanns Stattmann, Chef des gleichnamigen Modehauses. Der Gutschein wurde von Geschäftsstellenleiter Peter Lamprecht am Ende der Info-Veranstaltung im Beisein von Wirtschaftsbund-Chef Markus Malle und Wirtschaftskammer-Bezirksobmann Hannes Kandolf feierlich überreicht.
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