07.11.2017, 08:10 Uhr

Wiedenig Installationen schließt Solarpreis-Projekt ans Netz

Franz Wiedenig mit dem Solarpreis 2017 (Foto: Wiedenig KG)
HERMAGOR, LANDSKRON. 1.000 m² Sonnenkollektoren sorgen für Wärme und Warmwasser in 215 Wohnungen auf über 16.000 m² Wohnfläche. Die „Energieinsel Landskron“ ist das namhafteste Solarprojekt dieses Jahres und wurde aus gutem Grund mit den „Österreichischen Solarpreis 2017“ ausgezeichnet. Energieprojektmanager Franz Wiedenig aus Hermagor sorgte gemeinsam mit Christoph Aste für die Durchführung dieser Innovation. Am Nationalfeiertag ging das einmalige Solarkonzept offiziell ans Netz.
Die Nahwärmeversorgung der „Energieinsel Landskron“ mit dem Wohnbauprojekt „Landsitz Villach“ basiert auf Niedertemperaturbasis. Ein Drittel der Jahresenergie für die 215 Wohneinheiten wird über thermische Sonnenkollektoren (1.000 m² Fläche) bezogen. Ein weiteres Drittel wird durch Grundwasserwärmepumpen in Kombination mit einem geplanten Wasserkraftwerk im Seebach realisiert. Das fehlende Drittel wird über das Kelag-Fernwärmenetz bezogen. Das Projekt gilt als effizientestes seiner Art in diesem Jahr und wurde daher Ende September mit dem „Österreichischen Solarpreis 2017“ ausgezeichnet. Außergewöhnliches Novum: Im Sommer kann der Energieüberschuss an das Kelag-Netz abgegeben werden.

Wiedenig-Solaranlage produziert seit dem Nationalfeiertag

Federführend in der Konzeption des Energiekonzeptes war Franz Wiedenig, Inhaber der Wiedenig KG aus dem Gailtal. Im Rahmen des „Radio Kärnten Frühschoppen“ wurde am 26. Oktober nicht nur das Wohnprojekt „Landsitz Villach“ vorgestellt, sondern auch die Solaranlage von Franz Wiedenig offiziell ans Netz angeschlossen. Da sich die Wohnungen noch im Bau befinden, wird die seit vorgestern produzierte Energie vorerst in das Fernwärmenetz der Kelag eingespeist.
„Das Projekt Landsitz ist österreichweit Vorreiter in Sachen solares und energieeffizientes Bauen“, zeigt sich Franz Wiedenig stolz, Teil des außergewöhnlichen Energieprojektes zu sein. Gemeinsam mit dem Bauherrn des Projektes, Johann Grandits (Grand Immobilien), und Projektplaner Christoph Aste konzipierte Franz Wiedenig die Energieversorgung.

Herausforderndes und innovatives Energiekonzept

„Ein Niedrigtemperaturnetz mit dieser Effizienz zu konzipieren, war eine besondere Herausforderung,“ erzählt Franz Wiedenig. „Hinter dem Projekt stehen zwei Jahre Entwicklungszeit und ein Jahr Umsetzung, um nun 100 Prozent Versorgungssicherheit zu garantieren.“ Insbesondere die gute Zusammenarbeit mit der Kelag macht das Projekt einmalig: Die Rückeinspeisungsmöglichkeit der Solaranlage in das Kelag Wärme Gmbh-Netz ist österreichweit vorbildhaft. „Ab Mai, mit Eröffnung der Wohnanlage, wird der Stromüberschuss im Sommer zusätzlich für eine Elektrotankstelle mit drei Zapfsäulen verwendet“, verrät Franz Wiedenig, der mit der Umsetzung betraut ist.
Die Kollektorfläche der Solaranlage ist auf fünf Dachflächen aufgeteilt. Neben technischer Berechnungen wurden natürlich auch optische Aspekte eingeplant, sowie in Kooperation mit den Behörden sämtliche Emissionsauflagen erfüllt.
In technischer Hinsicht beeindruckt die Solaranlage durch ihre Größenordnung. „Die Solaranlage produziert rund 500.000 kWh pro Jahr“, berichtet Franz Wiedenig. „Das entspricht der Leistung von über 50.000 Liter Heizöl. Oder anders ausgedrückt: Eine vergleichbare Leistung liefern rund 100 Klein-Solaranlagen für Einfamilienhäusern.“ Auch das Herzstück der Gesamtanlage, die Technikzentrale, in der alle drei Wärmeproduzenten in zwei Puffern zusammengeführt werden, spielt in einer eigenen Liga: Die Puffer haben eine Kapazität von insgesamt 68.000 Liter.
„Die Wiedenig KG ist stolz darauf, Teil dieses erfolgreichen und innovativen Projektes für ökologisches Wohnen zu sein“, erzählt Franz Wiedenig. „Eine Referenz, die ihresgleichen sucht.“ Mit dem Wiedenig-Tochterunternehmen „REG - Bioenergie GmbH“ hat der Gailtaler Vordenker in Sachen Bioenergie bereits zahlreiche namhafte Projekte in Kärnten umgesetzt.
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