Höhenstraße: Anrainer leiden unter Lärm durch Raser

Martha Neumann leidet wie viele andere in der Siedlung Waldandacht unter dem Straßenlärm der Höhenstraße.
  • Martha Neumann leidet wie viele andere in der Siedlung Waldandacht unter dem Straßenlärm der Höhenstraße.
  • hochgeladen von Mathias Kautzky

HERNALS. Martha Naumann wohnt in der Siedlung Waldandacht: "Unser Haus steht gleich bei der Kurve, so hören wir die Autos doppelt. Gerade in der Nacht ist das oft unerträglich." Das Problem gibt es schon seit vielen Jahren: Die Kombination Kopfsteinpflaster und Autoverkehr sorgt für gewaltigen Fahrbahnlärm - und bei den Anrainern der Höhenstraße für Beschwerden.

Die Höhenstraße wurde am 16. Oktober 1935 eröffnet, nachdem sie unter Maximierung von händischer Arbeitskraft von mehr als 600 Arbeitern in Pflasterbauweise errichtet worden war. Bis zum 31. Dezember 2009 stand sie unter Denkmalschutz: "Der Denkmalschutz ist ausgelaufen, aber ein neues Verfahren läuft bereits", erläuterte Richard Wittasek vom Bundesdenkmalamt bereits 2013. "Das Denkmal, das die Straße ausmacht, ist die Pflasterung an sich." Aktuell ist das Verfahren des Bundesdenkmalamtes gegen die Stadt Wien vor dem Bundesverwaltungsgericht immer noch am Laufen. 2017 wurde die Höhenstraße neu vermessen, jetzt sind die Experten am Zug.

Worum geht es in dem Streit? Grundsätzlich ist fast die ganze Höhenstraße in renovierungsbedürftigem - und daher lärmerregenden - Zustand: So haben sich die Fahrbahnen durch Senkungen und Verwerfungen zu regelrechten Buckelpisten entwickelt, die nicht nur die Stoßdämpfer der Autos, sondern auch die Gehörnerven der Anrainer über Gebühr beanspruchen.

Teure Renovierung

Eine Renovierung der Höhenstraße mittels Asphalt wäre zwar billiger - und lärmvermeidender - als die originalgetreue Wiederherstellung der Pflasterung, entspricht allerdings nicht den Denkmalschutzkriterien. Döblings Bezirksvorsteher Adi Tiller rechnet vor, das "eine Sanierung mit Pflasterung 30 Millionen kosten würde, eine Asphaltierung maximal 10 Millionen."

Viel Geld, das die an die Höhenstraße angrenzenden Bezirke nicht haben: "Für eine komplette Sanierung sind wir auf eine Förderung durch die Stadt angewiesen", erklärt die Hernalser Bezirksvorsteherin Ilse Pfeffer. Da Wien finanziell aktuell nicht gerade rosig dasteht, ist das wenig realistisch. Abgesehen davon wollen die zuständigen Stellen in der Stadtverwaltung den Ausgang des Denkmalschutzverfahrens abwarten, bevor es zu einer Entscheidung kommen kann: "Der Ball liegt beim Bundesdenkmalamt", erklärt man bei der MA 28, dem Straßenbauamt.

Tempolimit wird nicht eingehalten

Inzwischen leiden die Anrainer der Höhenstraße weiter unter dem Straßenlärm. "Wenn sich die Autofahrer wenigstens an die 30er-Beschränkung halten würden, wäre uns und allen Nachbarn schon viel geholfen!" bemerkt Martha Neumann und blickt auf das Straßenschild mit der Tempobegrenzung, auf dem die Zusatztafel "Lärmschutz" angebracht ist.

Diesbezüglich kann man im Bezirk allerdings schon etwas für die Bewohner der Waldandacht tun, verspricht Ilse Pfeffer: "Was sich immer bewährt hat, sind verstärkte Tempokontrollen durch die Polizei - und das Aufstellen mobiler Tempoanzeigen. Ich werde das in der nächsten Bezirksvertretungssitzung veranlassen!"

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