Labor für soziale Fantasie in Hernals: Die vielen Gesichter der Kreativität

Labor-Leiterin Doris Ladstätter (l.) mit Vivi Brunner, die hier ihr Soziales Jahr macht, und Mitarbeiter Johannes Oberhuber.
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  • Labor-Leiterin Doris Ladstätter (l.) mit Vivi Brunner, die hier ihr Soziales Jahr macht, und Mitarbeiter Johannes Oberhuber.
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HERNALS. Bunte Buttons, handgefertigte Grußkarten, Lampen, Bilder, Druckgrafiken, Zeichnungen und vieles mehr entstehen im "Labor für soziale Fantasie" in Hernals.

"Das Labor für soziale Fantasie bietet Menschen mit psychischer Erkrankung und Behinderung ein kreatives Arbeitsfeld, in dem sie ihre Ideen einbringen und umsetzen können", erklärt Einrichtungsleiterin Doris Ladstätter. Die Kunstwerke der Klienten, die hier in einer zeitlich geregelten Tagesstruktur arbeiten, gibt es gleich neben dem Atelierbereich im "[sofa]shop" an der Ecke Kalvarienberggasse 25 und Bartholomäusplatz zu bewundern und natürlich auch zu kaufen.

"Die Klienten übernehmen alle Tätigkeiten selbst – von der Produktion über die Bewerbung bis hin zum Verkauf. Das fördert natürlich auch den wichtigen Kontakt mit Außenstehenden und verschafft den Kreativen Anerkennung und Selbstbewusstsein." Und sie können auch stolz auf ihre Produkte sein, denn die können sich wirklich sehen lassen.

Der Output des "Labors für soziale Fantasie" war in den vergangenen Jahren auch immer wieder Bestandteil gut besuchter Ausstellungen, etwa unter dem Titel "Art Brüt For Small Büd(get)" – eine Headline, die auch generell dem Zugang des "[sofa]shops" entspricht: Kunst zu kleinen Preisen. Die Erträge aus den Verkäufen werden übrigens für die Anschaffung neuer Materialien verwendet.

Ort der kreativen Entfaltung

Das Labor ist Teil der "KoMiT GmbH" und ein reines Non-Profit-Unternehmen. Mitarbeiten können hier Erwachsene ab 18 Jahren, die vom Fonds Soziales Wien (FSW) wegen einer psychischen Erkrankung und/oder Behinderung eine Tagesstruktur bewilligt bekommen haben und Interesse an kreativen Arbeiten haben.

Technische Vorkenntnisse muss man nicht mitbringen. Zum Kennenlernen gibt es Schnuppertage, danach kommt man auf die Warteliste, denn die Nachfrage ist groß. "Für mich ist es jeden Tag faszinierend, was unsere Klienten draufhaben und leisten", so Doris Ladstätter. "Sie gehören ja zu einer Gesellschaftsgruppe, der man wenig zutraut und die man oft auf ihre Krankheit reduziert. Vorurteile wie dass diese Menschen nicht belastbar sind, stimmen einfach nicht." Das tägliche Erlebnis, etwas Sinnvolles zu tun, gibt den Klienten laut Ladstätter Balance, hebt ihr Selbstwertgefühl und bringt künstlerische Qualität ans Tageslicht, die einfach nur begeistert.

Zur Sache:

Das "Labor für soziale Fantasie" befindet sich in der Kalvarienberggasse 25. Der Shop hat Montag bis Mittwoch von 10 bis 14.30 Uhr und Donnerstag und Freitag von 10 bis 12 Uhr geöffnet.

Labor-Leiterin Doris Ladstätter (l.) mit Vivi Brunner, die hier ihr Soziales Jahr macht, und Mitarbeiter Johannes Oberhuber.
Einrichtungsleiterin Doris Ladstätter (Mitte) mit Mitarbeiter Johannes Oberhuber und Vivi Brunner, die hier ihr soziales Jahr macht

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